Fußball

Barcelona nimmt Bastoni und Álvarez ins Visier

Barcelona befindet sich in einer bekannten Situation: national dominant, aber nach europäischem Ruhm dürstend. Während sie in der spanischen Meisterschaft derzeit neun Punkte Vorsprung vor Real Madrid haben, endete ihre Champions-League-Kampagne in diesem Jahr im Viertelfinale, eine 3:2-Gesamtniederlage gegen Atlético Madrid, überschattet von einem Platzverweis in beiden Spielen. Dieser Kontrast zwischen La-Liga-Erfolg und kontinentaler Frustration prägt eine interessante Sommertransferstrategie, mit Trainer Hansi Flick an vorderster Front.

Flicks langfristige Vision für europäischen Ruhm

Flick, der beabsichtigt, mindestens zwei weitere Jahre im Verein zu bleiben, soll eine mündliche Vereinbarung über eine Vertragsverlängerung bis 2028 haben, passend zur geplanten Fertigstellung der Camp Nou-Renovierung. Der deutsche Trainer ist sich seiner Ambitionen bewusst und erklärte gegenüber Football España: "Für mich ist es ein großer Traum. Es gibt zwei Dinge im Leben, die ich will: dass wir die Champions League gewinnen und dass wir in den nächsten Jahren eine fantastische Mannschaft haben. Ihr wisst, wie ich immer sage: Wir müssen die richtigen Entscheidungen in der Transferperiode treffen, keine dummen Entscheidungen, wir müssen perfekt sein."

Dieses Streben nach Perfektion kommt zu einem Zeitpunkt, da sich Barcelonas finanzielle Situation zu verbessern scheint. La-Liga-Präsident Javier Tebas gab zu, dass der Verein "auf dem richtigen Weg" sei, die strenge 1:1-Finanzregulierung der Liga zu erfüllen, die die Transferausgaben regelt. Barcelonas Schatzmeister Ferran Olive stellte zudem klar, dass der Verein nur noch 10 bis 12 Millionen Euro von seinem Ziel entfernt sei, was darauf hindeutet, dass diesen Sommer Geld für Transfers zur Verfügung stehen wird.

Defensive Verstärkung: Die Bastoni-Verfolgung

Ein Schwerpunkt für Flick und Sportdirektor Deco ist das Herz der Abwehr. Da Iñigo Martínez letzten Sommer nach Saudi-Arabien gewechselt ist und Andreas Christensen voraussichtlich gehen wird, wenn sein Vertrag ausläuft, mangelt es Barcelona an Qualität und man verlässt sich stark auf den 19-jährigen Pau Cubarsí. Die Verpflichtung eines Weltklasse-Linksfuß-Innenverteidigers gilt als unerlässlich.

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Berichte aus Spanien, darunter von GOAL.com, deuten darauf hin, dass Inters Alessandro Bastoni Barcelonas Hauptziel ist. Inter, das selbst mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat, soll bereit sein, den 27-Jährigen für eine Ablösesumme von rund 70 Millionen Euro zu verkaufen. Ein Spieler-plus-Geld-Deal ist ebenfalls im Gespräch, wobei Barcelona möglicherweise Héctor Fort anbieten könnte, sobald dieser von seiner Leihe bei Elche zurückkehrt, oder sogar den schwedischen Flügelspieler Roony Bardghji und den ungarischen Torhüter Aron Yaakobishvili als Tauschobjekte.

Bastoni, trotz einer kontroversen Vergangenheit, in der er in Italien zur "Staatsfeind Nr. 1" wurde, weil er eine Schwalbe feierte und eine direkte Rote Karte erhielt, die Italien einen WM-Play-off-Platz kostete, soll laut Mundo Deportivo und beIN Sports kurz vor einer Fünfjahresvereinbarung mit Barcelona stehen, nachdem er bereits zugestimmt hat, sein Gehalt an die Budgetbeschränkungen des Vereins anzupassen.

Stürmerambitionen: Das Julián-Álvarez-Dilemma

Im Angriff ist Barcelona "in der Lage, diesen Sommer einen Top-Stürmer zu verpflichten" und "sucht aktiv danach", wie Ferran Olive erklärte. Das Hauptziel ist laut weit verbreiteten Berichten Julián Álvarez.

Der argentinische Stürmer stellt jedoch eine erhebliche Herausforderung dar. Atlético Madrid verpflichtete Álvarez 2024 für 95 Millionen Euro von Manchester City, und er hat noch sechs Jahre Vertrag. Paris Saint-Germain, Arsenal und Chelsea wird ebenfalls Interesse nachgesagt. Álvarez selbst hat die Transfergerüchte nicht zerstreut und gegenüber L'Equipe erklärt: "Ich sehe, was die Leute in den sozialen Medien sagen, und in Spanien wird viel über mich und Barcelona gesprochen. Im Moment konzentriere ich mich auf Atlético und wir werden die Situation am Ende der Saison überprüfen."

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Mit einem geschätzten Budget von rund 130 Millionen Euro für den Sommer hat Barcelona das Interesse an einem permanenten 30-Millionen-Euro-Wechsel für Marcus Rashford verloren und sucht stattdessen nach jüngeren, günstigeren Alternativen wie Víctor Muñoz, Ez Abde, Jan Virgili und Andreas Schjelderup. Um diese ehrgeizigen Schritte zu finanzieren und Gehaltsspielraum zu schaffen, könnte der Verein versuchen, das auslaufende Duo Robert Lewandowski und Andreas Christensen sowie möglicherweise Marc-André ter Stegen abzugeben. Wertvolle und entbehrliche Spieler wie Ferran Torres, Marc Casado und möglicherweise Alejandro Balde könnten ebenfalls verkauft werden, wobei Torres bereits Interesse aus England und Italien weckt.

Barcelonas Sommer verspricht ein heikler Balanceakt zu werden, da Flick und Deco versuchen, eine Champions-League-taugliche Mannschaft innerhalb strenger finanzieller Rahmenbedingungen aufzubauen.

Quellen: www.goal.com, www.football-espana.net

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