Die englische Premier League steht vor dem Start ihrer Saison 2026/27 mit einer beispiellosen Anzahl von neun Vereinen, die neue permanente Trainer ernennen – die höchste Zahl, die es je am Eröffnungswochenende der höchsten Spielklasse gab. Dieser bedeutende Umbruch übertrifft den bisherigen Rekord von acht neuen Trainern zu Beginn der Saison 2016/17, zu der bekanntermaßen die Ankünfte von Pep Guardiola bei Manchester City und Antonio Conte beim FC Chelsea gehörten.
Die kommende Saison läutet eine neue Ära ein, da es die erste seit 1985/86 sein wird, in der keiner der fünf Trainer-Titanen – Sir Alex Ferguson, Arsène Wenger, José Mourinho, Jürgen Klopp oder Pep Guardiola – auf der Trainerbank sitzen wird. Diese fünf legendären Persönlichkeiten haben zusammen 26 der 34 Premier League-Titel gewonnen, was die Tragweite ihrer kollektiven Abwesenheit unterstreicht.
Eine neue Landschaft für Top-Klubs
Zu den Vereinen, die eine neue Führung begrüßen, gehören mehrere traditionelle Schwergewichte und ambitionierte Teams:
- FC Liverpool, der Andoni Iraola nach der Entlassung von Arne Slot verpflichtete.
- Manchester City, das Enzo Maresca nach dem Rücktritt von Pep Guardiola holte.
- FC Chelsea, der sich für Xabi Alonso entschied, nachdem Liam Roseniors kurze Amtszeit endete.
- AFC Bournemouth, das Marco Rose ernannte, nachdem Andoni Iraolas Vertrag ausgelaufen war.
- Nottingham Forest, wo Oliver Glasner nach der Entlassung von Vitor Pereira das Ruder übernimmt.
- Crystal Palace, das sich nach Glasners Abgang an Pierre Sage wandte.
- FC Fulham, das Alvaro Arbeloa ernannte, als Marco Silvas Vertrag endete.
- Ipswich Town, wo Gary O’Neil die Nachfolge von Kieran McKenna antritt.
- Newcastle United, das voraussichtlich Matthias Jaissle ernennen wird, nachdem Eddie Howe zurückgetreten ist.
Der seismische Wandel an der Spitze so vieler Vereine deutet auf eine potenziell unvorhersehbare Saison hin. Frühe Spielpaarungen werden diese neuen Ernennungen sofort auf die Probe stellen, mit drei Eröffnungswochenend-Duellen, in denen Teams unter neuen Trainern antreten: Fulham gegen Chelsea, Manchester City gegen Bournemouth und Liverpool reist nach Newcastle. Liverpool steht vor einem besonders herausfordernden Start, da alle ihre ersten sechs Premier League-Spiele gegen Teams unter neuen permanenten Trainern stattfinden.
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Das Trainerkarussell dreht sich weiter
Die hohe Fluktuationsrate unterstreicht die anspruchsvolle Natur der Premier League. Allein in der Saison 2025/26 gab es 11 Trainerwechsel, wobei Nottingham Forest drei Trainer beschäftigte, Tottenham zweimal den Cheftrainer wechselte und Chelsea ebenfalls die Richtung änderte. Die durchschnittliche Amtszeit eines Trainers in der höchsten Spielklasse liegt derzeit bei etwa 20 Monaten.
In diesem volatilen Umfeld ist Mikel Arteta vom FC Arsenal, der im Dezember 2019 ernannt wurde, nun der dienstälteste Trainer der Liga, obwohl er weniger als sieben Jahre im Amt ist. In den fünf großen europäischen Ligen kann nur Diego Simeone von Atlético Madrid, der die spanische Mannschaft seit Dezember 2011 anführt, eine längere Amtszeit bei seinem aktuellen Verein vorweisen. Unai Emery von Aston Villa und Daniel Farke von Leeds United gehören zu den wenigen, die seit mehr als drei Saisons bei ihren Vereinen sind.
Während der „Trainereffekt“ eine gängige Theorie ist, deutet eine Untersuchung aus Soccernomics von Simon Kuper und Stefan Szymanski darauf hin, dass die Qualität der Spieler und die Ausgaben stärkere Prädiktoren für Ergebnisse sind als Trainerwechsel allein. Die Sportberatungsfirma Twenty First Group merkt zudem an, dass Trainer oft aufgrund des Umfelds, das sie vorfinden, erfolgreich sind oder scheitern. Die Saison 2026/27 wird reichlich Gelegenheit bieten, diese Theorien zu testen, da eine neue Riege von Führungskräften einen sofortigen Einfluss anstrebt.
Nur sechs Trainer haben seit der Gründung der Premier League im Jahr 1992 den Titel in ihrer ersten Saison bei ihrem Verein gewonnen:
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- José Mourinho (FC Chelsea, 2004/05)
- Carlo Ancelotti (FC Chelsea, 2009/10)
- Manuel Pellegrini (Manchester City, 2013/14)
- Claudio Ranieri (Leicester City, 2015/16)
- Antonio Conte (FC Chelsea, 2016/17)
- Arne Slot (FC Liverpool, 2024/25)
Mikel Arteta, der Arsenal in der letzten Saison zur Meisterschaft führte, hat nun die Chance, den wenigen Trainern nachzueifern, die einen Premier League-Titel erfolgreich verteidigt haben.
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