Ein Durchbruch, der sich über Jahre anbahnte
Jan-Lennard Struff ist seit über einem Jahrzehnt auf der Tennistour unterwegs, doch Wimbledon beschert ihm nun den größten Moment seiner Karriere.
Mit 36 Jahren hat der Deutsche sein erstes Grand-Slam-Viertelfinale erreicht und avanciert damit zu einer der Überraschungen des diesjährigen Turniers. Als Nummer 74 der Welt ist Struff in die Runde der letzten Acht in SW19 eingezogen, nach einem Lauf, der auf Ausdauer, starken Aufschlägen und einem unbeugsamen Willen, sich nicht geschlagen zu geben, basierte.
Laut WELT ist Struff der älteste Spieler in der Open Era, der zum ersten Mal ein Grand-Slam-Viertelfinale erreicht hat.
Es ist ein bemerkenswerter Meilenstein für einen Spieler, der auf der Tour seit Langem respektiert wird, aber zuvor noch nie so weit bei einem der vier größten Turniere des Sports gekommen war.
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Hurkacz-Aus beendet dramatisches Comeback
Struff erreichte das Viertelfinale nach einem dramatischen Achtelfinalmatch gegen Hubert Hurkacz.
Der Pole gewann die ersten beiden Sätze, doch Struff kämpfte sich zurück, bevor Hurkacz im fünften Satz verletzungsbedingt aufgeben musste. Das Match endete mit einer 3:6, 6:7 (5), 7:6 (2), 7:5, 4:2-Führung für Struff.
„Nur das Beste für Hubi“, sagte Struff danach. „Das Ende war hart.“
Der Sieg folgte, nachdem Struff bereits zuvor im Turnier ein Ausrufezeichen gesetzt hatte, indem er Daniil Medwedew in der dritten Runde besiegte. Dieses Ergebnis zeigte, dass es sich nicht nur um eine Glücksgeschichte handelte, auch wenn Hurkacz‘ Verletzung die letzten Momente des Achtelfinalmatches prägte.
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Zverev lobt „Teddybär“ Struff
Struffs Lauf wurde auch von seinen deutschen Kollegen herzlich aufgenommen.
Laut dpa via WELT sagte Alexander Zverev: „Das liebe ich an Struffi. Er kann 37 Mal hintereinander in der ersten Runde verlieren und dann plötzlich ein Grand-Slam-Viertelfinale spielen.“
Zverev beschrieb Struff auch als „Teddybär“ mit „keinem Gramm Bösem in sich“.
Die Zuneigung spiegelt Struffs Ruf auf der Tour wider. Er war lange Zeit Davis-Cup-Spieler für Deutschland und ist als beliebte Figur unter Teamkollegen bekannt, selbst in Saisons, in denen die Ergebnisse nicht seinem Einsatz entsprachen.
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Eine Karriere, die nicht verblassen wollte
Struffs später Aufschwung kommt nicht völlig unerwartet.
Er erreichte 2023 sein erstes Masters-1000-Finale in Madrid und kletterte im selben Jahr auf ein Karrierehoch von Platz 21. 2024 gewann er schließlich seinen ersten ATP-Tour-Titel auf heimischem Boden in München.
Laut der ATP Tour besiegte Struff Taylor Fritz im Münchner Finale mit 7:5, 6:3 und wurde der drittälteste Erstsieger in der Geschichte der ATP Tour.
Dieser Titel war der Beweis, dass seine Beharrlichkeit immer noch etwas Greifbares hervorbringen konnte. Wimbledon hat diese Idee nun noch weiter vorangetrieben.
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Sinner steht im Weg
Die Belohnung für Struff ist zugleich die härtestmögliche Prüfung.
Laut AS besiegte Jannik Sinner Shintaro Mochizuki mit 6:3, 7:6 (0), 6:3 und machte damit das Viertelfinale gegen Struff perfekt.
Der Italiener ist die Nummer 1 der Welt und der amtierende Wimbledon-Champion, und er hat alle drei bisherigen Begegnungen mit Struff gewonnen. Sinner warnte dennoch, dass das aggressive Spiel des Deutschen ihn gefährlich machen kann, und sagte, er habe „viel Respekt“ vor ihm.
Für Struff ist die Herausforderung enorm. Doch nachdem er so lange auf ein Grand-Slam-Viertelfinale gewartet hat, hat er bereits gezeigt, dass Timing im Tennis nicht immer alles ist.
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Manchmal kommt der Durchbruch einfach spät.



