FIFA hat den WM-Schiedsrichter Shaun Evans nach einer Untersuchung einer Handgeste, die er während Deutschlands 7:1-Sieg über Curaçao am Sonntag, den 14. Juni 2026, machte, freigesprochen. Evans, der bei dem Spiel als „Support VAR“ fungierte, wurde vorgeworfen, ein „White Power“-Symbol gezeigt zu haben, ein Vorfall, der sich schnell in den sozialen Medien verbreitete.
Aufnahmen der Spielübertragung zeigten Evans, wie er ein Zeichen machte, bei dem Daumen und Zeigefinger sich berührten und die anderen drei Finger ausgestreckt waren. Während diese Geste historisch als „OK“-Zeichen oder Teil des „Circle Game“-Streiches bekannt ist, wurde sie in den letzten Jahren von einigen rechtsextremen Gruppen übernommen, um „White Power“ zu symbolisieren, wobei die ausgestreckten Finger ein „W“ und Daumen und Zeigefinger ein „P“ bilden.
Die Geste im Fokus
Die Antidiskriminierungsgruppe Fare network verurteilte die Geste umgehend und veröffentlichte eine scharfe Erklärung zu dem Vorfall. „Unsere Experten sind der Ansicht, dass die verwendete Geste eindeutig einem umgedrehten ‚OK‘-Handzeichen ähnelt, das in globalen rechtsextremen Kreisen als ‚White Power‘-Symbol verwendet wird“, erklärte das Fare network. „Warum verwendet ein VAR-Supervisor dieses Symbol bei einem globalen Fußballereignis genau in dem Moment, in dem er weiß, dass die Kameras auf ihn gerichtet sind? Es kann nur bedeuten, dass er absichtlich ein rechtsextremes Neonazi-Symbol übermittelt.“ Die Gruppe bekräftigte zudem, dass der Offizielle „keine weitere Rolle bei dieser Weltmeisterschaft spielen sollte“.
Die FIFA, der Weltfußballverband, bestätigte, dass sie von dem Vorfall Kenntnis hatte und leitete eine Untersuchung ein, um den Kontext und die Absicht hinter der Geste zu ermitteln. Die Anti-Defamation League (ADL) charakterisiert die Handgeste zwar als Hasssymbol, rät jedoch zur Vorsicht bei der Interpretation der Absicht und verweist auf ihre traditionellen Bedeutungen.
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Evans‘ Dementi und FIFAs Urteil
Nach ihrer Untersuchung stellte die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA keine Verstöße gegen das FIFA-Disziplinarreglement fest, wie der Sky News Korrespondent Rob Harris auf X berichtete. Die FIFA nahm auch Evans‘ Dementi zur Kenntnis, das vom Dachverband veröffentlicht wurde.
Evans selbst veröffentlichte eine Erklärung, in der er seine Handlungen klarstellte. „Ich möchte klarstellen, dass ich keine Handgeste oder kein Symbol absichtlich gemacht habe, um eine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder eine Überzeugung jeglicher Art zu kommunizieren“, erklärte Evans. „Die einzige Erklärung, die ich anbieten kann, ist, dass die Bewegung ein unwillkürliches, unterbewusstes Zucken war und ich mir dessen zum Zeitpunkt nicht bewusst war.“ Er fügte hinzu, dass später während des Spiels aufgenommene Bilder ihn angeblich zeigten, wie er die Bewegung „viele Male wiederholte, während er einen Stift zwischen seinen Fingern hielt“.
„Die Berichterstattung nach diesem Vorfall spiegelt einfach nicht wider, wer ich bin“, fuhr Evans fort. „Natürlich verstehe ich, wie die Geste interpretiert wurde, und ich bedauere dies, möchte aber sehr deutlich und kategorisch sagen, dass ich das angedeutete Handzeichen nicht wissentlich oder absichtlich gemacht habe. Bei der Weltmeisterschaft als Offizieller tätig zu sein, ist die größte Ehre meiner Karriere, und ich freue mich darauf, meine Kollegen für den Rest des Turniers zu unterstützen.“
The Athletic berichtete über die ursprüngliche Anschuldigung und die doppelten Bedeutungen der Geste, wobei die Kontroverse, die den Spieloffiziellen umgab, hervorgehoben wurde. Trotz des anfänglichen Aufruhrs und der scharfen Verurteilung durch Antidiskriminierungsgruppen kam die FIFA-Untersuchung zu dem Schluss, dass Evans‘ Handlungen nicht vorsätzlich oder böswillig waren, wodurch er seine Rolle im Turnier fortsetzen kann.
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