Die FIFA sieht sich erneut Fragen zur Unabhängigkeit ihrer internen Kontrollgremien gegenüber, nachdem die Zahlungen an die Personen, die für die Überwachung der Organisationsführung zuständig sind, einer erneuten Prüfung unterzogen wurden.
Die Vorsitzenden und führenden Persönlichkeiten der Aufsichts- und Disziplinarorgane der FIFA erhalten beträchtliche Honorare von derselben Organisation, die sie eigentlich überwachen sollen, so Politiken-Journalist Jeppe Laursen Brock. Diese Regelung hat die Bedenken verschärft, ob die Kontrollgremien der FIFA wirklich unabhängig agieren können, wenn ihre Bezahlung von der Institution abhängt, deren Prüfung sie obliegt.
Honorare von dem Gremium bezahlt, das sie überwachen
Es geht nicht nur darum, dass Ausschussvorsitzende bezahlt werden. Unabhängige Gremien vergüten Experten oft für ihre Arbeit. Die Sorge ist vielmehr, ob das FIFA-Modell diesen Kontrolleuren genügend Distanz zu den Personen und Strukturen verschafft, die sie zur Rechenschaft ziehen sollen.
Die FIFA präsentiert ihre internen Gremien als Teil eines Rahmens, der Transparenz, Ethik und Compliance gewährleisten soll. Kritiker argumentieren jedoch, dass das System immer noch zu viel Macht innerhalb der Organisation konzentriert und zu wenige wirklich externe Kontrollen des Präsidenten und der Führungsebene zulässt.
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Diese Sorge ist besonders heikel unter Gianni Infantino, der die FIFA seit 2016 führt. Während seiner Präsidentschaft hat sich die FIFA kommerziell und politisch ausgedehnt, während Kritiker der Organisation vorwerfen, sich zunehmend um ihren Präsidenten zu zentralisieren.
Ehemalige Kontrolleure warnten vor begrenzter Kontrolle
Die Debatte wird auch von der jüngsten Geschichte der FIFA geprägt. Ehemalige Funktionäre in Aufsichtsfunktionen hatten zuvor erklärt, es sei schwierig, eine sinnvolle Kontrolle innerhalb der Organisation auszuüben.
Einer der prominentesten Fälle betraf Miguel Maduro, den ehemaligen Vorsitzenden des Governance-Ausschusses und des unabhängigen Überprüfungsausschusses der FIFA. Er wurde 2017 unerwartet abgesetzt, weniger als ein Jahr nach Beginn seiner eigentlich auf vier Jahre angelegten Amtszeit, nachdem er Entscheidungen getroffen hatte, die ihn in Konflikt mit mächtigen Persönlichkeiten des Weltfußballs brachten.
Für Kritiker sind solche Fälle Teil eines umfassenderen Arguments geworden: Die Kontrollgremien der FIFA mögen auf dem Papier existieren, doch ihre Fähigkeit, die Spitze der Organisation herauszufordern, bleibt fraglich.
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Ein umfassenderes Governance-Problem
Die Kontroverse berührt den Kern der Glaubwürdigkeit der FIFA. Nach den Korruptionsskandalen der Sepp-Blatter-Ära versprach die Organisation eine stärkere Governance, größere Transparenz und eine unabhängigere Aufsicht.
Doch die jüngsten Fragen zur Bezahlung der Ausschüsse deuten darauf hin, dass die Zweifel an den internen Kontrollen der FIFA nicht verschwunden sind. Wenn die für die Aufsicht zuständigen Personen finanziell an die von ihnen überwachte Organisation gebunden sind, so Kritiker, hat die Öffentlichkeit das Recht zu fragen, wie viel Unabhängigkeit sie wirklich besitzen.
Für die FIFA besteht die Herausforderung nicht mehr nur darin zu zeigen, dass Kontrollgremien existieren. Es geht darum zu beweisen, dass sie auch zubeißen können.
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