Lionel Scaloni

Wie Scaloni Messi ins neu aufgebaute Argentinien zurückholte

Lionel Scaloni überzeugte Messi zur Rückkehr und baute ein vereintes Argentinien auf, das mehrere Titel gewann und eine neue Ära prägte.

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Als Lionel Scaloni Lionel Messi nach der Weltmeisterschaft 2018 zum ersten Mal anrief, war die Antwort nicht die, die Argentinien brauchte.

Messi hatte sich nach einem weiteren schmerzhaften Turnier von der Nationalmannschaft zurückgezogen, und Argentinien schien orientierungslos. Jorge Sampaoli war gegangen, der Kader war verunsichert, und Scaloni, damals Interimstrainer ohne Erfahrung als Cheftrainer, erhielt den Job auf temporärer Basis.

Nur wenige sahen in ihm den Mann, der eine der größten Nationalmannschaften des Fußballs wieder aufbauen könnte. In Argentinien wurde die Ernennung weithin hinterfragt. Laut TV 2 Sport fasste Kommentator Jonas Schwartz die Stimmung zusammen, indem er die Situation als nationale Peinlichkeit bezeichnete.

Ein zweifelhafter Anfang

Scalonis erste Aufgabe war zugleich seine wichtigste: Messi zurückzuholen.

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Der erste Versuch scheiterte. Messi war nicht bereit. Nach Jahren knapper Niederlagen, öffentlicher Kritik und interner Unordnung hatte der Kapitän wenig Grund zu glauben, dass sich Argentinien verändert hatte.

Doch Scaloni erhielt mehr Zeit. Im November 2018 wurde seine temporäre Amtszeit bis zur Copa América 2019 in Brasilien verlängert. Mit etwas mehr Autorität im Rücken rief er Messi erneut an.

Dieses Mal änderte sich die Antwort.

Messi kehrte zurück, und Argentinien belegte bei der Copa América 2019 den dritten Platz. Es war zwar kein Titel, und es brachte nicht jeden Kritiker zum Schweigen. Aber es gab dem Team etwas, das es dringend gebraucht hatte: einen Anfang.

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Die Methode hinter dem Wiederaufbau

Scalonis Erfolg wurde oft durch Taktiken erklärt, doch sein eigentlicher Durchbruch war kultureller Natur. Er baute ein Team auf, das sich leichter, enger verbunden und weniger von den früheren Misserfolgen belastet fühlte.

Dieser Ansatz wird in der Dokumentation „El Método Scaloni“ beleuchtet, in der der Trainer über die Bedeutung von Beziehungen innerhalb eines Kaders nachdenkt. Seine Idee war einfach: Fußballer geben mehr für Teamkollegen, denen sie vertrauen, die sie verstehen und die ihnen wirklich am Herzen liegen.

Es war eine große Veränderung für Argentinien. Frühere Teams verfügten über enormes Talent, aber auch über Spannung, Druck und Lärm. Scalonis Argentinien wurde ruhiger. Die Kabine wuchs enger zusammen. Die Hierarchie wurde klarer. Messi wurde nicht länger gebeten, eine zerbrochene Struktur zu retten; er wurde in den Mittelpunkt einer funktionierenden Struktur gestellt.

Messi als Anführer, nicht als Retter

Diese Unterscheidung war wichtig. Jahrelang hatte Argentinien Messi sowohl als Lösung als auch als Schild behandelt. Wenn das Team scheiterte, fiel die Last oft auf ihn. Unter Scaloni wurde die Last geteilt.

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Spieler wie Rodrigo De Paul, Ángel Di María, Leandro Paredes, Emiliano Martínez und Nicolás Otamendi halfen, eine Gruppe zu bilden, die um Messi herum aufgebaut war, aber nicht vollständig von ihm abhing. Der Kapitän blieb die prägende Figur, doch das Team hatte endlich die emotionale Balance und taktische Struktur, um ihn zu unterstützen.

Die Ergebnisse folgten. Argentinien gewann 2021 die Copa América und besiegte Brasilien im Maracanã. Anschließend gewannen sie 2022 die Finalissima gegen Italien und holten später im selben Jahr die Weltmeisterschaft in Katar. Im Jahr 2024 fügten sie einen weiteren Copa América-Titel hinzu.

Vom Lückenfüller zum Symbol

Scalonis Aufstieg bleibt eine der unwahrscheinlichsten Trainergeschichten im modernen internationalen Fußball. Er begann als Lückenfüller nach einer gescheiterten Weltmeisterschaft. Er wurde angezweifelt, verspottet und von vielen als uninspiriert angesehen.

Doch er verstand etwas, das Argentinien gefehlt hatte. Die Nationalmannschaft brauchte nicht nur ein System. Sie brauchte Frieden.

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Indem er Messi zur Rückkehr überzeugte und ihm ein Team gab, das sich vereint statt zerbrechlich anfühlte, veränderte Scaloni den Lauf der modernen argentinischen Fußballgeschichte. Was mit einer Ablehnung begann, wurde zu einer Partnerschaft, die dem Land seine größte Ära seit Diego Maradona bescherte.

Der erste Anruf endete mit einem Nein. Der zweite half, alles zu verändern.

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