Formel 1

Welche F1-Stars waren ihr Geld wert?

Während die Formel-1-Saison 2025 zu Ende geht, ist die WM-Tabelle nur ein Teil der Diskussion. In einer Sportart, die strengen finanziellen Vorschriften unterliegt wobei die Fahrergehälter ausdrücklich nicht unter die Budgetobergrenze fallen, folgen auf die Leistungen zwangsläufig Fragen nach dem Gegenwert.

Eine in dieser Woche von PlanetF1 veröffentlichte Analyse stellte das geschätzte Gehalt jedes Fahrers den im Laufe der Saison erzielten Punkten gegenüber und errechnete daraus eine Kennzahl „Kosten pro Punkt“ für das gesamte Starterfeld. Da F1-Verträge vertraulich sind, beruhen sämtliche Gehaltsangaben auf Branchenschätzungen und nicht auf offiziell veröffentlichten Zahlen.

Auf dem Papier ist die Rechnung simpel: Einkommen geteilt durch erzielte Punkte. In der Praxis liefert sie jedoch einen aufschlussreichen, wenn auch unvollständigen Eindruck vom Return on Investment.

Selbst Champions haben ihren Preis

Die Zahlen zeigen, dass Erfolg nicht automatisch Effizienz bedeutet.

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Max Verstappen und Lando Norris gehörten zu den punktstärksten Fahrern der Saison, doch ihre beträchtlichen kolportierten Gehälter brachten sie unter die Top Ten bei den Kosten pro Punkt. Norris, der sich mit sieben Siegen die Fahrerweltmeisterschaft sicherte, kam laut Gehaltsschätzungen auf 135.934 US-Dollar pro Punkt. Für McLaren dürfte diese Zahl kaum Anlass zur Sorge geben, schließlich bescherte sie dem Team den ersten Fahrertitel seit 2008.

Charles Leclerc belegte mit 123.967 US-Dollar pro Punkt Rang zehn. Er wurde Gesamtfünfter und holte häufig das Maximum aus einem Ferrari heraus, der nicht konstant das schnellste Paket im Feld war. Dennoch liegt seine statistische Rendite bei einem kolportierten Einkommen von rund 30 Millionen US-Dollar hinter mehreren geringer bezahlten Konkurrenten zurück.

Die Rechnung im Mittelfeld

Weiter unten in der Tabelle werden die Zahlen noch auffälliger.

Esteban Ocons Saison bei Haas entsprach 157.895 US-Dollar pro Punkt. Carlos Sainz Jr. erzielte in seinem ersten Jahr bei Williams 64 Punkte und trug dazu bei, das Team sportlich nach vorn zu bringen, doch sein geschätztes Gehalt von 13 Millionen US-Dollar bedeutete 203.125 US-Dollar pro Punkt.

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Der Fall Franco Colapinto verdeutlicht die Grenzen dieser Kennzahl. Nachdem er Jack Doohan zur Saisonmitte bei Alpine ersetzt hatte, blieb er punktlos und weist nach dieser Formel somit keinen messbaren Gegenwert auf. Fahrerwechsel während der Saison spiegeln jedoch häufig umfassendere Leistungsprobleme eines Teams wider und nicht ausschließlich die Performance eines einzelnen Piloten.

Die teuersten Renditen

An der Spitze des Rankings standen mehrere etablierte Namen.

Lance Stroll kam in einem schwierigen Jahr für Aston Martin auf 409.091 US-Dollar pro Punkt und erzielte 33 Zähler, während er im Qualifying regelmäßig von seinem Teamkollegen Fernando Alonso geschlagen wurde.

Lewis Hamiltons erste Saison bei Ferrari brachte 156 Punkte, jedoch keine Podestplätze. Bei einem geschätzten Einkommen von 70,5 Millionen US-Dollar lag sein Wert bei 451.923 US-Dollar pro Punkt. Alonso folgte mit 473.214 US-Dollar pro Punkt, obwohl er Stroll im Qualifying meist überlegen war.

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Pierre Gasly führte die Liste mit 545.455 US-Dollar pro Punkt an. Der Alpine-Pilot erzielte 22 Punkte, darunter ein sechster Platz in Silverstone; die Kombination aus den Schwierigkeiten des Teams und seinem vergleichsweise hohen Gehalt setzte ihn jedoch ans Ende des Effizienzrankings von PlanetF1.

Mehr als nur eine Tabellenkalkulation

Kosten pro Punkt sind naturgemäß unerbittlich. Die Kennzahl misst Output, nicht Führungsstärke in der Garage, technisches Feedback, Marketingwert oder Einfluss auf die langfristige Entwicklung Faktoren, die Teams bei Vertragsverhandlungen stark gewichten.

In der modernen Formel 1 lässt sich Wert selten in einer einzigen Gleichung erfassen.

Quelle: PlanetF1

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.