Joanna Wietrzyk

HYROX-Athlet wütend nach bizarrer Disqualifikation – Debatte über mögliche Doppelmoral

Ein HYROX-Teilnehmer stellt die Regeln des Veranstalters infrage, nachdem er wegen eines verspäteten Starts nach einem Toilettengang disqualifiziert wurde – während eine andere Athletin trotz eines deutlich schwerwiegenderen Hygienevorfalls ein…

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Der malaysische Athlet Zarif Zakaria hat HYROX nach einer ungewöhnlichen Reihe von Ereignissen kritisiert, die neue Fragen darüber aufwerfen, wie die Regeln des schnell wachsenden Fitness-Wettbewerbs durchgesetzt werden.

Zakaria trat am 13. August bei HYROX Bangkok in der Kategorie Men’s Open an und beendete das Rennen in 1:27:48 Stunden. Sein Ergebnis wurde später jedoch als Disqualifikation gewertet, nachdem er seinen vorgesehenen Startzeitpunkt verpasst hatte.

Der Grund für seine Verspätung war Zakaria zufolge bemerkenswert banal: Kurz vor dem Start musste er noch einmal auf die Toilette.

Allein hätte der Fall vermutlich nur wenig Aufmerksamkeit erhalten. Das änderte sich nach der Kontroverse um die australische HYROX-Athletin Joanna Wietrzyk bei einem Wettkampf in Peking.

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Athlet stellt HYROX-Entscheidung infrage

Wietrzyk erlitt während des Rennens in Peking eine Stuhlinkontinenz, durfte den Wettkampf aber fortsetzen, obwohl Bedenken bestanden, dass gemeinsam genutzte Geräte und Teile der Strecke verunreinigt worden sein könnten.

Die 24-Jährige beendete das Rennen und gewann ihre Kategorie, was Kritik am Umgang von HYROX mit dem Vorfall auslöste. Die Organisatoren räumten später ein, dass die Offiziellen hätten eingreifen müssen. Laut ABC News

Vor diesem Hintergrund machte Zakaria erneut auf sein eigenes Erlebnis in Bangkok aufmerksam.

„Ich wurde nur disqualifiziert, weil ich vor dem Rennen auf die Toilette gegangen bin. Wie kann es sein, dass Leute mit Durchfall weiterlaufen dürfen und nicht disqualifiziert werden?“, schrieb er in den sozialen Medien, wie UNILAD berichtete.

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Dabei gibt es in Zakarias Fall eine wichtige Unterscheidung. Technisch gesehen wurde er nicht allein für den Toilettengang disqualifiziert. Zakaria stellte später klar, dass der offizielle Grund sein verspäteter Start gewesen sei, der nach seinen Angaben durch den Toilettenbesuch verursacht wurde.

Die HYROX-Regeln schreiben vor, dass Teilnehmer mit ihrer zugewiesenen Startgruppe beginnen müssen. Ein nicht genehmigter Start zu einem anderen Zeitpunkt kann zu einer Disqualifikation führen. LADbible beschrieb die Regel sowie Zakarias Erklärung.

Diese Unterscheidung hat die Debatte jedoch kaum gebremst, da seine Strafe nun direkt mit dem Vorfall in Peking verglichen wird.

HYROX räumt Fehler in Peking ein

Die Kontroverse in Peking zwang HYROX bereits zu einer öffentlichen Reaktion.

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Mitgründer Moritz Fürste räumte ein, dass die Offiziellen hätten eingreifen müssen, als Wietrzyks Zustand offensichtlich wurde.

„HYROX hat einen Fehler gemacht, indem es während des Rennens nicht sofort reagiert hat“, sagte Fürste in seiner Erklärung, zitiert von ABC News.

Die Organisation änderte anschließend ihre Abläufe. Renndirektoren können Athleten nun aus dem Wettkampf nehmen, wenn Blut, Erbrochenes, Urin oder Fäkalien ein Gesundheits- oder Kontaminationsrisiko für den Athleten selbst oder andere Teilnehmer darstellen.

Die Entfernung wird als DNF gewertet, anstatt den betroffenen Athleten unverändert weiter antreten zu lassen.

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Zwei Vorfälle sorgen für einen unangenehmen Vergleich

Zakarias Fall ereignete sich etwa einen Monat vor der Kontroverse in Peking und betraf eine völlig andere Regel. Dennoch hat die zeitliche Nähe einen unangenehmen Vergleich für HYROX geschaffen.

In Bangkok wurde ein Athlet, der nach eigenen Angaben kurz zur Toilette gegangen war, letztlich disqualifiziert, weil er seinen vorgesehenen Start verpasste. In Peking durfte eine Athletin trotz eines offensichtlichen medizinischen und hygienischen Problems weiter über gemeinsam genutzte Trainingsstationen antreten und am Ende sogar gewinnen.

Die Umstände sind nicht identisch. Genau dieser Kontrast hat jedoch dafür gesorgt, dass Zakarias Geschichte nach dem Vorfall in Peking erneut große Aufmerksamkeit erhält.

Für HYROX, das acht Kilometer Laufen mit acht funktionellen Workout-Stationen kombiniert und weltweit stark gewachsen ist, geht es inzwischen um mehr als nur ein ungewöhnliches Rennen.

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Der Fall wirft die grundsätzliche Frage auf, ob Regeln zur Organisation des Wettbewerbs ebenso konsequent angewendet werden wie Vorschriften, die dem Schutz der Athleten und grundlegenden Hygienestandards dienen sollen.

HYROX hat bereits eingeräumt, dass der Umgang mit dem Rennen in Peking nicht ausreichend war. Zakarias wieder aufgegriffene Disqualifikation sorgt nun dafür, dass die Durchsetzung der Regeln bei künftigen Veranstaltungen noch genauer beobachtet werden dürfte.

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