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Bundesliga lehnt WM-Rot-Regel ab – Große Schiedsrichter-Spaltung

Die Bundesliga lehnt die WM-Regel für Mund-zu-halten-Gesten (Rot statt Gelb) und VAR-Checks bei Eckbällen ab, übernimmt aber andere Neuerungen.

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Die Bundesliga wird bei zwei Schiedsrichtermaßnahmen, die bei der Weltmeisterschaft 2026 zum Einsatz kommen, einen anderen Ansatz verfolgen. Dazu gehört auch die umstrittene Bestrafung für Spieler, die sich bei Auseinandersetzungen den Mund zuhalten. Anstatt eine sofortige Rote Karte zu zeigen, werden deutsche Schiedsrichter angewiesen, die Geste mit einer Gelben Karte zu ahnden. Die Entscheidung wurde vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) vor der Saison 2026/27 bestätigt.

Die Regelung wurde von der Schiedsrichter-Tochtergesellschaft des DFB, unter der Leitung von Geschäftsführer Knut Kircher, und der Fußballkommission der Bundesliga vereinbart. Laut dem Bericht des Kicker zu den neuen Schiedsrichteranweisungen wird das Bedecken des Mundes mit der Hand oder dem Trikot während einer Auseinandersetzung als unsportliches Verhalten gewertet. Die Verfehlung wird jedoch an sich nicht als schwerwiegend genug erachtet, um einen Platzverweis zu rechtfertigen.

WM-Regel führte zu zwei Roten Karten

Die Geste wurde bei der Weltmeisterschaft in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko wesentlich härter bestraft. Der Paraguayer Miguel Almirón wurde nach dem Bedecken seines Mundes während einer Auseinandersetzung beim 1:0-Gruppenspielsieg gegen die Türkei des Feldes verwiesen. Der ecuadorianische Verteidiger Piero Hincapié war später der zweite Spieler, der aufgrund dieser Maßnahme während der 2:0-Niederlage seines Landes gegen Mexiko des Feldes verwiesen wurde.

Die Maßnahme wurde eingeführt, um zu verhindern, dass Spieler potenziell diskriminierende oder beleidigende Kommentare vor Kameras und Lippenlesern verbergen. Es handelt sich jedoch nicht um ein automatisches oder universell bindendes Rot-Karten-Vergehen. Die offizielle Ankündigung der Maßnahme durch das IFAB macht deutlich, dass die Wettbewerbsorganisatoren selbst entscheiden können, ob die Geste mit einer Roten Karte bestraft werden soll.

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Diese Unterscheidung bedeutet, dass die Bundesliga die Spielregeln nicht missachtet. Stattdessen nutzt der deutsche Fußball den vom IFAB ausdrücklich gewährten Ermessensspielraum und übernimmt die weniger strenge Sanktion, die auch in UEFA-Wettbewerben erwartet wird. Dieser Ansatz ermöglicht es den Schiedsrichtern, das Verhalten zu ahnden, ohne eine Mannschaft sofort auf zehn Spieler zu reduzieren.

Bundesliga lehnt auch VAR-Checks bei Eckbällen ab

Der deutsche Fußball hat sich auch dagegen entschieden, die VAR-Befugnisse auf Eckballentscheidungen auszuweiten. Bei der Weltmeisterschaft durften Video-Schiedsrichter eine eindeutig falsche Eckballentscheidung korrigieren, jedoch nur, wenn die Überprüfung sofort und ohne Verzögerung des Wiederanpfiffs abgeschlossen werden konnte. Die Maßnahme wurde als optionales Werkzeug eingeführt und nicht als obligatorischer Bestandteil des VAR-Protokolls.

Wie die Sportschau in ihrem Bericht über die Entscheidung der Bundesliga darlegte, wird der VAR in Deutschlands Profiligen nicht bei Eckballentscheidungen eingreifen. Die ursprüngliche Entscheidung des Schiedsrichters und des Schiedsrichterassistenten bleibt daher bestehen, selbst wenn Fernsehbilder darauf hindeuten, dass der Eckball der falschen Mannschaft zugesprochen wurde. Ziel ist es, die Anzahl der Interventionen zu begrenzen und weitere Spielunterbrechungen zu vermeiden.

Es wird erwartet, dass UEFA-Wettbewerbe die erweiterte Eckballregelung anwenden werden, was bedeutet, dass die Bundesliga in diesem Bereich eine andere Politik verfolgen wird. Deutsche Vereine könnten daher in nationalen Spielen auf einen VAR-Standard und in europäischen Wettbewerben auf einen anderen stoßen. Dieser Kontrast könnte Verwirrung stiften, obwohl die IFAB-Regeln einzelnen Wettbewerben ausdrücklich erlauben, zu entscheiden, ob sie die Maßnahme übernehmen.

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Andere WM-Maßnahmen bleiben bestehen

Die Bundesliga wird mehrere weitere Änderungen übernehmen, die während der Weltmeisterschaft getestet wurden. Der VAR darf eingreifen, wenn eine eindeutig falsche zweite Gelbe Karte zu einem Platzverweis führt, während Schiedsrichter auch strengere Maßnahmen zur Reduzierung von Zeitspiel durchsetzen werden.

Spieler, die sich bei Einwürfen oder Abstößen zu viel Zeit lassen, werden mit einem sichtbaren Fünf-Sekunden-Countdown konfrontiert. Ausgewechselte Spieler müssen das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden verlassen, während Spieler, die auf dem Feld behandelt werden, normalerweise eine Minute nach dem Wiederanpfiff außerhalb des Spielfelds bleiben müssen. Ausnahmen gelten unter anderem bei Kopfverletzungen und Fouls, die eine Disziplinarmaßnahme nach sich ziehen.

Das Ergebnis ist keine vollständige Ablehnung des Schiedsrichterexperiments der Weltmeisterschaft, sondern eine selektive Übernahme seiner wichtigsten Änderungen. Der deutsche Fußball hat Maßnahmen zur Verbesserung des Spielflusses akzeptiert, während er bei Mund-zu-halten-Vorfällen und VAR-Überprüfungen von Eckbällen einen zurückhaltenderen Ansatz wählt. Die Politik der Bundesliga zeigt, wie unterschiedlich derselbe internationale Rahmen von einem Wettbewerb zum anderen angewendet werden kann.

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