Durchgesickerte Dokumente haben FIFA-Präsident Gianni Infantino erneut ins Rampenlicht gerückt, da sie darauf hindeuten, dass Berater ein detailliertes Drehbuch dafür vorbereiteten, wie er Donald Trump für sich gewinnen sollte, so der Bericht von Politiken. Die Anweisungen sollen schmeichelhafte Formulierungen für Begegnungen mit Trump enthalten haben, darunter den übersetzten Satz: „Ich bewundere Ihre Zielstrebigkeit.“
Die Details deuten auf eine bewusste Anstrengung hin, eine der wichtigsten politischen Beziehungen der FIFA im Vorfeld der Weltmeisterschaft 2026 in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko zu pflegen. Sie kommen auch zu einem heiklen Zeitpunkt für Infantino, dessen Führungsstil und Einfluss auf die internen Strukturen der FIFA erneut Kritik auf sich gezogen haben.
Eine Präsidentschaft unter Druck
Infantino führt die FIFA seit Februar 2016, womit seine Amtszeit die Zehnjahresmarke überschritten hat. In dieser Zeit hat die Organisation ihre kommerziellen Ambitionen und ihre globale Reichweite ausgebaut, doch Kritiker haben wiederholt die Frage aufgeworfen, ob die internen Kontrollen der FIFA stark genug sind, um ihren mächtigsten Funktionär in Schach zu halten.
Die jüngsten Enthüllungen verleihen dieser Kritik zusätzliches Gewicht. Sie zeichnen das Bild eines Präsidenten, der mit beträchtlicher Freiheit in der politischen Arena agiert, wo Fußballverwaltung, Diplomatie und Zugang zur Macht zunehmend ineinandergreifen.
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Die Frage des Friedenspreises
Die Dokumente beleben auch die Prüfung des FIFA-Friedenspreises – Football Unites the World, einer neu geschaffenen Auszeichnung, die die FIFA 2025 einführte und später im selben Jahr erstmals an Trump verlieh. Der Preis erwies sich als umstritten, da er die FIFA, eine Organisation, die oft politische Neutralität betont, näher an eine der polarisierendsten politischen Persönlichkeiten der Welt zu rücken schien.
Die FIFA hat die Auszeichnung als eine Möglichkeit beschrieben, außergewöhnliche Taten für Frieden und Einheit anzuerkennen. Kritiker haben jedoch die Transparenz des Prozesses und die Frage infrage gestellt, ob der Preis vor seiner Bekanntgabe einer ausreichenden internen Debatte unterzogen wurde.
Das Aufsichtsproblem der FIFA
Zusammengenommen haben das durchgesickerte Drehbuch und der Friedenspreis die umfassenderen Bedenken hinsichtlich der Governance unter Infantino verschärft. Die zentrale Frage ist nicht, ob die FIFA mit politischen Führern sprechen sollte – das ist für einen globalen Sportverband, der eine Weltmeisterschaft vorbereitet, unvermeidlich –, sondern wie viel Ermessensspielraum ihr Präsident dabei haben sollte.
Für die FIFA ist das Problem nun größer als ein Drehbuch oder eine Auszeichnung. Es geht darum, ob die Organisation die Unabhängigkeit, Transparenz und internen Kontrollen besitzt, die erforderlich sind, um das Verhalten der Person, die sie führt, zu überprüfen.
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