Owen Ansah

Deutschland nominiert Sprintstar für Europameisterschaften trotz ungelöstem Anti-Doping-Fall

Deutschland nominiert Sprintstar Owen Ansah für die Leichtathletik-EM, obwohl ein Anti-Doping-Verfahren gegen ihn noch nicht abgeschlossen ist.

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Der deutsche 100-Meter-Rekordhalter Owen Ansah wurde trotz eines laufenden Anti-Doping-Verfahrens in den endgültigen Kader des Landes für die Leichtathletik-Europameisterschaften berufen. Der 25-Jährige bleibt startberechtigt, da er nicht vorläufig suspendiert wurde.

Laut der endgültigen Nominierungsbekanntgabe des Deutschen Leichtathletik-Verbandes gehört Ansah zu den 116 deutschen Athleten, die für die Meisterschaften vom 10. bis 16. August in Birmingham ausgewählt wurden. Er ist für die Einzeldisziplinen 100 und 200 Meter sowie für die 4×100-Meter-Staffeln der Männer und der Mixed-Staffel gemeldet.

Deutscher Meister für vier Disziplinen nominiert

Ansah reist als eine der führenden Figuren im deutschen Sprint zu den Meisterschaften. Er gewann sowohl die 100 als auch die 200 Meter bei den Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid und untermauerte damit seine Nominierung trotz des ungelösten Verfahrens.

Der Bericht des DLV von den nationalen Meisterschaften verzeichnete Ansahs Siegerzeit über 100 Meter mit 10,00 Sekunden, der drittschnellsten Leistung seiner Karriere. Er hält den deutschen Rekord von 9,98 Sekunden, den er am 6. Juni aufstellte.

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Seine Nominierung bedeutet, dass Deutschland ihn in Birmingham in bis zu vier Disziplinen einsetzen könnte. Das macht den ungelösten Fall besonders wichtig, sowohl für Ansahs individuelle Ambitionen als auch für Deutschlands Medaillenaussichten in den Staffeln.

NADA-Verfahren bleibt offen

Der Fall betrifft einen versuchten Dopingtest außerhalb des Wettkampfes in Ansahs Wohnung am 9. Juli, kurz bevor er nach Monaco reisen sollte. Die offizielle Mitteilung der NADA Deutschland besagt, dass ein sportrechtliches Ergebnismanagementverfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Artikel 2.3 bezüglich der Verweigerung einer Probenentnahme eingeleitet wurde.

Die NADA hat Ansah nicht vorläufig suspendiert. Die Agentur erklärte, dass die relevanten Anti-Doping-Regeln keine zwingende vorläufige Suspendierung für den mutmaßlichen Verstoß vorschreiben, was bedeutet, dass er rechtlich weiterhin trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen darf, während der Fall geprüft wird.

Es wurde kein Schuldspruch gefällt. Das Verfahren wird klären, ob Ansah einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Regeln begangen hat und, falls ja, welche Sanktionen folgen sollten.

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Ansah erklärt den verpassten Test

In einem vom DLV veröffentlichten Statement erklärte Ansah, dass der Kontrolleur außerhalb des von ihm registrierten einstündigen Testzeitfensters und kurz bevor er zum Flughafen aufbrechen musste, eingetroffen sei. Er gab auch an, kurz vor der Ankunft des Kontrolleurs die Toilette benutzt zu haben.

„Ich war bereits sehr spät dran und konnte die Probe so kurzfristig nicht abgeben, zumal ich kurz zuvor die Toilette benutzt hatte. Dies habe ich mit dem Dopingkontrollbeauftragten besprochen“, so Ansah.

„Es wurde nicht vorgeschlagen, dass mich der Dopingkontrollbeauftragte zum Flughafen begleitet, damit ich die Probe dort abgeben kann. Zudem wurden keine Konsequenzen erläutert. Der Dopingkontrollbeauftragte wünschte mir viel Erfolg in Monaco.“

Ansah erklärte, er sei anschließend am Tag des Wettkampfes in Monaco von der Welt-Anti-Doping-Agentur getestet worden. Er fügte hinzu, dass die NADA ihn am darauffolgenden Montag erneut während seines registrierten Zeitfensters zwischen 6 und 7 Uhr morgens getestet habe.

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„Ich werde alles tun, um die Angelegenheit aufzuklären“, sagte er.

Deutschland steht vor einer schwierigen Nominierungsentscheidung

Der DLV hat Ansah daher nominiert, lässt aber die Möglichkeit offen, dass sich sein Status vor oder während der Meisterschaften ändern könnte. Seine Nominierung allein garantiert nicht, dass er in jeder Disziplin eingesetzt wird, insbesondere wenn sich das Verfahren vor Beginn des Wettkampfes weiterentwickelt.

Die Welt berichtete, dass der Verband möglicherweise entscheiden muss, ob er Ansah einsetzt, falls vor den Europameisterschaften keine Entscheidung getroffen wurde. Eine spätere Suspendierung könnte dazu führen, dass seine Leistungen disqualifiziert werden und könnte auch Staffel-Ergebnisse oder Medaillen, an denen der Sprinter beteiligt war, beeinflussen.

Vorerst bleibt Ansah jedoch Teil der deutschen Pläne. Der schnellste Sprinter des Landes wird als nationaler Meister und wichtiger Medaillenkandidat nach Birmingham reisen, jedoch mit einem ungelösten Anti-Doping-Fall im Hintergrund.

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