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F1 sagt zwei Nahost-Rennen ab, Krieg bringt Saison 2026 durcheinander

Die Formel-1-Saison 2026 wurde unerwartet umgestellt, nachdem zwei große Rennen im Nahen Osten wegen zunehmender regionaler Spannungen abgesagt wurden.

Der Große Preis von Bahrain und der Große Preis von Saudi-Arabien, die ursprünglich für April geplant waren, wurden aus dem Rennkalender gestrichen. Hintergrund sind Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit dem anhaltenden Krieg rund um Iran. Die Entscheidung führt zu einer ungewöhnlich langen Pause im Rennkalender und könnte den Sport hunderte Millionen Dollar kosten.

Warum die Rennen abgesagt wurden

Die Formel 1 bestätigte, dass die Grands Prix von Bahrain und Saudi-Arabien im April nicht stattfinden werden, da sich die Lage in der Region weiter zuspitzt.

Laut einem Bericht von Maury Brown für Forbes beobachteten die Organisatoren die Situation bereits seit Monaten, da Raketenangriffe und militärische Spannungen in Teilen des Nahen Ostens zunahmen. Verantwortliche prüften auch die Möglichkeit, die Rennen auf andere Strecken zu verlegen, entschieden sich letztlich jedoch für eine komplette Absage.

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Der Konflikt rund um Iran und mehrere regionale Akteure hat Instabilität ausgelöst, die Reise, Logistik und Sicherheit in mehreren Ländern beeinträchtigt, in denen Formel-1-Teams normalerweise operieren.

Ein Formel-1-Rennen erfordert enorme internationale Koordination. Tausende Teammitglieder, Ingenieure, Medienmitarbeiter und Logistikkräfte reisen jede Woche zwischen den Veranstaltungen, weshalb sichere Transportwege eine entscheidende Rolle spielen.

Warum Rennen im Nahen Osten für die Formel 1 wichtig sind

Der Nahe Osten hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Regionen für die Formel 1 entwickelt.

Bahrain wurde 2004 erstmals Teil des Rennkalenders und war das erste Formel-1-Rennen im Nahen Osten. Saudi-Arabien folgte 2021 mit dem Hochgeschwindigkeits-Stadtkurs in Dschidda.

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Diese Rennen gehören zu den finanziell wertvollsten Veranstaltungen der Meisterschaft, da Gastgeberländer hohe Gebühren zahlen und Regierungen die Rennen nutzen, um Tourismus und internationale Aufmerksamkeit zu fördern.

Der gleichzeitige Ausfall beider Veranstaltungen stellt daher einen erheblichen wirtschaftlichen Rückschlag für die Serie dar.

Finanzielle Auswirkungen auf die Meisterschaft

Die Absagen könnten erhebliche finanzielle Folgen für die Formel 1 haben.

Laut einer Analyse der Investmentfirma Guggenheim, auf die sich Forbes beruft, könnten durch den Wegfall der beiden Rennen Einnahmen von etwa 190 bis 200 Millionen US-Dollar verloren gehen.

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Der Bericht schätzt außerdem, dass das EBITDA, eine wichtige Kennzahl für operative Gewinne, um rund 80 Millionen US-Dollar sinken könnte.

Rennwochenenden generieren Einnahmen aus verschiedenen Quellen, darunter Austragungsgebühren, weltweite TV-Rechte, Sponsorenverträge und Hospitality-Pakete an der Rennstrecke.

Durch die Streichung der beiden Events schrumpft der Formel-1-Kalender 2026 laut dem Forbes-Bericht von 24 auf 22 Rennen.

Reiseprobleme für Teams und Mitarbeiter

Der Konflikt hat bereits Reisen für Teams, Fahrer und tausende Mitarbeiter erschwert.

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Laut Forbes reisen viele Formel-1-Mitarbeiter normalerweise über große Luftfahrt-Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi und Doha, wenn sie zwischen Rennen in Asien und Europa unterwegs sind.

Mehrere dieser Flughäfen wurden zeitweise geschlossen, nachdem iranische Raketenangriffe in der Region gemeldet wurden. Dadurch wurden wichtige Flugrouten der Teams unterbrochen.

Einige Teams mussten deshalb Charterflüge organisieren, um Personal und Ausrüstung sicher zwischen den Rennorten zu transportieren.

Eine seltene Lücke im Formel-1-Kalender

Durch die Absage der beiden April-Rennen entsteht nun eine ungewöhnlich lange Pause im Rennkalender.

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Nach dem Großen Preis von Japan in Suzuka am 29. März wird die Meisterschaft mehrere Wochen pausieren, bevor sie am 3. Mai mit dem Großen Preis von Miami fortgesetzt wird.

Solche längeren Pausen sind in der Formel 1 selten, da die Saison normalerweise von März bis Dezember nahezu ohne Unterbrechung stattfindet.

Laut dem Forbes-Bericht von Maury Brown könnte auch der Große Preis von Aserbaidschan Ende September betroffen sein, falls die Spannungen in der Region anhalten.

Die vollständigen finanziellen und organisatorischen Auswirkungen könnten jedoch erst klar werden, wenn Liberty Media, das amerikanische Unternehmen hinter der Formel 1, später im Jahr seine Geschäftszahlen veröffentlicht.

Sources: Forbes