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Mercedes motorstreit zwingt FIA zu regeländerung vor start der F1 saison

Der Motorsport-Weltverband FIA hat bestätigt, dass während der Formel-1-Saison 2026 ein neuer technischer Test eingeführt wird. Hintergrund sind Bedenken mehrerer Teams, dass die Messung des Verdichtungsverhältnisses der Motoren unter den neuen Regeln unterschiedlich interpretiert werden könnte.

Laut Sky-Sports-Journalist Nigel Chiu entstand die Debatte während der Winterpause, als Teams die neuen Vorschriften für die nächste Generation von Hybrid-Antrieben analysierten.

Die FIA erklärte, die Klarstellung der Regeln erfolge nach Rückmeldungen von Teams und Fahrern während der Vorsaisontests in Barcelona und Bahrain.

Motorstreit um verdichtungsverhältnis

Unter den neuen Vorschriften für 2026 wurde das erlaubte Verdichtungsverhältnis der Motoren von 18:1 auf 16:1 reduziert. Die Änderung ist Teil einer umfassenden technischen Reform der Formel 1.

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Die ursprünglichen Regeln sahen jedoch vor, dass Messungen nur vorgenommen werden, wenn sich der Motor nicht auf voller Betriebstemperatur befindet.

Laut Sky Sports vermuteten einige Teams, dass dadurch bei höheren Temperaturen eine mögliche Umgehung der Regel entstehen könnte. Mercedes wurde häufig mit der Diskussion in Verbindung gebracht, obwohl kein Team offiziell beschuldigt wurde, gegen die Regeln zu verstoßen.

Um die Situation zu klären, bestätigte die FIA, dass ab dem 1. Juni sowohl bei kalten Bedingungen als auch bei Betriebstemperatur getestet wird. Als Betriebstemperatur gelten dabei 130°C.

Der Verband erklärte zudem, dass jedes System verboten ist, das es ermöglicht, im Betrieb ein Verdichtungsverhältnis über 16:1 zu erreichen.

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Zu den aktuellen Motorenherstellern der Formel 1 gehören Mercedes, Ferrari, Red Bull Ford, Audi und Honda.

Mercedes und rivalen reagieren auf die debatte

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte zunächst gewarnt, dass Änderungen an den technischen Vorschriften die Leistungsentwicklung der Motoren beeinträchtigen könnten.

Später spielte er die Bedeutung des Streits jedoch herunter.

„Wir haben von Anfang an gesagt, dass das Ganze wie ein Sturm im Wasserglas aussieht“, sagte Wolff.

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„Für uns ändert sich nichts, egal ob wir so bleiben oder auf die neuen Regeln umstellen.“

Laut Berichten von Sky Sports waren die Motorenhersteller in der Frage gespalten. Ferrari, Audi und Honda sollen eine Klarstellung der Regeln unterstützt haben, während Red Bull die Kontroverse zuvor als übertrieben bezeichnet hatte.

Auch FIA-Direktor für Einsitzer-Rennserien Nikolas Tombazis erklärte, dass die Diskussion mehr Aufmerksamkeit erhalten habe als nötig.

„Ich glaube nicht, dass dieses Thema jemals so viel Aufmerksamkeit hätte bekommen müssen“, sagte Tombazis gegenüber Sky Sports.

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Weitere regelanpassungen für die saison 2026

Neben der Klärung der Motorenregeln bestätigte die FIA auch kleinere Änderungen an den sportlichen Vorschriften für die Saison 2026.

Die letzte Qualifying-Session, Q3, wird von zwölf auf dreizehn Minuten verlängert. Um die Gesamtdauer des Qualifyings bei einer Stunde zu halten, wird die Pause zwischen Q2 und Q3 von acht auf sieben Minuten verkürzt.

Zudem bestätigte der Verband, dass die experimentelle Regel mit zwei Pflichtboxenstopps beim Großen Preis von Monaco aus der vergangenen Saison nicht fortgesetzt wird. Das Rennen wird wieder nach den gleichen Regeln wie die übrigen Grands Prix ausgetragen.

Die Formel-1-Saison 2026 beginnt mit dem Großen Preis von Australien in Melbourne und markiert den Start einer neuen technischen Ära im Sport.

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Sources: Sky Sports