Die kolportierte mündliche Vereinbarung von Andoni Iraola, das Ruder bei Liverpool zu übernehmen, nach seinem beeindruckenden sechsten Platz mit Bournemouth und der erstmaligen Qualifikation für Europa, rückt ihn direkt in ein Trainer-Rampenlicht, das sich historisch als unversöhnlich erwiesen hat. Laut BBC Sport deuten Daten darauf hin, dass der Wechsel von einem erfolgreichen Premier-League-Team zu einem der ‚Big Six‘-Klubs – Arsenal, Chelsea, Liverpool, Manchester City, Manchester United und Tottenham – einen der schwierigsten Übergänge im modernen Fußball darstellt.
Der unversöhnliche Übergang zu den Big Six
Wie von BBC Sport hervorgehoben, ist der Weg von einem Überflieger aus dem Mittelfeld zu einem ‚Big Six‘-Trainer voller Gefahren, gekennzeichnet durch kurze Amtszeiten, gemischte Ergebnisse und das Fehlen großer Trophäen. Seit der Übernahme von Manchester City im Jahr 2008 hat kein Trainer, der diesen spezifischen Schritt innerhalb der Premier League gemacht hat, eine große Trophäe gewonnen.
Die Analyse von BBC Sport ergab, dass die Mehrheit dieser Ernennungen keine zwei vollen Saisons überdauert hat, wobei viele entlassen wurden, bevor sie ihre erste Saison beendeten.
Der erhöhte Druck und die gestiegenen Anforderungen sind deutlich. BBC Sport stellt fest, dass ‚Big Six‘-Klubs in der Saison 2025/26 durchschnittlich 55 Spiele in allen Wettbewerben bestritten haben, acht mehr als andere Premier-League-Teams. Dies bedeutet weniger Vorbereitungszeit und eine Verschiebung der Erwartungen vom Übertreffen von Zielen zum konsequenten Erreichen dieser, wobei ein Sieg als Mindestanforderung gilt.
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Mehrere prominente Beispiele unterstreichen diese Schwierigkeit:
David Moyes: 2013 von Everton zu Manchester United berufen, wurde er nach nur 10 Monaten eines Sechsjahresvertrags entlassen. Unter Moyes verpasste United erstmals seit 1995 die Qualifikation für die Champions League. Wie Sir Alex Ferguson in seiner Abschiedsrede eindringlich forderte, wurden die Fans gebeten, „zu eurem neuen Trainer zu stehen“, doch die Unterstützung erwies sich als unzureichend.
Roy Hodgson: Nachdem er Fulham ins Europa-League-Finale geführt hatte, nannte er den Job bei Liverpool bei seiner Ernennung im Juli 2010 „den größten Job im Klubfußball“. Er wurde im folgenden Januar entlassen, als Liverpool auf dem 12. Platz in der Liga stand, nachdem er nur sieben von 20 Spielen gewonnen hatte. Sein Punkteschnitt pro Spiel sank an der Anfield Road leicht.
Graham Potter: Hielt sich nach seinem Wechsel von Brighton nur 22 Ligaspiele bei Chelsea, wobei seine Bilanz nur eine leichte Verbesserung gegenüber seinem Brighton-Durchschnitt zeigte.
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Nuno Espirito Santo: Leitete nur 10 Ligaspiele bei Tottenham, obwohl er die Wolves von der Championship ins Europa-League-Viertelfinale geführt hatte.
Thomas Frank: Hielt sich nach seinem Wechsel von Brentford 26 Spiele bei Tottenham, wobei sein Punkteschnitt pro Spiel nach dem Wechsel sank.
Knappe Fehlschläge und die Championship-Anomalie
Während klare Misserfolge häufig sind, haben einige Trainer die ‚Big Six‘-Landschaft mit mehr Langlebigkeit gemeistert, blieben aber dennoch ohne große Titel. Brendan Rodgers, der sich nach seinem Wechsel von Swansea zu Liverpool im Jahr 2012 deutlich verbesserte, kam 2013/14 einem Premier-League-Titel nahe, bevor er im Oktober 2015 entlassen wurde. Mauricio Pochettino, der 2014 nach beeindruckenden Leistungen bei Southampton zu Tottenham wechselte, führte die Spurs 2016/17 zu einem zweiten Platz und 2019 zu ihrem ersten Champions-League-Finale, nur um später im selben Jahr nach schlechten Ergebnissen entlassen zu werden. Er war 90 Minuten vom Gewinn der Champions League entfernt.
Interessanterweise haben Trainer, die aus der Championship aufgestiegen sind, eine andere, wenn auch immer noch herausfordernde Entwicklung gezeigt. Enzo Maresca zum Beispiel sicherte sich den Aufstieg mit Leicester, bevor er 2024 zu Chelsea wechselte, ohne ein einziges Erstligaspiel geleitet zu haben. Er trotzte den Erwartungen, indem er in seiner einzigen vollen Saison an der Stamford Bridge die Conference League und die Klub-Weltmeisterschaft gewann. Frank Lampard wechselte 2019 ebenfalls vom Championship-Team Derby County zu Chelsea, sicherte sich in seiner ersten Saison die Champions-League-Qualifikation, bevor er nach 18 Monaten entlassen wurde. Michael Carrick, ein weiterer Championship-Trainer von Middlesbrough, wurde kürzlich zum permanenten Cheftrainer von Manchester United ernannt.
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Für Andoni Iraola ist der historische Präzedenzfall klar. Sein Erfolg bei Bournemouth ist lobenswert, doch der Sprung zu Liverpool stellt eine einzigartige, risikoreiche Herausforderung dar, die nur wenige vor ihm wirklich mit großen Trophäen gemeistert haben.
Quellen: www.bbc.com
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