Eine Geschichte, die mit Nigerias Niederlage im afrikanischen Playoff-Finale im Elfmeterschießen begann, ist zur bislang tiefgreifendsten Herausforderung für Gianni Infantinos FIFA-Führung geworden.
Im Mittelpunkt der Spielberechtigungsfrage steht Lionel Mpasi, ein ehemaliger französischer Jugendnationalspieler, der während der gesamten Qualifikation das Tor der DR Kongo hütete, aber nie die von der FIFA geforderten Unterlagen für einen Verbandswechsel einreichte. Laut Dokumenten, die der New York Times vorliegen, stellten die eigenen Juristen der FIFA das Problem bereits im März 2026 fest und legten Optionen vor: die Partie den Super Eagles zusprechen, Geldstrafen verhängen, die DR Kongo im interkontinentalen Playoff gegen Jamaika durch Nigeria ersetzen oder nichts unternehmen. Die FIFA entschied sich für die letzte Variante.
Mpasi stand im November 2025 im Tor, als sich die DR Kongo und Nigeria im afrikanischen Playoff-Finale nach 120 Minuten 1:1 trennten und die DR Kongo mit 4:3 im Elfmeterschießen gewann. Er stand auch am 31. März 2026 zwischen den Pfosten, als die DR Kongo Jamaika nach Verlängerung mit 1:0 bezwang und sich die erste WM-Qualifikation seit einem halben Jahrhundert sicherte.
Nigerias Beschwerde wegen Fristversäumnis abgewiesen
Nigeria reichte seine Beschwerde nach dem Ausscheiden ein und warf der DR Kongo vor, zwischen sechs und neun nicht spielberechtigte Spieler eingesetzt zu haben. Die Disziplinarkommission der FIFA erklärte die Beschwerde für unzulässig und begründete dies damit, dass sie außerhalb der vorgeschriebenen Verfahrensfrist eingereicht worden sei und die Entscheidung rechtskräftig geworden sei, weil keine Berufung auf dem ordentlichen Weg eingelegt worden sei.
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Ibrahim Musa Gusau, damals Präsident des nigerianischen Fußballverbands, sagte der New York Times, die Verantwortlichen seien darüber im Unklaren gelassen worden, was die FIFA wusste.
„Sie haben einfach geschwiegen, und sie können es niemandem sagen, weil sie wissen, dass es für sie zu einer schweren Krise wird.“
Die Nationale Sportkommission hat seitdem erklärt, Nigeria prüfe alle Optionen, einschließlich einer Schadensersatzforderung, die entgangene Turniereinnahmen, Sponsoring und die mediale Präsenz der Spieler umfasst.
Jamaika fordert einheitliche Anwendung
Jamaika, das im interkontinentalen Finale der DR Kongo unterlag, hat keine rechtlichen Schritte angedroht, verweist aber auf dieselben Akten. Der regionale Verband äußerte sich direkt zu dem Thema.
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„Die CONCACAF nimmt Fragen der Spielberechtigung sehr ernst und erwartet, dass die geltenden Regeln und Verfahren in allen Wettbewerben einheitlich und fair angewandt werden“, teilte die Konföderation mit.
Die Berichterstattung der New York Times warf zudem Fragen nach Infantinos Verhältnis zu Véron Mosengo-Omba auf, der zwei Monate nach der gesicherten Qualifikation seines Landes zum Präsidenten des kongolesischen Fußballverbands gewählt wurde. Die FIFA hat die Vorwürfe zurückgewiesen, die Unabhängigkeit ihrer Rechtsorgane betont und bestritten, dass Infantino eingegriffen habe.
Das Qualifikationsergebnis behält weiterhin Bestand
Die DR Kongo spielte bei der Weltmeisterschaft 2026, die Spanien im Juli gewann; Nigeria und Jamaika nicht. Nigeria hat noch keine Klage eingereicht, und die FIFA hat keine erneute Überprüfung des Falls Mpasi angekündigt.
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