Lamine Yamals historischer Hattrick beflügelt Barcelona
Barcelonas 4:1-Sieg gegen Villarreal am Samstag brachte mehr als nur drei Punkte: Er festigte das Momentum der Katalanen im oberen Tabellendrittel der La Liga und markierte einen weiteren Meilenstein im außergewöhnlichen Aufstieg von Lamine Yamal.
Mit 18 Jahren und 230 Tagen wurde Yamal zum jüngsten Spieler des FC Barcelona, der in der Liga einen Hattrick erzielte. Nur José Iragorri (1930) und Pablo Pombo (1934) waren jünger, als sie in einem La-Liga-Spiel dreimal trafen. Für einen Klub, dessen Geschichte Namen wie Lionel Messi, Diego Maradona und Ronaldinho umfasst, ist das eine bemerkenswerte Gesellschaft.
Barcelona ging in ein Wochenende, an dem es ein enges Rennen an der Tabellenspitze gab, und der Sieg sorgte dafür, dass man im Titelkampf Schritt hielt. Villarreal, das den Abend auf einem Top-Drei-Platz begonnen hatte, drohte die Partie unangenehm zu gestalten, ehe Yamal entscheidend eingriff.
Absprache zur Halbzeit
Beim Stand von 2:0 zur Pause traf Cheftrainer Hansi Flick eine scherzhafte Vereinbarung mit seinem jungen Flügelspieler. Laut dem Spielbericht des Guardian sagte Flick ihm, dass er ihn auswechseln werde, falls ein drittes Tor falle. Yamal entgegnete, dass er den Wechsel akzeptiere, wenn er selbst dieses Tor erzielen würde.
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Mitte der zweiten Halbzeit kam es genau so. Nachdem er seinen Hattrick komplettiert hatte, verließ Yamal unter stehenden Ovationen der 44.256 Zuschauer das Feld.
Die drei Tore zeigten unterschiedliche Facetten seines Spiels. Das erste schob er nach einem Haken nach innen flach ins lange Eck. Das zweite, herausgespielt auf engem Raum nahe der Grundlinie, erforderte Balance und schnelle Anpassung unter Druck. Das dritte fiel nach einem getarnten Steilpass von Pedri, der die Abwehr spaltete – ein Hinweis auf Barcelonas wachsende Kontrolle im Mittelfeld, während Villarreal nach vorne drängte.
„Es geht darum, ruhig zu bleiben: Wenn ich im Strafraum den Ball habe, entscheide ich, was passiert“, sagte Yamal nach dem Spiel.
Wachsende Bedeutung
Es war bereits sein 163. Einsatz im Profibereich für Klub und Nationalmannschaft – eine bemerkenswerte Belastung für einen Spieler im Teenageralter. Über seine Tore hinaus zählt er weiterhin zu den Ligaspitzenreitern bei Vorlagen und kreierten Chancen, was unterstreicht, dass sein Einfluss weit über das Toreschießen hinausgeht.
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Die spanische Sporttageszeitung Mundo Deportivo bezeichnete die Leistung als „The Lamin3 Show“, während Sport eine ähnliche Schlagzeile wählte.
Nach dem Schlusspfiff nahm Yamal den Spielball an sich und ging damit zur Tribüne. „Der ist für dich“, sagte er zu seiner Mutter. „Ich nehme ihn mit rein, lasse alle unterschreiben und bringe ihn dir dann.“
Sein Vater, Mounir Nasraoui, teilte während des Spiels seine Reaktion auf Instagram. „Ich schaue im Fernsehen. Verdammt noch mal … Lamine ist mein Sohn! Mein Sohn! Gott segne dich, mein Sohn“, sagte er in einem Video aus seinem Zuhause.
Druck und Perspektive
Trotz der Feierlichkeiten räumte Yamal ein, dass die vergangenen Wochen schwierig gewesen seien.
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„Ich war nicht glücklich“, sagte er. „Es war eine Mischung aus allem; ich war auf dem Platz nicht glücklich, und ich denke, man hat es gemerkt … Aber seit etwa einer Woche bin ich es wieder, ich habe dieses Lächeln zurück und genieße den Fußball wie als Kind.“
Die Erwartungen begleiten ihn seit seiner frühen Jugend – von Rekorden bei der Europameisterschaft bis hin zu Vergleichen mit Barca-Legenden. Verletzungen zu Beginn der Saison brachten zudem seinen Rhythmus durcheinander. Flick betonte wiederholt, wie wichtig es sei, sowohl seine Einsatzzeiten als auch die Aufmerksamkeit um ihn herum sorgfältig zu steuern.
Am Samstag schien die Balance zu stimmen. Barcelona kontrollierte die Schlussphase mit Reife, Pedri diktierte das Tempo, und die Defensive unterband die Umschaltmomente von Villarreal.
Für eine Mannschaft, die um einen weiteren Meistertitel kämpft, war das Ergebnis entscheidend. Für Yamal war es eine weitere Erinnerung daran, dass selbst außergewöhnliche Karrieren Schritt für Schritt entstehen – und dass Freude ebenso wie Talent im Mittelpunkt seines Spiels steht.
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Quellen: Spielbericht des Guardian, Reuters, offizielle Statistiken der La Liga.
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