Der Stürmer des FC Bayern München äußerte sich nach der Niederlage zum Urteil und räumte ein, dass unter den Spielern die Nachricht zur Sprache gekommen sei, wonach eine Kommission der Premier League City in allen bis auf einen der 115 finanziellen Anklagepunkte schuldig gesprochen hat.
„Es gab eine Diskussion, aber wenn wir bei England sind, ist das für uns immer ein großer Vorteil gewesen, wir schieben den Vereinsfußball ein Stück weit beiseite, und diese Woche war es nicht anders“, sagte Harry Kane vor Journalisten.
Drei City-Spieler standen für England in der Startelf: Verteidiger Marc Guehi, Außenverteidiger Nico O’Reilly und Mittelfeldspieler Elliot Anderson. Auch der frühere City-Torhüter James Trafford gehörte zum Aufgebot. Fehler von Guehi und O’Reilly halfen Spanien beim Comeback aus einem 1:2-Rückstand, doch Kane wies jeden Verdacht zurück, dass die City-Nachricht die Leistung beeinflusst habe.
Tuchel schlägt in dieselbe Kerbe
Nationaltrainer Thomas Tuchel räumte ein, dass das Thema unter den Spielern die Runde machen würde, ohne zuzugeben, dass es die Leistung beeinflusst habe.
Lesen Sie auch: „Wenn ihr mich anlügt, gehe ich“: Guardiolas City-Warnung bekommt neues Gewicht
„Die Spieler haben mehr Zeit als ich, deshalb kann ich mir sicher vorstellen, dass sie darüber sprechen, aber es ist gut, dass sie es tun, und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie abgelenkt waren“, sagte Tuchel.
Auf die Frage, ob ihn das Urteil persönlich beschäftige, ergänzte der Deutsche: „Mich nicht, aber ich kann es mir vielleicht für die Manchester-City-Spieler vorstellen. Dazu werde ich mich nicht äußern.“
Das Urteil hinter dem Gespräch
Die Anklage gegen City ist die umfangreichste in der Geschichte der Premier League. Britische Medien meldeten das Ergebnis am Tag vor dem Länderspiel Englands gegen Spanien, und die Liga bestätigte anschließend, dass eine unabhängige Kommission den Klub in 114 der 115 Anklagepunkte schuldig gesprochen hatte: 80 mutmaßliche Verstöße gegen die Finanzregeln zwischen 2009 und 2018 sowie 35 Fälle mangelnder Kooperation bei den Ermittlungen.
Der Klub erklärte, man sei „enttäuscht und überrascht“ und werde eine Berufung „unerbittlich“ verfolgen. Ein Strafmaß steht noch nicht fest. Die möglichen Konsequenzen reichen von Punktabzügen und Geldstrafen über den Entzug von Titeln bis, im Extremfall, zum Zwangsabstieg. City hat bis Freitag Zeit, Berufung einzulegen.
Lesen Sie auch: Harry Kanes Bayern-Zukunft bekommt plötzlich eine Tottenham-Hintertür
Spanien bestraft den verschossenen Elfmeter
Auch Kanes eigener Beitrag in Wembley beeinflusste das Spiel. Lamine Yamal brachte Spanien binnen zwei Minuten mit 1:0 in Führung, ehe Anthony Gordon und ein Eigentor von Marc Cucurella nach einem Kopfball von Kane England bis zur Pause mit 2:1 in Führung brachten, wie aus dem Spielbericht von Sky Sports hervorgeht.
Kane hätte in der 54. Minute nach einem Foul von Rodri an Jude Bellingham vom Punkt auf 3:1 erhöhen können, rutschte beim Abschluss jedoch weg und setzte den Ball an die Latte. Alex Baena glich sechs Minuten später aus, und Mikel Oyarzabal drehte die Partie in der 74. Minute und verlängerte damit Spaniens Serie ohne Niederlage auf 39 Pflichtspiele.
„Bei der WM haben wir ein gutes Niveau erreicht, aber nicht 90 volle Minuten am Stück gespielt. Heute war es ähnlich. Wir haben Spanien Paroli geboten. An einem anderen Tag hätten wir gewonnen“, sagte Kane anschließend.
Lesen Sie auch: „Ich bin nicht zuversichtlich“: Red-Bull-Chef fällt beunruhigendes Urteil über Verstappens Auto



