Die erste Halbzeit des FC Bayern bricht mit den üblichen Maßstäben der Dominanz
Zur Saisonhalbzeit in der Bundesliga gibt nicht nur der FC Bayern München das Tempo vor – er verschiebt die Maßstäbe der Liga. Rekorde wurden eingestellt, andere stehen bereits unter Druck, und Vincent Kompanys erste Saison als Cheftrainer nimmt allmählich historischen Charakter an.
Die auffälligste Zahl ist schnell erklärt: Der 3:1-Sieg gegen Köln brachte den Bayern 47 Punkte nach 17 Spielen ein – ein Wert, der den bisherigen Bundesliga-Rekord zur Halbzeit einstellt. Laut BBC Sport hatte zuvor nur das Bayern-Team unter Pep Guardiola in der Saison 2013/14 diese Marke erreicht.
Was diese Mannschaft von früheren Generationen unterscheidet, ist die Art ihrer Dominanz. Kompanys Team verbindet Kontrolle mit einer offensiven Durchschlagskraft, die dem FC Bayern bereits einen Vorsprung von elf Punkten auf Borussia Dortmund eingebracht hat – und das, noch bevor der Winter richtig begonnen hat.
Tore in historischem Tempo
Das enorme Offensivpotenzial des FC Bayern erklärt, warum sich diese Saison bereits jetzt außergewöhnlich anfühlt. BBC Sport berichtet, dass die 66 Tore in 17 Bundesligaspielen weit über dem Durchschnitt des modernen europäischen Fußballs liegen.
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Vergleichbare Werte finden sich nur tief in der Fußballhistorie. Athletic Bilbao erzielte 72 Tore in der spanischen Saison 1930/31, und die Blackburn Rovers trafen in der englischen Topliga 1889/90 sogar 73-mal – beides extreme Ausreißer. Selbst Manchester Citys hochgelobte Meistermannschaft von 2011/12, oft als offensives Vorbild genannt, lag zu diesem Zeitpunkt deutlich hinter dem heutigen Bayern-Tempo.
Mit fast vier Toren pro Spiel ist der FC Bayern nicht nur auf Kurs, seinen eigenen Bundesliga-Rekord von 101 Treffern aus dem Jahr 1972 zu erreichen – er nähert sich auch Zahlen, die in jeder Ära des europäischen Spitzenfußballs herausragend wären.
Kane setzt den Maßstab
Im Zentrum der bayerischen Offensivmaschinerie steht Harry Kane, dessen Einfluss immer stärker wird. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft erzielte bislang 31 Tore in 27 Pflichtspielen dieser Saison, davon 20 in der Bundesliga – Zahlen, die von BBC Sport hervorgehoben wurden.
Seit seinem Wechsel von Tottenham hat sich seine Effizienz stetig verbessert. Kürzlich wurde er zum schnellsten Spieler in der Bundesliga-Geschichte, der 100 Torbeteiligungen (Tore und Assists) erreichte – ein Zeichen nicht nur für Quantität, sondern auch für Konstanz in unterschiedlichen Spielsituationen.
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Nach diesem Meilenstein äußerte sich Kompany kurz zur Entwicklung seines Stürmers: „Er wird weiterhin viele individuelle Rekorde brechen, denn er ist ein außergewöhnlicher Spieler.“
Mehr als nur ein Ein-Mann-Sturm
Trotz Kanes überragender Leistungen endet die offensive Gefahr des FC Bayern nicht bei ihm. Insgesamt haben 15 verschiedene Spieler in der Liga getroffen, sieben davon mindestens dreimal – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Verantwortung im Team breit verteilt ist.
Bemerkenswert ist auch, wie die Tore entstehen: Der Großteil fällt aus dem Spiel heraus und nicht nach Standardsituationen. Das spricht für ein System, das auf konstantem Druck, viel Bewegung und eingeübten Abläufen basiert – nicht auf zufällige oder isolierte Aktionen.
Wie weit kann dieser FC Bayern gehen?
Ob die Bayern dieses Tempo bis zum Frühjahr halten können, bleibt abzuwarten. Doch zur Saisonhalbzeit deuten die Zahlen darauf hin, dass es in dieser Saison nicht nur um einen weiteren Meistertitel geht – sondern um die Frage, welchen Platz diese Mannschaft in der langen Erfolgsgeschichte des Klubs einnehmen wird.
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Quelle: BBC Sport
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