Real Madrid hat den Streit über Schiedsrichterentscheidungen im Stadtderby zu einer offenen Auseinandersetzung mit LaLiga-Präsident Javier Tebas gemacht. In einer offiziellen Erklärung vom Dienstag schreibt der Klub, der spanische Profifußball brauche dringend eine Führungsperson, die den Wettbewerb neutral leite. Tebas missbrauche nach Ansicht Madrids sein Amt für öffentliche Angriffe auf den Verein und schade dem Ansehen der Liga. Ein förmliches Verfahren zu seiner Absetzung nennt die Erklärung nicht.
Die Niederlage im Derby als Auslöser
Atlético Madrid gewann das Derby am Sonntag mit 2:1, wie die Spielberichterstattung der LaLiga bestätigt. Real Madrid kritisierte zwei Szenen mit Cristian Romero und Lee Kang-in: Beide Atlético-Spieler hätten nach Auffassung des Klubs für Fouls an Jude Bellingham beziehungsweise Federico Valverde vom Platz gestellt werden müssen. Madrids Dean Huijsen sah in der zweiten Halbzeit nach Videoprüfung Rot. Im eigenen Spielbericht sprach Real Madrid von einer miserablen Schiedsrichterleistung. Das ist die Bewertung des Vereins, kein Beleg für eine gezielte Benachteiligung.
Tebas wies den weitergehenden Vorwurf zurück, Schiedsrichter würden gegen Madrid handeln. Nach Angaben des spanischen öffentlich-rechtlichen Senders RTVE erklärte er, wer dies behaupte, lebe „in einer anderen Galaxie“. Ein Schiedsrichterfehler beweise keine Verschwörung, argumentierte er. Zugleich deutete er an, die Vorwürfe lenkten von sportlichen Problemen ab.
Der Streit dreht sich nun um Neutralität
Darauf reagierte Real Madrid mit einer ungewöhnlich scharfen Erklärung. Tebas habe sich bei seiner Antwort auf einen journalistischen Artikel sogar zur sportlichen Strategie des Klubs geäußert. Für jemanden, der die Interessen aller Vereine vertreten müsse, sei das unangemessen. Der Ligapräsident solle Vertrauen in die Unparteilichkeit des Wettbewerbs schaffen, statt den Klub öffentlich herabzusetzen.
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Tebas antwortete noch am selben Tag. Wie AS über seine Reaktion berichtete, stimmte er zu, dass der LaLiga-Präsident nicht Eigentümer des Wettbewerbs sei, fügte aber hinzu, dies gelte ebenso für den Präsidenten von Real Madrid. Aus dem Streit über einzelne Pfiffe ist damit eine öffentliche Auseinandersetzung über die Führung der Liga und den Umgang mit Schiedsrichtern geworden.
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