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CONMEBOL unter Beschuss: Schützt der Verband Infantino?

In Brasilien wird CONMEBOL dafür kritisiert, sich der europäischen Kampagne gegen Gianni Infantino nicht anzuschließen. Die Behauptung, der südamerikanische Verband habe zum gescheiterten FIFA-Projekt vollständig geschwiegen, ist jedoch falsch.

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CONMEBOL gerät in Brasilien zunehmend unter Druck, weil sich der Verband nicht der Kampagne gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino angeschlossen hat. Die brasilianische Zeitung O Globo, die zur Grupo Globo gehört, soll die Haltung als „Heuchelei“ bezeichnet und gefragt haben, warum sich der Kontinentalverband nicht auf die Seite der UEFA stellt. Der Streit betrifft allerdings CONMEBOLs anhaltende Unterstützung für Infantino und nicht ein vollständiges Schweigen zum aufgegebenen Investorenprojekt.

Die Kritik richtet sich nun gegen Infantino

Die von O Globo geäußerte Kritik verdeutlicht den wachsenden Unmut über CONMEBOLs Zurückhaltung gegenüber Infantino. UEFA und Concacaf haben eine grundlegende Überprüfung der FIFA-Führung verlangt, während der südamerikanische Verband die Frage nach Infantinos Zukunft im Amt vermeidet. Seit dem Rückzug von FIFA Forward Enterprise hat diese Unterscheidung erheblich an Bedeutung gewonnen.

CONMEBOL wurde außerdem dafür kritisiert, erst am späten Abend des 31. Juli öffentlich Stellung bezogen zu haben. Wie Andrés Burgo in El País beschreibt, wirkte die Erklärung eher wie eine vorsichtige und indirekte Unterstützung der FIFA als wie die klare Ablehnung durch UEFA, Concacaf und die Asiatische Fußball-Konföderation. Die Zeitung sah darin den Versuch, sich von einem scheiternden Projekt zu distanzieren, ohne offen mit Infantino zu brechen.

CONMEBOL schwieg nicht vollständig

Trotz der Kritik ist die Behauptung falsch, CONMEBOL habe sich überhaupt nicht zu FIFA Forward Enterprise geäußert. Laut der offiziellen Mitteilung der CONMEBOL konsultierte der Verband seine zehn Mitgliedsverbände, berief eine Sitzung seines Rates ein und forderte von der FIFA weitere Informationen zur Struktur, Kontrolle und zu den möglichen Folgen des Projekts. In der Erklärung hieß es: „Die Entwicklung des Fußballs erfordert kommerzielle und finanzielle Entscheidungen. Solche Entscheidungen müssen jedoch immer dem Fußball dienen und dürfen niemals über seinem Wesen stehen.“

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Die Erklärung unterstützte das Projekt nicht, vermied aber die kompromisslose Sprache der UEFA. Laut einem Bericht von Infobae gingen FIFA-Quellen davon aus, dass die Forderung nach weiteren Informationen Infantino davon überzeugte, dass sein Vorschlag keine ausreichende Unterstützung besaß. CONMEBOLs Vorbehalte könnten somit zum Ende des Projekts beigetragen haben, obwohl der Verband den FIFA-Präsidenten nicht persönlich verurteilte.

Domínguez’ FIFA-Rolle prägt die Debatte

Alejandro Domínguez führt CONMEBOL seit 2016 und ist zugleich FIFA-Vizepräsident sowie Mitglied des FIFA-Rates. Diese Doppelfunktion stellt nicht automatisch einen formellen Interessenkonflikt dar, erzeugt aber eine politische Spannung, sobald der südamerikanische Verband die FIFA-Führung herausfordern soll. Der Brasilien-Experte Andreas Knudsen erklärte gegenüber TV 2 Sport, eine offene Distanzierung käme beinahe einem Versuch gleich, Infantino „in den Rücken zu fallen“.

CONMEBOLs Loyalität zu Infantino bestand bereits vor der aktuellen Krise. Laut einem Bericht von AS unterstützte der Rat des Verbandes im April einstimmig Infantinos Amtsführung und eine mögliche Kandidatur für die Periode 2027 bis 2031. Dass sich CONMEBOL nun nicht einer Kampagne zu seiner Absetzung anschließt, entspricht daher der bisherigen politischen Linie des Verbandes.

UEFA macht die Spaltung sichtbar

CONMEBOLs vorsichtige Reaktion steht in scharfem Kontrast zur europäischen Position. Laut der offiziellen Erklärung der UEFA nach dem Rückzug hat die aktuelle FIFA-Führung das Vertrauen der UEFA verloren, weshalb bei der anschließenden Überprüfung keine Option ausgeschlossen werden dürfe. Mehrere europäische Verbände erwägen zudem, ihre früheren Unterstützungsschreiben für Infantino zurückzuziehen.

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Der Konflikt geht damit längst über das gescheiterte Investorenprojekt hinaus. CONMEBOL stellte FIFA Forward Enterprise infrage und könnte zu dessen Scheitern beigetragen haben, hält aber weiterhin am FIFA-Präsidenten fest. Genau diese Mischung aus Distanz zum Projekt und Loyalität zu Infantino hat die brasilianischen Medien gegen den südamerikanischen Verband aufgebracht.

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