Ferrari's behind-the-scenes tensions could explain Charles Leclerc's Verstappen decision

Ferraris Spannungen hinter den Kulissen könnten Charles Leclercs Entscheidung gegen Verstappen erklären

Mark Hughes argumentiert im Motor Sport Magazine, dass die Gerüchte um die Zukunft von Fred Vasseur Charles Leclerc in Kurve 1 in Singapur vorsichtig werden ließen, während ein Vertrag bis…

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Charles Leclerc hatte den besseren Start in Marina Bay. Er hatte die Innenbahn in Kurve 1. Er ging vom Gas.

In seiner MPH-Kolumne für das Motor Sport Magazine deutete Mark Hughes diesen Moment als bislang deutlichstes Zeichen dafür, dass Ferraris interne Politik mit Leclerc ins Cockpit wandert. Die Begründung: Ein Fahrer, der weiß, dass aus der Chefetage gegen seinen Teamchef gestreut wird, kann es sich nicht leisten, nach einer Kollision in der ersten Kurve in die Box zurückzukehren.

Leclerc stellte es nach dem Rennen nicht so dar. Er erklärte Reportern, Verstappens Red Bull habe im entscheidenden Moment „am Ende der Geraden keine Leistung mehr gehabt“, er aber habe nach dem Start seine Orientierungspunkte verloren.

„Ich konnte die Markierungen rechts nicht sehen. Dadurch verliert man ein Stück weit alle Referenzpunkte“, sagte er.

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Verstappen gewann das Rennen von der Pole aus mit 7,3 Sekunden Vorsprung vor Leclerc, Dritter wurde Kimi Antonelli, wie Formula 1 berichtet. Es war sein erster Sieg in Marina Bay, bei seinem zehnten Anlauf, und er gelang bei seinem 250. Grand-Prix-Start.

Die Vasseur-Frage, die nicht verschwinden will

Hintergrund ist ein Ferrari-Teamchef, über dessen Amt immer wieder geschrieben wird. PlanetF1 berichtete Ende September, die Konzernspitze um Verwaltungsratsvorsitzenden John Elkann und CEO Benedetto Vigna habe begonnen, einen Nachfolgeplan zu entwerfen, der eine behutsame Ablösung Vasseurs zum Ende 2026 vorsehe.

Zwei Tage später setzte Ferrari einen ungewöhnlichen Pressetermin an, um den Spekulationen entgegenzutreten. Kommunikationschefin Maria Conti sagte, das Team habe „volles Vertrauen in Fred Vasseur“, und bestand darauf, dass die Organisation „vereint und geschlossen“ bleiben müsse. Elkann und Vigna traten nicht auf.

Vasseur selbst hatte bereits deutlich gemacht, was ihn der stete Strom an Berichten an einem Rennwochenende kostet. Nach Baku beklagte er, Ferrari arbeite nicht in „perfekter Gelassenheit“, weil Fragen zu seiner Zukunft bis in die Box drängen.

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Ein loyaler Fahrer mit weniger Spielraum fürs Risiko

Leclerc unterschrieb vor seinem Heimrennen in Monaco im Juni einen neuen langfristigen Ferrari-Vertrag, der bis in die 2030er Jahre laufen soll. Er hat sich in Interviews über die gesamte Saison hinweg öffentlich hinter Vasseur gestellt.

Hughes‘ Punkt lautet, dass diese Loyalität einen Preis hat. Ein Leclerc, der in Singapur in Kurve 1 aus einem demolierten Ferrari steigt, müsste einem Chef gegenübertreten, den er verteidigt hat, einem Teamkollegen, mit dem er wenige Wochen zuvor in Monza bereits aneinandergeraten war, und einer Führungsebene, die nach Gründen zum Handeln sucht. Die Entscheidung, nicht voll ins Risiko zu gehen, ist rational, lange bevor sie taktisch wird.

Monza ist hier keine Abstraktion. In der dritten Runde des Großen Preises von Italien drängte Leclerc Lewis Hamilton in der ersten Schikane ab, verlor dann in der Parabolica das Heck und bohrte den Wagen in die Streckenbegrenzung. Er übernahm öffentlich die Schuld.

„Ich habe das Heck verloren, so einfach ist das, es ist mein Fehler“, sagte er. Das interne Nachspiel, mit einem über den Boxenfunk tobenden Hamilton, wurde tagelang thematisiert.

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Verstappens ruhigeres Jahr

Hughes zieht den Kontrast zu einem Fahrer, der kaum etwas auf den Schultern trägt. Verstappen unterschrieb im August in Zandvoort eine Vertragsverlängerung bei Red Bull bis Ende 2030 und beendete damit monatelange Spekulationen über eine Ausstiegsklausel.

Die Meisterschaft ist ohne ihn weitergezogen. Antonelli führt mit 340 Punkten, dahinter George Russell als Zweiter, Hamilton als Dritter und Verstappen als Vierter mit 221 Punkten, Leclerc als Fünfter. Für Verstappen bedeutet das: Jedes Wochenende ist ein Freifahrtschein. Für Leclerc ist jedes Wochenende ein Prüfstein für das Team.

Der nächste Lauf ist der Große Preis der USA auf dem Circuit of the Americas vom 23. bis 25. Oktober.

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