Trump: „Der Super Bowl ist einfach zu weit weg“ – oder war er nicht eingeladen?
Ein regelmäßiger gast bei sportereignissen, diesmal jedoch nicht
Präsident Donald Trump ist während seiner zweiten Amtszeit häufig bei großen Sportveranstaltungen aufgetreten, oft in prominenten Logenplätzen und unter intensiver medialer Beobachtung. Seine Präsenz bei Sportereignissen war zuletzt nahezu alltäglich.
Beim wichtigsten Spiel der NFL wird der Präsident jedoch fehlen.
Laut CNN plant Trump nicht, zum Super Bowl LX zu reisen, der am 8. Februar im Levi’s Stadium in der San Francisco Bay Area ausgetragen wird.
Distanz als offizielle begründung
In einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der New York Post erklärte Trump, die Länge der Reise sei der Hauptgrund für seine Entscheidung.
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„It’s just too far away. I would. I’ve gotten great hands for the Super Bowl, they like me“, sagte Trump. Er fügte hinzu, dass er einen Besuch in Erwägung ziehen würde, wenn die Anreise kürzer wäre.
Weitere Stellungnahmen aus dem Weißen Haus blieben bislang aus.
Die finalen duelle nehmen form an
Während Trump fernbleibt, läuft die entscheidende Phase der NFL Saison weiter. Vier Teams kämpfen noch um den Einzug in den Super Bowl.
Die Seattle Seahawks treffen im NFC Championship auf die Los Angeles Rams, während die New England Patriots im AFC Championship gegen die Denver Broncos antreten.
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Diese Begegnungen wurden laut CNN im Rahmen der Super Bowl Berichterstattung bekanntgegeben.
Halbzeitshow sorgt für politische spannungen
Neben der Reisedistanz hat Trump auch die Halbzeitshow scharf kritisiert. Bad Bunny und Green Day, die für den Auftritt ausgewählt wurden, hatten im Präsidentschaftswahlkampf 2024 öffentlich Kamala Harris unterstützt.
„I’m anti them. I think it’s a terrible choice. All it does is sow hatred. Terrible“, sagte Trump der New York Post.
Laut NewsMax reagierte Trump bereits im Oktober verärgert auf die Ankündigung der Künstler und erklärte, er habe „noch nie von“ Bad Bunny gehört. Die Auswahl bezeichnete er als „ridiculous“.
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Reaktionen im netz deuten auf fehlende willkommenheit hin
Unabhängig von den offiziellen Erklärungen äußerten sich zahlreiche Fans online kritisch zu der Frage, ob Trump beim Super Bowl überhaupt willkommen gewesen wäre.
In sozialen Netzwerken und Kommentarspalten zu Super Bowl Berichten schrieben viele Nutzer, dass ein Auftritt des Präsidenten wahrscheinlich Proteste oder eine negative Stimmung im Stadion ausgelöst hätte, insbesondere angesichts des Austragungsortes und der politischen Haltung der Künstler.
Diese Online Reaktionen spiegeln keine offizielle Haltung der NFL wider, verdeutlichen jedoch, dass Trumps Anwesenheit für einen Teil der Fangemeinde eher polarisierend als verbindend gewesen wäre.
Künstler mit klarer opposition zur regierung
Bad Bunny hat sich in der Vergangenheit zu Sorgen im Zusammenhang mit der US Einwanderungspolitik geäußert. In einem Interview mit dem Magazin i D sagte der puerto ricanische Künstler im vergangenen Jahr, er habe befürchtet, dass Einwanderungsbehörden vor seinen Konzerten auftauchen könnten.
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„There was the issue that … ICE could be outside my concert venue. And it’s something that we were talking about and very concerned about“, sagte er.
Auch Green Day Frontmann Billie Joe Armstrong kritisierte Trumps Regierung offen. Bei einem Konzert bezeichnete er sie als „fascist government“ und erklärte gegenüber dem Publikum: „It’s up to us to fight back.“
Reisegewohnheiten und praktische faktoren
Laut CNN besuchte Trump während seiner zweiten Amtszeit zahlreiche Sportveranstaltungen, überwiegend an der Ostküste der USA. Dazu zählten UFC Events in Miami, Golfturniere in New York, College Football Spiele und Baseballspiele.
Die Reaktionen des Publikums fielen dabei gemischt aus, mit Applaus und Buhrufen unter anderem bei den US Open und im Yankee Stadium.
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CNN berichtete außerdem, dass Trump keine Immobilien in der San Francisco Bay Area besitzt und bei Reisen bevorzugt in Hotels übernachtet, die mit seinem eigenen Unternehmensnetzwerk verbunden sind.
Eine auffällige abwesenheit vom politischen schaufenster
Der Super Bowl gilt traditionell auch als Bühne für US Präsidenten, etwa durch Interviews vor dem Spiel. Ob Trump in diesem Jahr an solchen Formaten teilnehmen wird, ist offen.
Laut CNN hat der Sender beim Weißen Haus angefragt, ob ein Super Bowl Interview geplant ist, bislang liegt jedoch keine Entscheidung vor.
Sources: CNN, New York Post, NewsMax, i D magazine
