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UEFA nimmt geheime FIFA-Akten ins Visier – Krise um Infantino eskaliert

Europas Fußballverband hat sich an Gerichte in den USA gewandt und bereitet zugleich eine mögliche Strafanzeige gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino in der Schweiz vor.

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UEFA eröffnet eine neue juristische Front

Die UEFA hat Bundesgerichte in New York und Florida um die Erlaubnis gebeten, Dokumente und Zeugenaussagen zum aufgegebenen Projekt FIFA Forward Enterprise zu beschaffen.

Das Material könnte in einem möglichen Schweizer Strafverfahren gegen Infantino und gegebenenfalls weitere FIFA-Funktionäre wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung verwendet werden. In der Schweiz wurde bislang keine Strafanzeige eingereicht, und keine der Anschuldigungen ist gerichtlich erwiesen.

Laut Associated Press fordert die UEFA Beweismittel von amerikanischen FIFA-Gesellschaften und von Thrive Capital, der von Josh Kushner gegründeten Investmentgesellschaft.

Der geplante Vertrag hätte Investoren für 4,2 Milliarden Dollar einen Anteil von 20 Prozent an einer neuen FIFA-Tochtergesellschaft verschafft. Diese sollte kommerzielle Rechte rund um die Männer- und Frauen-Weltmeisterschaften sowie die Klub-WM verwalten.

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Schwere Fragen zur Bewertung

Die UEFA behauptet, das Projekt sei ohne öffentliche Ausschreibung, unabhängige Bewertung oder ausreichende Beteiligung des FIFA-Rates, der Konföderationen und der 211 Mitgliedsverbände entwickelt worden.

Wie Reuters berichtet, soll das Geschäft die neue kommerzielle Einheit mit rund 20 Milliarden Dollar bewertet haben. Nach Auffassung der UEFA lag diese Summe deutlich unter dem tatsächlichen Wert der wichtigsten FIFA-Rechte.

Die FIFA zog das Projekt am 1. August nach heftiger Kritik mehrerer Konföderationen zurück. Für die UEFA beantwortet der Rückzug jedoch nicht die Fragen, wie das Vorhaben innerhalb der FIFA entwickelt, strukturiert und vorangetrieben werden konnte.

Der europäische Verband verlangt deshalb Zugang zu interner Kommunikation, Bewertungen und Entscheidungsunterlagen. Die FIFA wurde zu den neuen Anträgen um Stellungnahme gebeten. Thrive Capital lehnte einen Kommentar ab.

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Infantinos Präsidentschaft gerät weiter unter Druck

Der juristische Schritt ist Teil einer breiteren Kampagne für einen Führungswechsel bei der FIFA. In einer offiziellen Erklärung forderte die UEFA eine unabhängige externe Untersuchung und erklärte, das Vertrauen in Infantino könne durch den bloßen Rückzug des Projekts nicht wiederhergestellt werden.

Sollte Infantino im März 2027 erneut kandidieren, will die UEFA gemeinsam mit anderen Konföderationen eine glaubwürdige Alternative unterstützen.

Die juristische Unterscheidung bleibt entscheidend: Die UEFA bereitet eine mögliche Strafanzeige vor. Infantino wurde jedoch nicht angeklagt, und sämtliche Vorwürfe sind weiterhin unbewiesene Anschuldigungen.

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