Die Tour de France-Auswahl von Lidl-Trek hat für eine dänische Überraschung gesorgt.
Søren Kragh Andersen wurde nicht in das Team für das Rennen berufen, obwohl er als natürlicher Bestandteil der Gruppe galt, die um die Ambitionen von Mads Pedersen aufgebaut wurde.
Für Pedersen geht es bei der Tour nicht nur darum, drei harte Wochen zu überstehen. Er peilt Etappensiege und das Grüne Trikot an. Das macht jeden Fahrer um ihn herum wichtig, besonders an flachen und welligen Tagen, an denen Positionierung, Timing und Anfahrtsarbeit alles entscheiden können.
Eine überraschende Nichtberücksichtigung
Laut TV 2 Sport bezeichnete Radsportexperte Emil Axelgaard Kragh Andersens Abwesenheit als „eine kleine Bombe“.
Lesen Sie auch: Joshua Kimmich fällt schonungsloses Urteil nach Deutschlands schockierendem WM-Aus
Es ist leicht zu erkennen, warum.
Kragh Andersen ist nicht nur ein erfahrener dänischer Fahrer. Er ist auch der Typ Fahrer, der genau in dem Terrain helfen kann, in dem Pedersen seine Rivalen normalerweise in Schwierigkeiten bringen will: nervöse Flachetappen, Windkanten, wellige Finales und chaotische Ankünfte.
Seine Nichtberücksichtigung sieht daher nach mehr als einer einfachen Kaderentscheidung aus.
Sie verändert die Form von Pedersens Unterstützung.
Lesen Sie auch: Djokovic übersteht Wu-Schreck nach Centre-Court-Thriller
Pedersen hatte auf seinen Sprintzug verwiesen
Die Entscheidung ist besonders bemerkenswert, da Kragh Andersen zuvor als Teil von Pedersens Tour-Plänen genannt worden war.
Laut Daniel Bensons Interview mit Mads Pedersen machte der Däne seine Ambition vor dem Rennen deutlich.
„Ich bin da, um Etappen zu gewinnen und zu versuchen, das Grüne Trikot zu holen“, sagte Pedersen.
Diese Ambition erfordert eine starke Struktur um ihn herum.
Lesen Sie auch: Frankreich gegen Schweden: Opta-Supercomputer prognostiziert Sieger im WM-K.o.-Spiel
Mathias Vacek ist weiterhin im Team und verleiht Lidl-Trek Kraft, Positionierung und Vielseitigkeit. Doch ohne Kragh Andersen verliert Pedersen einen vertrauten und erfahrenen Fahrer, der in den letzten Kilometern, bevor die Sprintzüge vollständig übernehmen, eine zentrale Rolle hätte spielen können.
Das bedeutet nicht, dass sich Lidl-Trek insgesamt geschwächt hat.
Es bedeutet aber, dass sie eine andere Balance gewählt haben.
Lidl-Trek wählt einen breiteren Plan
Laut AS besteht das Tour-Team von Lidl-Trek aus Juan Ayuso, Mads Pedersen, Derek Gee-West, Carlos Verona, Toms Skujins, Mathias Vacek, Mattias Skjelmose und Quinn Simmons.
Lesen Sie auch: Toto Wolff beendet Verstappen-Spekulationen: „Ja, wir wollen nichts ändern“
Diese Auswahl sagt viel aus.
Das Team setzt nicht allein auf Pedersen. Es hat auch Juan Ayuso für die Gesamtwertung, Mattias Skjelmose für schwierigeres Terrain und mehrere Fahrer, die je nach Etappe verschiedene Leader unterstützen können.
In diesem Sinne könnte Kragh Andersen ein Opfer der breiteren Ambitionen von Lidl-Trek geworden sein.
Pedersen braucht einen Sprintzug. Ayuso braucht Unterstützung in den Bergen. Skjelmose braucht Freiheit. Das Team kann nicht jeden Plan mit nur acht Fahrern erfüllen.
Lesen Sie auch: Warriors verfolgen angeblich kühnen Plan, LeBron James, Stephen Curry und Anthony Davis zu vereinen
Schlechtes Timing für Kragh Andersen
Für Kragh Andersen ist das Timing hart.
Er wechselte zu Lidl-Trek, um Teil eines starken skandinavischen Kerns um Fahrer wie Pedersen und Skjelmose zu werden. Ein Platz bei der Tour de France wäre eine große Chance gewesen, diese Rolle auf der größten Bühne des Radsports sichtbar zu machen.
Stattdessen schaut er nun von außen zu, wie das Team mit einer anderen Version seines Plans in das Rennen geht.
Die Entscheidung wird auch in Dänemark für Aufsehen sorgen, wo Pedersens Angriff auf das Grüne Trikot voraussichtlich eine der Hauptgeschichten der Tour sein wird.
Ein Wagnis um Pedersen
Lidl-Trek hat möglicherweise dennoch eine logische Entscheidung getroffen.
Ihr endgültiges Team verfügt über Kraft, Kletterstärke und taktische Flexibilität. Es ist für mehr als ein Ziel ausgelegt.
Aber das ist auch das Risiko.
Pedersen ist am besten, wenn er Fahrer um sich hat, die das Chaos kontrollieren können, bevor er seinen Sprint startet oder an einem schwierigen Finale angreift. Kragh Andersen schien wie gemacht für diese Aufgabe.
Ihn wegzulassen, könnte sich als klug erweisen, wenn der breitere Plan von Lidl-Trek aufgeht.
Doch wenn Pedersen in der hektischen ersten Woche wichtige Positionen verliert, wird die Entscheidung schnell in Erinnerung gerufen werden.



