Der Sport ist voller Geschichten über dramatische Aufstiege und tiefe Abstürze. Nur wenige sind jedoch mit den Fällen gefeierter Athleten vergleichbar, die später wegen Mordes verurteilt wurden.
Diese Liste umfasst ausschließlich Sportler, die wegen Mordes, Totschlags oder Verschwörung zum Mord verurteilt wurden. O.J. Simpson wird gesondert behandelt, weil er im Strafprozess freigesprochen, später jedoch in einem Zivilverfahren für zwei Todesfälle haftbar gemacht wurde.
Oscar Pistorius
Oscar Pistorius wurde zu einem der bekanntesten Sportler der Welt, nachdem er mit Karbonprothesen auch gegen nichtbehinderte Läufer angetreten war. Der Südafrikaner gewann sechs paralympische Goldmedaillen und startete 2012 bei den Olympischen Spielen.
Am Valentinstag 2013 feuerte Pistorius in seinem Haus in Pretoria vier Schüsse durch eine verschlossene Toilettentür. Dahinter befand sich seine Freundin Reeva Steenkamp, die tödlich getroffen wurde.
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Pistorius behauptete, er habe einen Einbrecher vermutet. Zunächst wurde er wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, doch ein Berufungsgericht änderte das Urteil später auf Mord. Nach südafrikanischem Recht hatte er geschossen, obwohl er vorhersehen musste, dass dadurch ein Mensch sterben könnte.
Der frühere Sprinter erhielt eine Haftstrafe von 13 Jahren und fünf Monaten. Laut der Associated Press wurde er im Januar 2024 nach fast neun Jahren auf Bewährung entlassen. Seine Strafe läuft jedoch formell bis 2029 weiter.
Aaron Hernandez
Aaron Hernandez galt als einer der aufregendsten jungen Tight Ends der NFL. Er spielte bei den New England Patriots an der Seite von Tom Brady und unterschrieb 2012 einen Vertrag, der Berichten zufolge 40 Millionen Dollar wert war.
Weniger als ein Jahr später wurde der Halbprofi-Footballer Odin Lloyd erschossen in der Nähe von Hernandez’ Haus in Massachusetts gefunden. Lloyd war mit der Schwester von Hernandez’ Verlobter zusammen.
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2015 wurde Hernandez wegen Mordes ersten Grades schuldig gesprochen und zu lebenslanger Haft ohne Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung verurteilt, wie ABC News berichtete.
In einem anderen Verfahren wurde er später vom Vorwurf eines Doppelmordes freigesprochen. Fünf Tage nach diesem Urteil wurde der 27-Jährige 2017 tot in seiner Gefängniszelle gefunden. Seine Verurteilung wegen des Mordes an Lloyd wurde 2019 vom höchsten Gericht in Massachusetts endgültig wiederhergestellt.
Carlos Monzón
Carlos Monzón gilt bis heute als einer der besten Mittelgewichtsboxer der Geschichte. Der Argentinier war sieben Jahre lang unumstrittener Weltmeister und verteidigte seinen Titel 14-mal, bevor er 1977 seine Karriere beendete.
Sein Leben außerhalb des Rings war von wiederholten Vorwürfen der Gewalt gegen Frauen geprägt. Im Februar 1988 wurde seine Partnerin Alicia Muñiz tot unter dem Balkon eines Ferienhauses in Mar del Plata gefunden.
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Forensische Untersuchungen ergaben, dass Muñiz bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und anschließend vom Balkon gestoßen worden war. Monzón behauptete, sie habe springen wollen und er sei bei dem Versuch, sie zu retten, ebenfalls gestürzt.
Ein Gericht wies seine Darstellung zurück und verurteilte ihn 1989 wegen Totschlags. Laut einer ausführlichen Rekonstruktion von La Nación erhielt er elf Jahre Gefängnis.
Monzón starb 1995 bei einem Autounfall, als er nach einem genehmigten Ausgang ins Gefängnis zurückkehrte.
Bruno Fernandes de Souza
Bruno Fernandes de Souza, meist nur Bruno genannt, war Kapitän von Flamengo und galt als möglicher zukünftiger Torhüter der brasilianischen Nationalmannschaft.
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Seine frühere Partnerin Eliza Samudio verschwand 2010 nach einem Konflikt über das gemeinsame Kind und finanzielle Unterstützung. Ihre Leiche wurde nie gefunden.
Die Staatsanwaltschaft warf Bruno vor, gemeinsam mit anderen die Entführung und Ermordung Samudios geplant zu haben. 2013 wurde er wegen Tötung, Entführung, Freiheitsberaubung und Verbergens einer Leiche verurteilt. Das Urteil lautete auf mehr als 22 Jahre Haft.
2017 kam Bruno vorübergehend frei und unterschrieb einen umstrittenen Vertrag beim brasilianischen Klub Boa Esporte. Es folgten Proteste, mehrere Sponsoren beendeten ihre Zusammenarbeit.
Brasiliens Oberstes Gericht ordnete anschließend seine Rückkehr ins Gefängnis an. The Guardian beschrieb ihn als einen der bekanntesten brasilianischen Fußballer, bevor das Verbrechen seine Karriere zerstörte.
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Rae Carruth
Rae Carruth wurde 1997 in der ersten Runde des NFL Drafts von den Carolina Panthers ausgewählt. Ihm schien eine lukrative Karriere bevorzustehen.
Zwei Jahre später wurde seine hochschwangere Freundin Cherica Adams nach einem Kinobesuch in ihrem Auto angeschossen. Adams lebte lange genug, um den Notruf zu wählen. Sie erklärte, Carruth sei direkt vor ihr gefahren, bevor ein anderes Fahrzeug neben ihr aufgetaucht und das Feuer eröffnet worden sei.
Ihr Sohn überlebte, erlitt jedoch dauerhafte Hirnschäden. Adams starb einige Wochen später.
Carruth wurde vom Vorwurf des Mordes ersten Grades freigesprochen, aber wegen Verschwörung zum Mord verurteilt, wie CBS News berichtete. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft hatte er den Angriff organisiert, um sich der finanziellen Verantwortung für das Kind zu entziehen.
Er erhielt eine Haftstrafe von 18 bis 24 Jahren und wurde 2018 nach fast zwei Jahrzehnten entlassen.
Mark „Gator“ Rogowski
Mark Rogowski, bekannt als „Gator“, gehörte in den 1980er-Jahren zu den größten Stars des professionellen Skateboardings. Er besaß lukrative Sponsorenverträge und wurde während des ersten kommerziellen Booms der Sportart berühmt.
1991 vergewaltigte und ermordete Rogowski die 22-jährige Jessica Bergsten. Anschließend brachte er ihre Leiche in die kalifornische Wüste. Später gestand er die Tat und bekannte sich des Mordes ersten Grades sowie der Vergewaltigung schuldig.
Rogowski wurde zu 31 Jahren bis lebenslänglich verurteilt. 2025 bestätigte ein kalifornisches Berufungsgericht die Entscheidung des Gouverneurs, seine Bewährung abzulehnen, wie der Courthouse News Service berichtete.
Das Gericht kam zu dem Schluss, dass er weiterhin eine unangemessene Gefahr für die Öffentlichkeit darstelle. Sein nächster Anhörungstermin ist für 2027 vorgesehen.
Warum O.J. Simpson ein Sonderfall ist
O.J. Simpson ist wahrscheinlich der Sportler, der am stärksten mit einem Mordprozess verbunden wird. Rechtlich kann er jedoch nicht in dieselbe Kategorie wie die verurteilten Athleten eingeordnet werden.
Der frühere NFL-Superstar wurde beschuldigt, 1994 seine Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman ermordet zu haben. Eine Jury sprach ihn im folgenden Jahr in einem Strafprozess frei.
1997 befand ihn eine Ziviljury für beide Todesfälle haftbar und verurteilte ihn zur Zahlung von 33,5 Millionen Dollar an die Familien. Das abweichende Urteil war möglich, weil im Zivilrecht ein niedrigerer Beweisstandard gilt.
Wie die Associated Press nach Simpsons Tod 2024 festhielt, beteuerte er bis zum Ende seines Lebens seine Unschuld.
Der Prozess bleibt eines der berühmtesten und umstrittensten Gerichtsverfahren der modernen Geschichte. Wegen des strafrechtlichen Freispruchs wäre es jedoch falsch, Simpson als verurteilten Mörder zu bezeichnen.



