Manchester City hatte einen Ausweg. Ein am 9. Oktober veröffentlichter Bloomberg-Bericht enthüllte, dass der Klub und die Premier League vor dem Urteil der unabhängigen Kommission in einem frühen Stadium Vergleichsgespräche geführt und eine Geldzahlung sondiert hatten, mit der die härtesten sportlichen Strafen vom Tisch hätten genommen werden können.
Diese Gespräche führten zu nichts. Laut der Bloomberg-Berichterstattung, zitiert von Goal, habe City „keinerlei Kompromisse bei seinen unverrückbaren Unschuldsbeteuerungen zugelassen“, was keinen Raum für eine Einigung ließ.
Sowohl City als auch die Liga lehnten eine Stellungnahme zu den Gesprächen ab.
Eine Zahlung, kein Punktabzug
Auf dem Tisch lag, wie Football365 aus dem Bloomberg-Artikel zitierte, eine „erhebliche Geldzahlung anstelle von Abstieg und Titelaberkennung“. Mit anderen Worten: eine Geldstrafe im Austausch dafür, dass die schwersten sportlichen Sanktionen aus dem Strafkatalog herausgehalten würden.
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Selbst eine erfolgreiche Einigung hätte den Fall nicht gänzlich beendet. Ein Vergleich, so Bloomberg, hätte den Umfang des Verfahrens vermutlich lediglich reduziert.
Die konkurrierenden Premier-League-Klubs hätten eine stille finanzielle Lösung ohnehin nie begrüßt. Mehrere von ihnen fordern nun, da das Urteil gefällt wurde, rückwirkende wie zukünftige Sanktionen.
900 Millionen Pfund und „Scheinverträge“
Dass ein Vergleich überhaupt im Raum stand, liegt am Ausmaß dessen, was die unabhängige Kommission feststellte. Am 29. September wurde City in nahezu allen schwerwiegenden Anklagepunkten wegen Verstößen gegen die Finanzregeln schuldig gesprochen, die erstmals im Februar 2023 erhoben worden waren.
Die Kommission kam zu dem Schluss, dass City zwischen den Spielzeiten 2009/10 und 2017/18 „Schein“-Werbeverträge arrangierte, die Einnahmen künstlich aufblähten und Kosten um mehr als 900 Millionen Pfund senkten, wobei die Fehlbeträge von den Abu-Dhabi-Eigentümern des Klubs ausgeglichen wurden.
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Die Premier League erklärte in ihrer Stellungnahme, das Urteil zeige, wie der Klub „fast ein Jahrzehnt lang systematisch gegen die Regeln der Premier League verstoßen“ habe, und bezeichnete den Fall als den bedeutendsten in der Geschichte des Wettbewerbs.
Citys Reaktion blieb unverändert gegenüber der Haltung, die den Vergleich soeben hatte scheitern lassen.
„Der Klub ist unschuldig an den von der Premier League erhobenen Vorwürfen, und es existiert eine umfassende Sammlung unwiderlegbarer Beweise, die alle seine Positionen in diesem Fall stützen.“
Der Klub legte am 1. Oktober Berufung ein.
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40 bis 60 Punkte stehen im Raum
Da der Weg eines Vergleichs verschlossen ist, werden die Sanktionen in einer gesonderten Anhörung nach Regel W64 der Premier League festgelegt. Ein Termin steht noch nicht fest. Die Kommission ist befugt, Geldstrafen, Punktabzüge, einen Ausschluss aus der Liga oder, unter einer „other order“-Klausel, die Titelaberkennung zu verhängen.
Für einen Fall dieser Größenordnung gibt es keinen etablierten Strafrahmen. Der Fußball-Finanzexperte Kieran Maguire sagte Al Jazeera, jede Strafe müsse „eine Null an das anhängen, was wir im Fall von Forest und Everton gesehen haben“, eine Dimension, die den Abzug in den Bereich von 40 bis 60 Punkten rücken würde. Vierzig Punkte hätten City in der Saison 2025/26 auf Platz 18 der Tabelle zurückgeworfen.
Über die Berufung entscheidet ein nichtöffentlicher Berufungsausschuss. Nach den Regeln der Premier League wird eine Entscheidung über die Berufung voraussichtlich bis Anfang Februar veröffentlicht.
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