England Squad 2024

England entlarvt? WM-Träume durch Schock-Remis gegen Ghana erschüttert

Englands WM-Hoffnungen 2026 wurden durch ein frustrierendes 0:0 gegen Ghana erschüttert, was Rufe nach taktischen Anpassungen trotz Gruppenführung auslöste.

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Englands hohe Erwartungen an die Weltmeisterschaft 2026 erlitten einen erheblichen Dämpfer nach einem frustrierenden 0:0-Unentschieden gegen Ghana in ihrem zweiten Gruppenspiel. Das Remis, das auf einen beeindruckenden Auftaktsieg gegen Kroatien folgte, diente Thomas Tuchels Mannschaft als „brutaler Realitätscheck“, trotz ihrer aktuellen Tabellenführung in Gruppe L und guter Aussichten auf die Qualifikation für das Sechzehntelfinale.

Schwierigkeiten gegen den tiefstehenden Block

Die Begegnung im Boston Stadium verdeutlichte Englands Schwierigkeiten, eine widerstandsfähige und tiefstehende Abwehr zu durchbrechen. Ghana, unter Trainer Carlos Queiroz, setzte auf eine disziplinierte 4-5-1-Formation, die darauf ausgelegt war, Räume zu verwehren und Englands Angriffsambitionen zu frustrieren. Die Statistiken zeichneten ein Bild der Dominanz ohne Durchschlagskraft: England hatte 78,2 % Ballbesitz, fand aber, wie Queiroz kritisch bemerkte, „keine Lösungen“, um die ghanaische Hintermannschaft zu knacken.

Englands Cheftrainer Thomas Tuchel räumte die Herausforderung ein, die der Gegner darstellte. „Es ist schwierig, einen Weg zu finden, wenn jemand ein 4-5-1 spielt, komplett tief steht und sich dem verschrieben hat, und sie ein 0:0 wie einen Sieg gefeiert haben“, sagte Tuchel gegenüber BBC Sport und fügte hinzu: „Man konnte also die unterschiedlichen Ansätze sehen, was fair ist und ihnen zugutehält. Man darf deswegen nicht den Kopf verlieren.“

Trotz ihrer Feldüberlegenheit waren klare Torchancen für England Mangelware. Kapitän Harry Kane hatte in der gesamten ersten Halbzeit nur zwei Ballkontakte im ghanaischen Strafraum, ein Beweis für die Effektivität von Ghanas Abwehrriegel. Nico O’Reilly kam dem Tor am nächsten, als er einen Kopfball an den Pfosten setzte, während Marc Guehi einen Bogenkopfball von der Linie geklärt sah. Bukayo Saka, der 25 Minuten vor Schluss für Anthony Gordon eingewechselt wurde, zwang Ghanas Torhüter Benjamin Asare zu einer späten Parade, konnte aber den Durchbruch nicht erzwingen.

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Forderungen nach taktischen Anpassungen

Das Unentschieden hat eine Debatte über Englands Kreativität und taktische Flexibilität gegen defensive Formationen ausgelöst. Der ehemalige englische Kapitän Wayne Rooney schlug im Gespräch mit BBC Sport Änderungen für das bevorstehende Spiel gegen Panama vor. „England hat sondiert, aber es gab während des gesamten Spiels kleine Details, die Tuchel mit dem Team analysieren und versuchen wird zu verbessern“, kommentierte Rooney. „Wenn eine Mannschaft in einem tiefen Block sitzt, muss man den Ball flanken. Das ist sehr schwer zu verteidigen. Ich glaube nicht, dass wir in 90 Minuten genug geflankt haben.“

Ghana wiederum fühlte sich durch eine späte Elfmeterentscheidung benachteiligt. Prince Kwabena Adu ging im Strafraum nach Kontakt mit Ezri Konsa zu Boden, doch Schiedsrichter Said Martinez winkte die Proteste ab. Ghanas Trainer Carlos Queiroz drückte seine Frustration aus und bemerkte sarkastisch, dass „der VAR einen Kaffee trinken gegangen ist“.

Trotz des Rückschlags bleiben Englands Spieler optimistisch. Mittelfeldspieler Declan Rice sagte gegenüber BBC Sport: „Wir haben immer noch eine großartige Chance, die Gruppe gegen Panama als Erster abzuschließen, also ist überall Positivität angesagt.“ Er fügte hinzu: „Viele Top-Nationen spielen das erste Spiel unentschieden, daher gibt es keinen Grund, negativ oder niedergeschlagen zu sein. Wir werden positiv bleiben.“

Da England weiterhin die Gruppe L anführt und die Qualifikation für die K.-o.-Phase fest im Blick hat, verlagert sich der Fokus nun auf das letzte Gruppenspiel gegen Panama. Die seit 1966 andauernde Durststrecke der englischen Herren-Nationalmannschaft schwebt weiterhin über ihnen, und obwohl das Unentschieden gegen Ghana ihre WM-Hoffnungen nicht zunichtemacht, ist es sicherlich eine ernste Mahnung an die bevorstehenden Herausforderungen.

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