Federico Valverdes langer Weg zum Star bei Real Madrid
Federico Valverde wird bei Real Madrid seit langem für eine Arbeit geschätzt, die oft unbemerkt bleibt: Räume schließen, Mitspieler unterstützen und für Ausgewogenheit im Mittelfeld sorgen.
Am vergangenen Mittwoch im Santiago Bernabéu zeigte sich diese Rolle jedoch in einem ganz anderen Licht.
Der uruguayische Mittelfeldspieler erzielte beim 3:0-Sieg gegen Manchester City im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinals einen Hattrick – eine Leistung, die ihn klar ins Rampenlicht rückte.
Laut BBC Sport war es der erste Hattrick in Valverdes Karriere, sowohl im Verein als auch in der Nationalmannschaft. Nach dem Spiel feierte er den Moment mit einer Ehrenrunde, bevor er den Spielball seinem kleinen Sohn Bautista überreichte.
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Eine taktische Umstellung, die sich auszahlte
Real-Madrid-Trainer Álvaro Arbeloa wies Valverde eine anspruchsvolle Rolle auf der rechten Seite zu. Er sollte Trent Alexander-Arnold defensiv unterstützen und gleichzeitig die Räume hinter der hochstehenden Abwehrlinie von Manchester City nutzen.
Dieser Ansatz erwies sich als entscheidend.
Valverde eröffnete den Torreigen, nachdem er einen langen Pass von Torhüter Thibaut Courtois verwertete und den freien Raum auf dem Flügel nutzte. Während sich City stark auf Vinícius Jr. konzentrierte, kam Madrid durch Valverdes Laufwege und sein Timing zum Erfolg.
Arbeloa bezeichnete ihn kürzlich als einen Spieler, der die Identität des Vereins verkörpert, und verglich ihn sogar mit dem ehemaligen Madrider Stürmer Juanito – ein bedeutendes Kompliment angesichts dessen Stellenwerts in der Vereinsgeschichte.
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Valverde spielt inzwischen seit fast einem Jahrzehnt für Real Madrid, hat knapp 300 Einsätze absolviert und 11 große Titel gewonnen, darunter zwei Champions-League-Trophäen.
Von Montevideo nach Madrid
Valverdes Weg auf diese Bühne begann in La Unión, einem Arbeiterviertel in Montevideo.
Wie BBC Sport berichtet, arbeitete sein Vater im Sicherheitsdienst, während seine Mutter als Reinigungskraft tätig war und Kleidung verkaufte, um die Familie zu unterstützen. Seine ersten Fußballschuhe waren gebraucht und wurden immer wieder repariert.
Von einem Jugendtrainer wegen seiner Beweglichkeit „Pajarito“ („kleiner Vogel“) genannt, wurde Valverde schon früh durch eine ausgeprägte Arbeitsmoral im Elternhaus geprägt.
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„Er hat mir beigebracht, dass Kämpfen im Blut liegt“, sagte Valverde über seinen Vater. „Selbst heute treibt er mich noch an.“
Die Unterstützung seiner Familie war konstant. „Ich habe sie ständig arbeiten sehen“, sagte er. „Meine Eltern haben alles getan, damit ich Fußball spielen kann.“
Rückschläge und Entwicklung
Bevor er zu Real Madrid wechselte, trainierte Valverde als Jugendlicher eine Zeit lang bei Arsenal, konnte jedoch keinen Transfer erzielen. Seine Chance kam stattdessen bei der U17-Südamerikameisterschaft, als Real Madrid ihn verpflichtete.
Die Umstellung auf Spanien verlief nicht sofort erfolgreich.
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Valverde gab später zu, dass er anfangs Schwierigkeiten hatte, sich anzupassen. „Da wurde mir klar, dass ich hier niemand war“, sagte er über seine ersten Tage in Madrid. Eine Leihe zu Deportivo La Coruña sowie die Unterstützung seiner Partnerin Mina Bonino halfen ihm, sein Selbstvertrauen wiederzufinden.
Zeitweise war seine Rolle bei Madrid unklar. Als er auf ungewohnter Position eingesetzt wurde, äußerte er offen seinen Frust: „Ich bin nicht als Rechtsverteidiger geboren.“
Heute eine Schlüsselfigur in Madrids Planungen
Arbeloas Entscheidung, Valverde wieder in eine natürlichere Rolle im Mittelfeld zu bringen, hat ihm ermöglicht, größeren Einfluss auf Spiele zu nehmen.
Gegen Manchester City wurde dieses Vertrauen deutlich.
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Für einen Spieler, der lange im Hintergrund für andere gearbeitet hat, war dies ein Abend, an dem sich alles um ihn drehte – und eine Erinnerung daran, dass seine Bedeutung für Real Madrid weit über die Arbeit hinausgeht, die ihn früher aus den Schlagzeilen heraushielt.
Quellen: BBC Sport
