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VAR krise? fussball startet neue überprüfung des umstrittenen videosystems

Der Einsatz von Videotechnologie im Fussball steht erneut im Mittelpunkt der Diskussion, da die Verantwortlichen des Sports prüfen wollen, wie VAR in Zukunft funktionieren soll.

Laut Philip Buckinghams Bericht in The Athletic hat das International Football Association Board, IFAB, begonnen, die Rolle des Videosystems neu zu bewerten, während die Debatte in den grossen Ligen und Wettbewerben intensiver wird.

Der Schritt erfolgt fast zehn Jahre nachdem VAR erstmals genehmigt wurde, und Offizielle wollen nun untersuchen, wie sich die Technologie im nächsten Jahrzehnt entwickeln sollte.

Ein jahrzehnt VAR

Nach der jährlichen Generalversammlung des IFAB in Cardiff bestätigte der technische Direktor David Elleray, dass die Regelhüter des Fussballs das System umfassend überprüfen wollen.

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„Wir haben heute beschlossen, dass wir nach zehn Jahren nun einen Blick auf VAR, Video Assistant Referees, werfen müssen“, sagte Elleray.

„Was erwarten wir künftig von VAR? Wie können wir es zum Vorteil des Spiels weiterentwickeln?“

Laut The Athletic könnte die Überprüfung bis zu zwei Jahre dauern, während IFAB mögliche Änderungen vor zukünftigen internationalen Turnieren, einschliesslich der FIFA Weltmeisterschaft, prüft.

Pierluigi Collina, Vorsitzender des FIFA Schiedsrichterkomitees, räumte die Frustration rund um VAR ein, betonte jedoch, dass das System den Fussball dennoch verbessert habe.

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„In Italien sagen wir, dass es in jeder wunderbaren Ehe nach sieben Jahren eine Krise gibt“, sagte Collina.

„Es ist also möglich, dass sich die Menschen zuerst in VAR verliebt haben und dann nach einigen Jahren, wie in einer Ehe, eine kleine Krise erleben.“

Von innovation zu kontroverse

VAR wurde 2016 offiziell vom IFAB genehmigt und nach seinem Einsatz bei der FIFA Weltmeisterschaft 2018 in Russland breit eingeführt.

Damals bezeichnete FIFA Präsident Gianni Infantino die Entscheidung als historischen Moment für den Fussball.

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Laut Zahlen, die The Athletic zitiert, stieg die Genauigkeit von Schiedsrichterentscheidungen während dieses Turniers von etwa 95 Prozent auf 99,2 Prozent.

Befürworter des Systems argumentieren, dass VAR offensichtliche Fehlentscheidungen korrigiert hat und gefährliche Fouls reduziert, da Spieler wissen, dass Szenen nachträglich überprüft werden können.

Der frühere Premier League Schiedsrichter Graham Scott sagte gegenüber The Athletic, dass VAR das Verhalten der Spieler auf dem Platz stillschweigend verändert habe.

„Es korrigiert klare, faktische Fehler, die für viele Menschen sonst sehr schwer zu akzeptieren wären“, sagte Scott.

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Fans verlieren die geduld

Trotz dieser Vorteile bleibt VAR in den grossen europäischen Ligen stark umstritten.

Fans kritisieren häufig lange Unterbrechungen bei Überprüfungen, extrem knappe Abseitsentscheidungen und mangelnde Kommunikation der Schiedsrichter während der Kontrolle.

Laut The Athletic kam es in der Deutschen Bundesliga bereits zu Protesten, bei denen Fans Banner gegen den Videobeweis im Stadion zeigten.

Auch Trainer haben ihre Frustration geäussert. Burnley Trainer Scott Parker kritisierte VAR, nachdem zwei knappe Abseitsentscheidungen Tore in der 4,3 Niederlage seines Teams gegen Brentford in dieser Saison aberkannt hatten.

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„Ich glaube, der Fussball ist ohne VAR besser“, sagte Parker nach dem Spiel.

Neue ideen im test

Statt das System vollständig abzuschaffen prüfen Fussballfunktionäre Möglichkeiten, wie der Videobeweis verbessert werden könnte.

Ein Vorschlag ist das sogenannte Video Football Support System, bei dem Trainer Entscheidungen anfechten können, anstatt dass Offizielle permanent Szenen überprüfen.

Laut The Athletic würde dieses Modell den Teams eine begrenzte Anzahl von Challenges geben, um eine Videoüberprüfung auszulösen, ähnlich wie in Sportarten wie Basketball oder Rugby League.

IFAB Verantwortliche bleiben jedoch vorsichtig gegenüber einer breiteren Einführung.

Sie warnen, dass zu viele Challenges Spiele verlangsamen könnten und schwerwiegende Fehler möglicherweise nicht korrigiert werden können, wenn Teams ihre Einsprüche bereits aufgebraucht haben.

Fussball sucht das richtige gleichgewicht

Während die Debatte weitergeht konzentrieren sich die Verantwortlichen im Fussball offenbar eher auf Reformen als auf eine vollständige Abschaffung von VAR.

Laut The Athletic sind viele Offizielle der Ansicht, dass die Technologie weiterhin wichtige Fehlentscheidungen verhindern kann, auch wenn ihre Anwendung umstritten bleibt.

Die bevorstehende Überprüfung soll untersuchen, wie das System schneller arbeiten, Entscheidungen klarer erklären und extrem knappe Situationen vermeiden kann, die Fans besonders frustrieren.

Fast ein Jahrzehnt nach seiner Einführung bleibt VAR eine der umstrittensten Innovationen im Fussball, und die kommenden Diskussionen könnten entscheiden, wie Schiedsrichtertechnologie in Zukunft im Fussball eingesetzt wird.

Quellen: The Athletic