Behörden in der gesamten westlichen Hemisphäre starteten während der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026 einen beispiellosen Schlag gegen illegales Streaming, indem sie fast 3.000 Internet-Domains beschlagnahmten oder blockierten, die mit nicht autorisierten Übertragungen in Verbindung standen.
Die Maßnahmen liefen während des gesamten Turniers im Rahmen von zwei koordinierten Kampagnen ab: Operation Offsides in den Vereinigten Staaten und Operation Red Card in ganz Lateinamerika.
US-Behörden beschlagnahmten über 1.000 Domains, während Kolumbien 1.140 blockierte. Weitere 830 wurden in Argentinien, Ecuador, Peru, Brasilien und der Dominikanischen Republik ins Visier genommen.
Über 1.000 Domains in den USA beschlagnahmt
Laut der offiziellen Mitteilung des US-Justizministeriums wurde die amerikanische Gesamtzahl durch drei separate Durchsetzungsmaßnahmen während des Turniers erreicht.
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Die erste Operation, die am 26. Juni bekannt gegeben wurde, beschlagnahmte fast 400 Domains. Zwei weitere Runden erhöhten die Gesamtzahl bis zum Tag nach dem WM-Finale auf über 1.000.
Die Ermittlungen wurden vom Washingtoner Außendienstbüro der Homeland Security Investigations und dem National Intellectual Property Rights Coordination Center durchgeführt. HSI ist der Ermittlungszweig der US-Einwanderungs- und Zollbehörde.
„Die anhaltenden Bemühungen, über tausend Domains zu beschlagnahmen, die dem illegalen Streaming der Weltmeisterschaft gewidmet sind, bestätigen das Engagement der Regierung für geistige Eigentumsrechte und für den Erfolg der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026“, sagte der stellvertretende Generalstaatsanwalt A. Tysen Duva.
Die Formulierung ist wichtig: Die Operation schützte die Weltmeisterschaft, die am 19. Juli 2026 endete. Das Turnier stand nicht noch „am Horizont“, wie einige Berichte fälschlicherweise andeuteten.
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Piraterie-Operation breitet sich in Lateinamerika aus
Die Operation Red Card weitete die Kampagne auf Südamerika und die Karibik aus.
Die Behörden blockierten 1.140 Domains in Kolumbien, 309 in Brasilien, 256 in der Dominikanischen Republik, 223 in Ecuador, 28 in Peru und 14 in Argentinien. Zusammen mit den amerikanischen Beschlagnahmungen ergeben diese Zahlen eine Gesamtzahl von über 2.970 Domains.
Kolumbianische Beamte führten außerdem gleichzeitige Razzien in Bogotá, Soacha, Maríalabaja, Manatí und Sincerín durch.
Vier mutmaßliche Mitglieder einer Gruppe namens Los Ciberinfiltrados wurden festgenommen. Die Behörden behaupten, die Gruppe habe seit 2024 illegal auf Telekommunikationssysteme zugegriffen und piratierte Inhalte, einschließlich WM-Spiele, unter Verwendung gestohlener oder betrügerischer Zugangsdaten, VPNs, abgefangener Sicherheitscodes und manipulierter Unternehmensprofile verkauft.
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Die Festnahmen bleiben Anschuldigungen, es sei denn und bis die Verdächtigen verurteilt werden.
Eine separate kolumbianische Kampagne gegen gefälschte Sportbekleidung umfasste laut Justizministerium 13 Durchsuchungs- und Beschlagnahmungsaktionen und führte zu 11 Festnahmen und Verurteilungen.
Behörden warnen vor weiteren Cyberkriminalitätsrisiken
Beamte präsentierten die Kampagne als mehr als nur eine Verteidigung der Übertragungseinnahmen.
„Die unautorisierte Übertragung von WM-Spielen verletzt geistige Eigentumsrechte und befeuert kriminelle Organisationen“, sagte NIPRCC-Direktor Ivan J. Arvelo.
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Ermittler warnten auch davor, dass illegale Streaming-Plattformen Zuschauer Malware, Zahlungsbetrug und Datendiebstahl aussetzen können. Einige Piraterie-Netzwerke nutzen scheinbar kostenlose Streams, um Nutzer auf bösartige Werbung zu lenken oder ihre Geräte zu kompromittieren.
Die Domains wurden mit Unterstützung der FIFA identifiziert. Zusätzliche Informationen wurden von der beIN Media Group, NBCUniversal, der Alliance for Creativity and Entertainment der Motion Picture Association, der UFC und Warner Bros. geliefert.
Branche spricht von Milliarden auf dem Spiel
Sportorganisationen argumentieren seit langem, dass illegales Streaming erhebliche finanzielle Schäden verursacht, obwohl Schätzungen nicht als bestätigte Einnahmeverluste behandelt werden sollten.
Andrew Cohens Bericht für Front Office Sports zitierte eine Branchenschätzung, wonach Piraterie den globalen Sport jährlich bis zu 28 Milliarden US-Dollar an potenziellen zusätzlichen Einnahmen kostet. Die Zahl stammt von Ligen, die sich für eine stärkere Durchsetzung einsetzen, und stellt daher eine Schätzung möglicher entgangener Einnahmen und keine geprüften Verluste dar.
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Piraterie-Seiten können auch schnell unter neuen Namen oder alternativen Domains wieder auftauchen, was bedeutet, dass die Beschlagnahmung einer Webadresse nicht unbedingt die Personen, Server oder Werbenetzwerke hinter einer illegalen Operation zerschlägt.
Dennoch stellt das Ausmaß der Operation Offsides und der Operation Red Card eine deutliche Eskalation dar. Die Botschaft der Behörden ist klar: Zukünftige globale Turniere werden von einem zunehmend koordinierten Versuch begleitet, illegale Übertragungen zu stören, während die Spiele noch laufen.



