Hossam Hassan

„Freies Palästina“: Ägyptens Trainer riskiert Ärger mit der FIFA nach historischem WM-Sieg

Ägyptens Trainer Hossam Hassan riskierte Ärger mit der FIFA, indem er nach einem historischen WM-Sieg eine Palästina-Flagge zeigte und den Sieg widmete.

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Ägyptens erster K.-o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft war bereits ein historischer Abend.

Dann machte Hossam Hassan mehr daraus.

Nachdem Ägypten Australien im Achtelfinale nach einem 1:1-Unentschieden mit 4:2 im Elfmeterschießen besiegt hatte, ging der Nationaltrainer mit einer palästinensischen Flagge über den Rasen des Dallas Stadium. Um ihn herum waren Anhänger zu hören, die „Free, free Palestine!“ riefen.

Laut AP News sagte Hassan nach dem Spiel, er widme den Sieg sowohl den Ägyptern als auch den Palästinensern.

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„Mein Herz und meine Seele sind bei ihnen“, sagte er.

Historischer Sieg wird politisch

Ägypten hatte zuvor noch nie ein K.-o.-Spiel bei einer Weltmeisterschaft gewonnen.

Das änderte sich in Arlington, Texas, wo Hassans Mannschaft nach einem spannenden 1:1-Unentschieden gegen Australien vom Elfmeterpunkt die Nerven behielt. Hossam Abdelmaguid verwandelte den entscheidenden Elfmeter, nachdem Australien im Elfmeterschießen zweimal verschossen hatte.

Laut The Guardian verwandelte Mohamed Salah ebenfalls einen Elfmeter im Panenka-Stil, während Hassan und mehrere ägyptische Spieler nach dem Schlusspfiff in Tränen aufgelöst waren.

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Der Sieg brachte Ägypten ins Achtelfinale und bescherte ihnen ein Duell mit Argentinien.

Doch die Feierlichkeiten zogen schnell Aufmerksamkeit über den Fußball hinaus auf sich.

Hassan erschien mit sowohl der ägyptischen als auch der palästinensischen Flagge und hüllte sich in die Farben Palästinas, während das Team feierte. Laut SBS News sagte er: „Ich widme diesen Sieg dem ägyptischen Volk und dem palästinensischen Volk, diesen freundlichen und ehrenwerten Menschen.“

FIFA-Regeln unter der Lupe

Die Geste warf sofort Fragen bezüglich des Umgangs der FIFA mit politischen Botschaften bei der Weltmeisterschaft auf.

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Der Fußball-Weltverband hat zuvor politische Äußerungen bei großen Turnieren eingeschränkt, darunter Armbinden und Symbole, die nach seiner Einschätzung außerhalb seiner Vorschriften lagen. Diese Vorgeschichte ist der Grund, warum Hassans Feier Aufmerksamkeit erregt hat.

Dieser Fall könnte jedoch nicht so einfach sein.

Laut AP News erklärte die FIFA, dass die palästinensische Flagge bei der Weltmeisterschaft erlaubt sei, da Palästina eine der Mitgliedsverbände der FIFA ist.

„Flaggen, die alle 211 FIFA-Mitgliedsverbände repräsentieren, sind bei FIFA-Turnieren erlaubt, und Fans sind willkommen, sie gemäß den Stadionvorschriften und dem FIFA-Stadion-Verhaltenskodex zu zeigen“, sagte die FIFA in einer Erklärung gegenüber AP.

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AP berichtete auch, dass es keine Anzeichen für Maßnahmen gegen Hassan gebe.

Das nimmt der politischen Sensibilität des Moments zwar nichts, macht aber eine mögliche Bestrafung weniger eindeutig, als zunächst angenommen.

Hassan widmet Sieg den Palästinensern

Hassan versuchte nicht, die Botschaft hinter seiner Feier zu verbergen.

Laut Al Jazeera sagte er nach dem Spiel: „Möge Gott ihnen den Sieg schenken, möge Gott ihren Märtyrern gnädig sein.“

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Er fügte hinzu: „Ich sage ihnen: Ich widme diesen Sieg dem ägyptischen Volk und dem palästinensischen Volk, diesen freundlichen und ehrenwerten Menschen.“

Die Kommentare wurden in den sozialen Medien weit verbreitet und in Teilen der arabischen Welt gefeiert, wo Ägyptens Sieg bereits eine große emotionale Bedeutung hatte.

Für Hassan ging es in diesem Moment um mehr als nur das Erreichen der nächsten Runde.

Es war eine Solidaritätserklärung auf einer der größten Sportbühnen.

Argentinien wartet nach emotionaler Nacht

Ägypten trifft nun auf den amtierenden Weltmeister Argentinien.

Das Spiel wird die größte Bewährungsprobe in Hassans Trainerkarriere und eines der bedeutendsten Spiele in der ägyptischen Fußballgeschichte sein. Sein Team hat bereits etwas erreicht, was keine frühere ägyptische WM-Mannschaft geschafft hatte, indem es ein K.-o.-Spiel gewann.

Doch die Vorbereitung könnte nun Fragen zu seiner Geste nach dem Spiel sowie zu seiner Taktik aufwerfen.

Laut The Guardian war Ägyptens bisheriger Weg bereits emotional, chaotisch und historisch, wobei das Team nach einem Elfmeterschießen, das Spieler und Betreuer überwältigte, das Achtelfinale erreichte.

Hassans Flaggenfeier fügte dieser Geschichte eine weitere Ebene hinzu.

Ob die FIFA dies als erlaubtes Zeigen der Flagge eines Mitgliedsverbandes oder als politischen Akt ansieht, bleibt zentral für die Debatte. Vorerst ist Ägypten noch bei der Weltmeisterschaft dabei, und ihr Trainer hat dafür gesorgt, dass eines der denkwürdigsten Bilder des Turniers sie ins Spiel gegen Argentinien begleiten wird.

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