Warum der ehemalige Flügelspieler von Crystal Palace, Olise, nun beim FC Bayern um den Ballon d’Or mitspielt
Michael Olise entwickelt sich zunehmend zu einer Schlüsselfigur beim FC Bayern München; sein Einfluss ist nicht mehr nur auffällig, sondern wird immer zentraler für das Angriffsspiel der Mannschaft.
Der 24-Jährige war erneut entscheidend beim 6:1-Hinspielsieg des FC Bayern gegen Atalanta im Achtelfinale der Champions League, erzielte zwei Tore und bereitete ein weiteres vor. Mit diesem Vorsprung ist der deutsche Rekordmeister den Viertelfinaleinzügen bereits sehr nahe.
Doch über eine einzelne Leistung hinaus sticht Olises Saison inzwischen europaweit hervor.
Seine Rolle im System von Vincent Kompany verleiht ihm sowohl Freiheit als auch Verantwortung. Ausgehend von der rechten Außenbahn zieht er regelmäßig ins Zentrum, verknüpft das Spiel und beschleunigt anschließend im letzten Drittel. Diese Kombination aus Spielmacher und Vollstrecker in ein und derselben Phase macht ihn schwer zu verteidigen und über 90 Minuten noch schwerer zu kontrollieren.
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Die Zahlen unterstreichen diesen Einfluss. Laut von BBC Sport hervorgehobenen Daten kommt Olise in dieser Saison wettbewerbsübergreifend auf 23 Assists – mehr als jeder andere Spieler in den fünf europäischen Topligen. Unter den Flügelspielern setzt er mit 38 Torbeteiligungen ebenfalls den Maßstab.
Diese Werte haben ihn früh in die Diskussion um den Ballon d’Or gebracht, auch wenn er sich öffentlich nicht darauf einlässt. „Es ist schön, das zu hören, aber es ist noch eine halbe Saison zu spielen. Ich konzentriere mich jetzt auf die Mannschaft und auf Titel“, sagte er nach dem Sieg in Bergamo.
Innerhalb des Vereins liegt der Fokus weniger auf den Zahlen als auf Konstanz. Kompany hob kürzlich Olises Liebe zum Detail hervor und verglich Aspekte seiner Mentalität mit Kevin De Bruyne aus ihrer gemeinsamen Zeit bei Manchester City. Der Vergleich bezieht sich nicht auf den Spielstil, sondern auf den Prozess – die Wiederholung und Präzision hinter Leistungen auf höchstem Niveau.
Olises Entwicklung verlief nicht auf einer typischen Überholspur. Seine Zeit bei Reading und Crystal Palace zeigte bereits Ansätze großer Kreativität, doch seine aktuelle Produktivität stellt einen deutlichen Entwicklungsschritt dar. Laut dem europäischen Fußballanalysten Julien Laurens, der mit BBC Sport sprach, hat auch der Wechsel weg aus London zu diesem Wachstum beigetragen – sowohl sportlich als auch persönlich.
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Hinzu kommt die taktische Passung. Die fluide Offensivstruktur des FC Bayern – mit ständigen Rotationen, Positionswechseln und der gezielten Besetzung der Halbräume – ist stark auf Spieler angewiesen, die in engen Räumen schnell Entscheidungen treffen können. In diesem Umfeld blüht Olise auf.
Seit Beginn der vergangenen Saison hat er wettbewerbsübergreifend 44 Assists geliefert – der Höchstwert unter allen Spielern in den fünf Topligen Europas in diesem Zeitraum. In der Chancenverwertung beziehungsweise -kreation hat lediglich Bruno Fernandes mehr Möglichkeiten herausgespielt, erneut basierend auf Daten von BBC Sport.
Dennoch bleiben Fragen offen, wie sich diese Form auf internationaler Ebene übertragen lässt.
Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps erwägt, Olise bei der kommenden Weltmeisterschaft in einer zentralen Rolle als Nummer 10 einzusetzen, um die Lücke zu füllen, die durch den Rücktritt von Antoine Griezmann aus der Nationalmannschaft entstanden ist. Das würde ihn von der rechten Außenbahn wegführen, wo er bislang am effektivsten war.
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Laurens ist von dieser Idee nicht vollständig überzeugt. „Ich bin sicher, dass Olise als Nummer 10 bei der Weltmeisterschaft sehr gut spielen wird“, sagte er. „Aber ich frage mich, warum man ihn verändern sollte.“
Angesichts der großen offensiven Auswahl Frankreichs hat Deschamps mehrere Optionen. Dennoch bieten aktuell nur wenige Spieler eine vergleichbare Mischung aus Kreativität und Effizienz.
Für den FC Bayern liegt der unmittelbare Fokus auf Titeln. Für Olise formt sich parallel das größere Gesamtbild. Ein tiefer Lauf in der Champions League, kombiniert mit einem starken internationalen Turnier, könnte seine Saison von beeindruckend zu prägend machen.
An diesem Punkt könnten Vergleiche mit früheren Bayern-Größen oder aktuellen Weltstars überflüssig werden.
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Quellen: BBC Sport
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