JD Vance

Vance hielt Europa eine Moralpredigt, dann sollte Marine Two offenbar zum Golfunterricht starten

JD Vance warf Europas Regierungen in München vor, ihre eigenen demokratischen Werte nicht ernst genug zu nehmen. Nun sorgt ein Bericht für Aufsehen, wonach der US-Vizepräsident einen Militärhubschrauber nutzen wollte,…

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JD Vance trat bei der Münchner Sicherheitskonferenz als unbequemer Kritiker Europas auf. Der amerikanische Vizepräsident forderte die Regierungen des Kontinents auf, höhere Standards anzulegen und stärker auf die eigenen Bürger zu hören.

Etwa anderthalb Jahre später wird nun sein eigenes Verhältnis zu staatlichen Privilegien diskutiert. Vance wollte sich und einen seiner Söhne einem Bericht zufolge mit Marine Two zu einer Golfstunde auf der Joint Base Andrews fliegen lassen.

Der Flug fand wegen schwerer Gewitter nicht statt. Die Planung reichte jedoch aus, um Unmut innerhalb seines Personenschutzes auszulösen und später eine mögliche strafrechtliche Untersuchung wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen nach sich zu ziehen.

Von der Münchner Standpauke zur Washingtoner Privilegienfrage

Bei seiner Rede in München im Februar 2025 erklärte Vance, die größte Gefahr für Europa gehe nicht von Russland oder China aus. Sie liege vielmehr im Rückzug des Kontinents von einigen seiner grundlegendsten Werte.

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Wie das Weiße Haus in der offiziellen Aufzeichnung seiner Rede dokumentierte, forderte er die europäischen Staaten auf, demokratische Prinzipien nicht nur zu beschwören, sondern tatsächlich zu leben. Deutsche und europäische Politiker reagierten zum Teil mit deutlicher Kritik.

Aus deutscher Sicht verleiht genau diese Vorgeschichte der Golfgeschichte ihre politische Sprengkraft. Wer Verbündeten öffentlich Verantwortung, Disziplin und Bürgernähe abverlangt, muss sich besonders kritische Fragen gefallen lassen, wenn militärische Infrastruktur für einen privaten Termin vorgesehen wird.

Es gibt keinen Beleg dafür, dass Vance durch die Planung gegen ein Gesetz verstoßen hat. Die Frage betrifft weniger die formale Erlaubnis als die politische Wirkung eines solchen Privilegs.

Ein Militärhubschrauber für eine Golfstunde

Laut Josh Marcus in The Independent sollte Vance gemeinsam mit seinem Sohn vom Naval Observatory zur Joint Base Andrews in Maryland fliegen. Auf dem Militärgelände befinden sich Golfanlagen, auf denen Unterricht angeboten wird.

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Marine Two ist keine bestimmte Maschine, sondern das Rufzeichen eines Hubschraubers, sobald der US-Vizepräsident an Bord ist. Berichten zufolge wurden für den Betrieb vergleichbarer Maschinen auf Grundlage älterer Pentagon-Zahlen Kosten von bis zu 24.600 US-Dollar pro Flugstunde angesetzt.

Der Betrag wurde nicht tatsächlich für den geplanten Ausflug ausgegeben, da der Flug wetterbedingt abgesagt wurde. Auch ist öffentlich nicht geklärt, ob alle notwendigen Stellen die Reise bereits endgültig genehmigt hatten.

Vances Umfeld argumentierte, ein Hubschrauberflug könne Straßenblockaden und eine aufwendige Fahrzeugkolonne vermeiden. Kritiker halten dagegen, dass Kinder früherer Vizepräsidenten zu lokalen Freizeitaktivitäten gewöhnlich in geschützten Fahrzeugen gebracht wurden.

Vance hatte selbst vor Anspruchsdenken gewarnt

Besonders unangenehm ist für Vance der Zeitpunkt der Enthüllung. Kurz zuvor hatte er in einem Podcast offen darüber gesprochen, wie schnell sich ein Spitzenpolitiker an außergewöhnliche Privilegien gewöhnen könne.

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In dem Gespräch mit Mike Rowe erklärte Vance, dass Mitarbeiter für ihn einkauften, Mahlzeiten organisierten und ihm sowie seinen Kindern Sicherheitskontrollen am Flughafen ersparten. Wenn er diese Behandlung als selbstverständlich akzeptiere, könne er zu einem „privilegienverwöhnten Arschloch“ werden.

Die Aussage war als selbstkritische Warnung gemeint. Durch den Bericht über die Golfstunde wurde sie jedoch zu einer Formulierung, an der Vance nun selbst gemessen wird.

Der Widerspruch ist politisch wirkungsvoller als die sportliche Aktivität selbst. Kaum jemand kritisiert einen Vater dafür, seinem Sohn Golfunterricht zu ermöglichen, doch die Wahl des möglichen Transportmittels verändert die Geschichte vollständig.

Der Informant könnte härter bestraft werden als der Verantwortliche der Planung

Die Debatte nahm eine neue Richtung, als der Secret Service eine Untersuchung gegen ein Mitglied von Vances Schutzteam bestätigte. Die Behörde prüft, ob operative und sicherheitsrelevante Informationen unrechtmäßig an Medien weitergegeben wurden.

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Wie die Associated Press berichtete, handelt es sich sowohl um eine interne Untersuchung als auch um ein mögliches Strafverfahren. Die betroffene Person wurde nicht öffentlich identifiziert.

Der Secret Service betonte zu Recht, dass veröffentlichte Reiseinformationen die Sicherheit eines Vizepräsidenten und seiner Kinder gefährden können. Die Details betreffen nicht nur politisch peinliche Wünsche, sondern auch Bewegungsmuster, Transportwege und Schutzkonzepte.

Dadurch entsteht eine weitere Kontroverse. Derjenige, der die mutmaßliche Planung öffentlich machte, könnte am Ende härtere Konsequenzen erleben als jene, die sie ursprünglich veranlassten.

Eine amerikanische Geschichte mit europäischer Wirkung

Für Deutschland ist die Angelegenheit mehr als eine bizarre Meldung über Golf. Vance hat sich bewusst als ideologischer Gegenspieler europäischer Eliten positioniert und Deutschland zu einem zentralen Schauplatz dieser Auseinandersetzung gemacht.

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Seine Münchner Rede verlangte politische Selbstkritik von den Europäern. Die Marine-Two-Geschichte fordert nun dieselbe Selbstkritik von ihm.

Der Hubschrauber startete nie, und der Sohn des Vizepräsidenten erhielt auf diesem Weg keine Golfstunde. Politisch ist die Reise trotzdem weit gekommen.

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