Eine Todesmeldung ohne Quelle
„Donald Trump ist gestorben?“ Mit dieser aufsehenerregenden Botschaft erschien am 3. September ein Beitrag auf X. Das beigefügte Bild erweckte den Eindruck, der Unterhaltungs- und Nachrichtenaccount Pop Base habe den Tod des 80-jährigen US-Präsidenten gemeldet, doch es gab keinerlei Beleg dafür, dass der Account eine solche Nachricht tatsächlich veröffentlicht hatte.
Laut einem Faktencheck von Lead Stories lieferte die Suche nach dem exakten Wortlaut keine entsprechenden Ergebnisse. Weder etablierte Nachrichtenmedien noch amerikanische Regierungsstellen hatten Trumps Tod gemeldet, während sein offizieller Truth-Social-Account am selben Tag weiterhin aktiv war. Alle verfügbaren Hinweise deuteten deshalb auf einen manipulierten Screenshot und ein weiteres falsches Todesgerücht hin.
Die letzten Zweifel wurden bereits am folgenden Tag ausgeräumt. Am 4. September war Trump in einem offiziellen Video des Weißen Hauses zu sehen, als er in Washington mehrere Dekrete unterzeichnete. Während die Falschmeldung in den sozialen Medien noch diskutiert wurde, stand der Präsident vor laufenden Kameras und erfüllte seine offiziellen Aufgaben.
Golf wurde zu Trumps ungewöhnlichstem Lebenszeichen
Es war nicht das erste Mal, dass ein Todesgerücht über Trump durch seine enge Verbindung zum Golfsport widerlegt wurde. Eine beinahe identische Spekulationswelle entstand im August 2025, nachdem sich der Präsident ungewöhnlich lange nicht öffentlich gezeigt hatte. Begriffe wie „Trump ist tot“ und „Wo ist Trump?“ verbreiteten sich daraufhin schnell in den sozialen Netzwerken.
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Kurz darauf wurde Trump auf dem Weg zu einer Golfrunde mit seinen Enkelkindern Kai und Spencer fotografiert. Die Aufnahmen zeigten ihn vor dem Weißen Haus in Golfkleidung und mit einer roten Kappe, bevor die Familie zum Trump National Golf Club in Virginia fuhr, wie People berichtete. Der Golfausflug wurde damit zu einem ungewöhnlichen, aber weithin sichtbaren Beleg dafür, dass die Berichte über seinen Tod maßlos übertrieben waren.
Nun wiederholt sich dieses Muster. Erneut ist ein falsches Gerücht aufgetaucht, und wieder steht Golf im Zentrum der Geschichte. Dieses Mal geht es allerdings nicht um eine private Runde mit der Familie, sondern um ein internationales Turnier mit einigen der größten Namen des Sports.
Die Golfelite versammelt sich auf Trumps Platz
Die Amgen Irish Open werden vom 9. bis 13. September auf den Trump International Golf Links in Doonbeg ausgetragen. Zum ersten Mal gastiert das traditionsreiche Turnier auf dem Platz an der irischen Westküste. Das geschieht zu einem bemerkenswerten Zeitpunkt, nur wenige Tage nach den falschen Meldungen über den Präsidenten.
Die offiziellen Turnierinformationen der DP World Tour führen ein starkes Teilnehmerfeld mit Rory McIlroy, Shane Lowry, Jon Rahm, Tyrrell Hatton, Rasmus Højgaard, Nicolai Højgaard und Europas Ryder-Cup-Kapitän Luke Donald auf. McIlroy reist als Titelverteidiger an, nachdem er 2025 im The K Club einen dramatischen Sieg gefeiert hatte. Mit einem Eagle am letzten Loch erzwang er damals ein Stechen, das er schließlich am dritten Extraloch gewann.
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Sportlich sollte sich die Aufmerksamkeit auf die Spieler richten, doch eine Trennung von Golf, Politik und Geschäft dürfte kaum möglich sein. Das Turnier findet auf einem Platz statt, der den Namen des Präsidenten trägt, während Trump während der entscheidenden Runden persönlich erwartet wird. Selbst einige der besten Golfer der Welt könnten deshalb im Kampf um die öffentliche Aufmerksamkeit hinter einer Geschichte abseits der Fairways zurückbleiben.
Trump dürfte selbst die Hauptrolle übernehmen
Trump wird am 12. September in Irland erwartet. Zunächst soll er in Dublin die politische Führung des Landes treffen, bevor er nach Doonbeg weiterreist. Laut IrishCentral soll er anschließend die Irish Open auf seinem eigenen Resort besuchen, begleitet von einem umfangreichen Sicherheitsaufgebot und mehreren geplanten Demonstrationen.
Irlands Regierungschef Micheál Martin hat bereits eingeräumt, dass das Turnier in diesem Jahr ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit und Spannung erzeugen wird. Er betonte die Bedeutung der Irish Open für Doonbeg und die lokale Wirtschaft, verteidigte zugleich aber das Recht auf friedlichen Protest. Die Veranstaltung wird damit gleichzeitig zu einem Golfturnier, einem Präsidentenbesuch und einer politischen Bühne.
Für Trump könnte der Zeitpunkt kaum symbolischer sein. Nur wenige Tage nachdem ihn jemand in den sozialen Medien für tot erklärt hatte, könnte er bei einem internationalen Golfturnier vor die Kameras treten, das auf einem Platz mit seinem Namen ausgetragen wird. Das Todesgerücht war falsch, zeigte aber erneut, wie schnell ein manipuliertes Bild eine Geschichte erschaffen kann, die anschließend von der Realität eingeholt werden muss.
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Wenn McIlroy, Rahm und der Rest des Feldes in Doonbeg abschlagen, bleibt die Trophäe der Irish Open das sportliche Ziel. Sollte der US-Präsident bei den entscheidenden Runden erscheinen, dürfte dennoch klar sein, wem die meisten Kameras folgen werden. Donald Trump ist nicht tot, und in Irland könnte er am Ende mehr Aufmerksamkeit erhalten als sämtliche Golfstars zusammen.
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