Die einzige Nation ohne FIFA-Rangliste plant nach sechsjähriger Sperre ihr Comeback
Eritrea hat seine Teilnahme an der Qualifikation für den Afrika-Cup 2027 bestätigt und kehrt damit nach mehr als sechs Jahren ohne offizielles Spiel in den internationalen Fußball zurück.
Das ostafrikanische Land ist derzeit das einzige FIFA-Mitglied ohne Weltranglistenplatz – ein Status, der eher auf die lange Abwesenheit von Wettbewerben als auf eine formelle Sperre zurückzuführen ist.
Fußball auf Eis gelegt
Eritreas letzter Auftritt fand im Januar 2020 bei einem Freundschaftsspiel gegen den Sudan statt. Das letzte Pflichtspiel datiert aus dem Jahr 2019, im Rahmen der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar.
Seitdem wurde die Teilnahme des Landes immer wieder eingeschränkt. Laut Berichten von BBC Sport Africa hat die eritreische Regierung internationale Spiele aus Sorge unterbunden, dass Spieler im Ausland Asyl beantragen oder dort bleiben könnten, nachdem sie mit dem Nationalteam gereist waren.
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Diese Bedenken traten im November 2023 erneut auf, als Eritrea sich wenige Tage vor dem geplanten Auftaktspiel gegen Marokko aus der Qualifikation für die WM 2026 zurückzog. Die FIFA bestätigte den Rückzug damals mit den Worten: „Alle Spiele Eritreas wurden abgesagt, der restliche Spielplan der Gruppe E bleibt unverändert.“
Kritik aus der Mannschaft
Die Entscheidung stieß innerhalb der Mannschaft auf Kritik. Mittelfeldspieler Mohammed Saeid sagte, die Unsicherheit über Führung und Planung habe die Nationalmannschaft geschwächt.
„Ich weiß nicht, warum das passiert ist oder wer verantwortlich ist. Es ist offensichtlich, dass die Verantwortlichen den Fußball nicht ernst genug nehmen“, sagte Saeid gegenüber BBC Sport Africa.
Er erklärte weiter, dass Spieler mit eritreischen Wurzeln, die in Europa aktiv sind, zunehmend zögern, sich für die Nationalmannschaft zu engagieren – angesichts der wiederholten Rückzüge: „Wir könnten mithalten, wenn man uns eine Chance geben würde.“
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Rückkehr über den Afrika-Cup
Eritreas geplante Rückkehr erfolgt über die Qualifikation für den Afrika-Cup 2027, der gemeinsam von Kenia, Uganda und Tansania ausgerichtet wird.
Die Ankündigung kommt zu einem geschäftigen Zeitpunkt für den afrikanischen Fußball. Die Qualifikationsrunde für die WM 2026 ist abgeschlossen, neun Teams haben sich bereits Plätze in Nordamerika gesichert, während mehrere Top-Nationen noch in der laufenden Afrika-Cup-Ausgabe 2025 vertreten sind, die sich derzeit im Viertelfinale befindet.
Für Eritrea ist das Ziel jedoch kurzfristiger: die Wiederherstellung einer aktiven Nationalmannschaft nach jahrelanger Abwesenheit auf der internationalen Bühne.
Quellen: BBC Sport Africa, FIFA
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