Trine Vingegaard weiß nicht, wann ihr Mann wieder Rennen bestreiten wird. Sie ist sich nicht einmal sicher, ob er 2026 überhaupt noch einmal ins Renngeschehen zurückkehren sollte.
Im Gespräch mit Feltet in Glyngøre während der Dänemark-Rundfahrt erklärte sie, dass die Familie weiterhin keine Antworten darauf habe, wie schnell sich der Däne von seinem Schlüsselbeinbruch erholen wird, der seine Tour de France auf der 15. Etappe vorzeitig beendet hatte.
„Ich weiß aber auch nicht, welche Rennen für ihn jetzt naheliegend wären. Und ich habe keine Ahnung, wie schnell er sich von dieser Schlüsselbeinverletzung erholen wird.“
„Wenn er zu mir käme und sagen würde, dass er nicht mehr weitermachen möchte, könnte ich das ebenfalls verstehen.“
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Vingegaard war gestürzt, als er in der Gesamtwertung hinter Tadej Pogačar auf dem zweiten Platz lag. Anschließend kehrte er nach Dänemark zurück, wo er erfolgreich operiert wurde. Einen Termin für sein Comeback hat er bislang nicht festgelegt.
„Große Trauer und enormer Stolz“
Trine verfolgte die Etappe gemeinsam mit der gemeinsamen Tochter Frida zu Hause und schaltete den Sender um, als die Bilder des Sturzes erneut gezeigt wurden.
„Ich habe umgeschaltet, damit Frida das nicht sehen musste. Sie filmen ziemlich lange weiter, ohne dass man wirklich weiß, was passiert ist. Also habe ich den Sender gewechselt und angefangen, mit ihr zu sprechen“, sagte sie gegenüber Feltet.
Die Saison fasste sie in einem einzigen Satz zusammen.
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„Es ist einerseits mit großer Trauer verbunden, weil er aussteigen musste, gleichzeitig aber auch mit enormem Stolz, weil er den Giro gewonnen hat.“
Jonas Vingegaard hatte zuvor das beste Frühjahr seiner bisherigen Karriere erlebt. Er gewann Paris–Nizza, die Volta a Catalunya und anschließend im Mai den Giro d’Italia. Damit ergänzte er sein ohnehin schon beeindruckendes Palmarès, das vor allem von seinen beiden Gesamtsiegen bei der Tour de France geprägt ist, um die Maglia Rosa.
„Eine völlig veraltete Branche“
In einem anderen Interview mit Viaplay ging es weniger um den Rennkalender ihres Mannes als vielmehr um den Radsport als Ganzes.
„Ich glaube, dass es sich um eine völlig veraltete Branche handelt“, sagte sie gegenüber Viaplay.
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„Man muss den einzelnen Menschen betrachten und sich fragen, wie sich Technologien aus anderen Branchen sinnvoll einsetzen lassen.“
Als konkretes Beispiel nannte sie Höhenkammern.
„Man kann eine Höhenkammer nutzen, sie auf 3.000 Meter einstellen und zu Hause bleiben. Dadurch vermeidet man Reisen und den damit verbundenen Stress.“
Ihre Erklärung dafür, warum solche Möglichkeiten noch nicht stärker genutzt werden, fiel deutlich aus.
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„Wenn man weiterhin ehemalige Profis einstellt, verändert sich nichts. Die Dinge werden immer wieder auf dieselbe Art gemacht, weil man sie eben schon immer so gemacht hat.“
Trine äußerte sich außerdem erneut zu einem Interview aus dem Jahr 2025, das damals als Kritik an der Taktik von Visma rund um Wout van Aert sowie an den zahlreichen Reisen ihres Mannes verstanden worden war.
„Ich glaube, die Leute haben dieses Interview missverstanden. Im Kern ging es darum, dass Jonas introvertiert ist und jeden einzelnen Tag hasst, den er mit Reisen verbringen muss.“
Ihre Haltung zum Rennkalender ihres Mannes ist eindeutig – unabhängig davon, wann er wieder zurückkehrt.
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„Solange er glücklich ist, ist es mir völlig egal, welche Rennen er fährt. Es sind seine Träume. Ich werde ihn voll und ganz unterstützen.“
Die WM in Montreal als einzig verbliebenes Ziel
Das einzige Rennen, das für Vingegaard im Jahr 2026 derzeit noch im Kalender steht, ist das Straßenrennen der Weltmeisterschaft in Montreal am 27. September, berichtet Cycling Up To Date.
Sein dänischer Landsmann Mads Pedersen richtete im Podcast „Lang Distance“ eine öffentliche Botschaft an Vingegaard und sprach dabei aus eigener Erfahrung über den möglichen Zeitplan.
„Ich hoffe, dass sein Schlüsselbein bis dahin ausreichend verheilt ist. Und hier spreche ich aus Erfahrung, Jonas: Dein Schlüsselbein wird verheilt sein, wenn wir die Weltmeisterschaft fahren.“
Bei operativ behandelten Schlüsselbeinbrüchen, die mit einer Platte stabilisiert werden, müssen Radprofis in der Regel sechs bis acht Wochen pausieren. Damit bleibt Vingegaard nur ein relativ knappes Zeitfenster zwischen seiner Genesung und dem Straßenrennen der Männer bei der Weltmeisterschaft in Montreal am 27. September.



