Griechischer Verband zieht seine Unterstützung zurück
Der griechische Fußballverband hat Gianni Infantino öffentlich die Unterstützung für dessen erneute Kandidatur als FIFA-Präsident entzogen. Damit wächst der Widerstand gegen den Chef des Weltverbandes.
Makis Gagatsis, Präsident des griechischen Verbandes EPO, bestätigte die Entscheidung nach einer Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees in Thessaloniki.
„Der griechische Verband hat klar gegen eine Kandidatur von Gianni Infantino Stellung bezogen“, sagte Gagatsis in Äußerungen, die Reuters über CNA veröffentlichte.
Gagatsis verwies auf Ereignisse während der Weltmeisterschaft 2026, die aus seiner Sicht für die Öffentlichkeit nicht akzeptabel gewesen seien. Außerdem kritisierte er das Projekt FIFA Forward Enterprise, das einen Verkauf von Anteilen an einer kommerziellen Gesellschaft mit Rechten an FIFA-Turnieren an private Investoren prüfte.
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Laut dem Bericht von TV 2 Sport ist Griechenland der jüngste Verband, der sich nach monatelangen Turbulenzen von Infantino distanziert.
Gescheitertes Projekt beschädigt das Vertrauen
FIFA Forward Enterprise hätte privaten Investoren den Erwerb von ungefähr 20 Prozent einer von der FIFA kontrollierten kommerziellen Gesellschaft ermöglicht. Diese sollte Einnahmerechte aus Wettbewerben einschließlich der Weltmeisterschaft bündeln.
Infantino argumentierte, das Modell könne zusätzliches Geld für die Entwicklung des Fußballs schaffen, ohne sportliche Entscheidungsgewalt abzugeben. Der Plan stieß dennoch auf heftigen Widerstand, weil er öffentlich wurde, bevor er dem FIFA-Council und den 211 Mitgliedsverbänden vollständig vorgestellt worden war.
UEFA, CONCACAF und der Asiatische Fußballverband gehörten zu den schärfsten Kritikern. Die FIFA zog den Vorschlag im Juli zurück und räumte später Fehler bei der Abwicklung des Prozesses ein.
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Gagatsis erklärte, der griechische Verband lehne ein Programm zum Verkauf von WM-Rechten eindeutig ab und habe deshalb seine Unterstützung für Infantino beendet.
Die Entscheidung betrifft Griechenlands Position bei der Präsidentschaftswahl 2027. Sie ist kein formelles Misstrauensvotum, das Infantino sofort aus dem Amt entfernen könnte.
UEFA sucht einen glaubwürdigen Gegenkandidaten
Die UEFA vertritt zunehmend die Auffassung, dass die FIFA wegen des verlorenen Vertrauens einen Führungswechsel benötigt. Einen Kandidaten zu finden, der den Amtsinhaber tatsächlich schlagen kann, bleibt jedoch eine große Herausforderung.
Auch der frühere deutsche Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff unterstützte den UEFA-Kurs bei der Veranstaltung in Thessaloniki. Er erklärte, der Fußball sei zwar längst stark kommerzialisiert, bleibe aber ein gemeinsames Gut, das geschützt werden müsse.
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Der dänische Verbandspräsident Jesper Møller, Mitglied des UEFA-Exekutivkomitees, will weiterhin gemeinsam mit europäischen Kollegen nach einem mehrheitsfähigen Kandidaten suchen.
Mögliche Herausforderer müssen ihre Kandidatur bis zum 18. November einreichen. Die Wahl soll im März 2027 in Rabat stattfinden.
Infantino erhielt zu Beginn des Wahlkampfs Unterstützungsbekundungen von mehr als 200 der 211 FIFA-Verbände. Einige davon haben ihre Position inzwischen geändert. Internationale Medien berichten dennoch, dass er weiterhin über genügend Stimmen für einen Sieg verfügen könnte.
Symbolischer Rückschlag mit offenem Wahleinfluss
Die griechische Entscheidung ist bedeutsam, weil sie den Eindruck einer geschlosseneren europäischen Opposition verstärkt. Sie zeigt außerdem, dass frühere Unterstützungsbekundungen nicht zwingend dauerhafte Verpflichtungen darstellen.
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Bei der FIFA-Wahl verfügt jedoch jeder der 211 Mitgliedsverbände über eine Stimme. Allein der europäische Widerstand reicht nicht aus, falls Infantino seine starke Unterstützung in Afrika, Südamerika und großen Teilen Asiens behält.
Die FIFA-Geschäftsführung bekräftigte nach einer Krisensitzung in Marokko im August ihre Unterstützung für den Präsidenten. Infantino schlug anschließend eine unabhängige externe Prüfung der Führungsstrukturen vor, die das Council am 15. Oktober beraten könnte.
Griechenlands Rückzug erhöht somit den politischen Druck, entscheidet aber nicht die Wahl. Ausschlaggebend wird sein, ob die UEFA aus der Unzufriedenheit eine glaubwürdige Kandidatur mit Unterstützung über Europa hinaus formen kann.
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