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Trump rückt Amerikas mächtigste Sportbosse ins Rampenlicht des Weißen Hauses

Trump macht den Sport zur politischen Bühne

Donald Trump bereitet sich darauf vor, das Weiße Haus als Kulisse für eines der ungewöhnlichsten Sporttreffen der jüngeren US-Geschichte zu nutzen. In der kommenden Woche will der Präsident neue Details zu den America-250-Feierlichkeiten vorstellen, während die mächtigsten Funktionäre des amerikanischen Profisports im Oval Office Platz nehmen sollen.

Nach Angaben von The Athletic werden zu dem Treffen die Commissioner der NFL, NBA, NHL, MLB und MLS erwartet. Fünf mit den Planungen vertraute Personen sagten dem Medium, dass NFL-Commissioner Roger Goodell, NBA-Commissioner Adam Silver, NHL-Commissioner Gary Bettman, MLB-Commissioner Rob Manfred und MLS-Commissioner Don Garber derzeit als Teilnehmer vorgesehen sind.

Auch UFC-Geschäftsführer Dana White soll anwesend sein, berichtete The Athletic unter Berufung auf dieselben Quellen. Diese sprachen anonym, da sie nicht befugt waren, öffentlich über das Treffen zu sprechen.

Das Weiße Haus, die Ligen und die UFC lehnten eine Stellungnahme gegenüber The Athletic ab.

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America 250 als Trumps große Inszenierung

Trump hatte im Dezember angekündigt, dass das Weiße Haus im Rahmen der Feierlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der Vereinigten Staaten die sogenannten „Patriot Games“ ausrichten werde. Dabei handelt es sich um einen viertägigen nationalen Sportwettkampf für Highschool-Athleten.

In einem Video der Initiative Freedom 250 erklärte Trump, dass jeweils ein junger Mann und eine junge Frau aus jedem Bundesstaat und Territorium teilnehmen sollen, wie The Athletic berichtete.

Das Jubiläum erinnert an die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776. Trump hat deutlich gemacht, dass er diesen historischen Moment nutzen will, um Patriotismus, Jugendsport und präsidiale Symbolik miteinander zu verbinden.

Zudem bestätigte er Pläne für eine UFC-Veranstaltung am 14. Juni auf dem South Lawn des Weißen Hauses. Dana White sagte laut The Athletic, dass offizielle Wiegezeremonien am Lincoln Memorial stattfinden sollen und die Kämpfer anschließend vom Oval Office zum Octagon gehen würden.

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Die Weltmeisterschaft erhöht die internationale Aufmerksamkeit

Die America-250-Feierlichkeiten fallen in dasselbe Jahr wie die Männer-Fußball-Weltmeisterschaft, die im Juni und Juli in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko ausgetragen wird. Eine Taskforce des Weißen Hauses schlug vor, große „Freedom“-Trailer mit US-Flaggen bei offiziellen Fan-Festivals in amerikanischen Gastgeberstädten aufzustellen, berichtete The Athletic.

Auch die NFL hat sich bereits positioniert. Die Liga kündigte im November an, dass Spiele mit speziellen Gedenk-Footballbällen, America-250-Markierungen an den Playoff-Seitenlinien und eigens gestalteten Münzen für den Coin Toss versehen werden sollen, so The Athletic.

Die zeitliche Überschneidung eines globalen Großereignisses mit einem historischen Nationaljubiläum rückt Trump in den Mittelpunkt einer seltenen Verbindung aus Sport, Nationalismus und internationaler Aufmerksamkeit.

Eine Präsidentschaft, geprägt vom Sport

Seit seiner Rückkehr ins Amt im Januar 2025 zeigt sich Trump regelmäßig bei großen Sportereignissen, darunter der Super Bowl, die U.S. Open und das College-Football-Playoff-Finale, berichtete The Athletic.

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Doch nicht alle sportbezogenen Auftritte im Weißen Haus blieben unpolitisch. Bei einem Termin im Oval Office im Juni standen FIFA-Präsident Gianni Infantino und Spieler von Juventus Turin daneben, während Trump über die Teilnahme von Transgender-Athletinnen im Frauensport, mögliche Militäreinsätze und außenpolitische Fragen sprach, so The Athletic.

Später schlug Trump vor, WM-Spiele aus US-Städten zu verlegen, die er für unsicher hält, und brachte sogar militärische „Schläge“ gegen Mexiko im Jahr 2026 ins Spiel. Diese Aussagen machte er laut The Athletic vor FIFA-Vertretern und internationaler Presse.

Wenn Trump direkt ins Spiel eingreift

Trumps Einfluss beschränkt sich nicht nur auf Symbolik. Er hat sich wiederholt zur Führung des Sports geäußert, insbesondere zur Debatte um Pete Roses Aufnahme in die Baseball Hall of Fame, wie The Athletic berichtete.

Pete Rose wurde im April von der Liste der dauerhaft Gesperrten der MLB gestrichen, Monate nach seinem Tod im Jahr 2024, wodurch er wieder für die Hall of Fame wählbar wurde. MLB-Commissioner Rob Manfred sagte im Mai, dass Trump einer von mehreren Befürwortern dieser Entscheidung gewesen sei, berichtete The Athletic.

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Manfred betonte, dass die Meinung des Präsidenten gemeinsam mit anderen Stimmen berücksichtigt worden sei. Der Fall verdeutlicht, wie stark sich Sportführung und politische Macht in Trumps zweiter Amtszeit überschneiden.

Mit dem bevorstehenden America-250-Jubiläum und einer Weltmeisterschaft auf amerikanischem Boden scheint Trump entschlossen, den Sport nicht nur als Unterhaltung zu nutzen, sondern als festen Bestandteil seiner Präsidentschaft zu verankern.

Quelle: The Athletic

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