Die Vorbereitung auf Frankreichs WM-Viertelfinal-Duell gegen Marokko wurde von einer ungewöhnlichen Schiedsrichteransetzung überschattet, die eine „kühle Reaktion“ von Frankreichs Trainer Didier Deschamps hervorrief.
Die FIFA hat ein rein argentinisches Schiedsrichterteam für die brisante Begegnung, die für den 9. Juli angesetzt ist, nominiert. Facundo Tello wird als Hauptschiedsrichter fungieren, unterstützt von den Assistenten Juan Pablo Belatti und Gabriel Chade, während Dario Herrera als vierter Offizieller benannt wurde. Dies ist ein einzigartiger Moment in der WM-Geschichte, da es das erste Mal ist, dass ein Spiel ausschließlich von Offiziellen einer einzigen Nation geleitet wird.
Die Entscheidung hat für Stirnrunzeln gesorgt, insbesondere angesichts der anhaltenden Rivalität zwischen Argentinien und Frankreich, die sich seit dem WM-Finale 2022 noch verstärkt hat. Darüber hinaus ist eine mögliche Wiederholung dieses Finals weiterhin denkbar, was der Schiedsrichterwahl eine weitere Ebene der Spannung verleiht.
Kontroverse Ansetzungen und ein Ruf als „kartenfreudig“
Facundo Tello kommt mit dem Ruf einer strengen Spielleitung, oft als „kartenfreudig“ beschrieben. Seine Disziplinarbilanz umfasst einen bemerkenswerten Vorfall aus dem argentinischen Supercup 2022, bei dem er in einem einzigen Spiel 10 rote Karten zeigte.
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Die Ansetzung erfolgt auch im Anschluss an eine Kontroverse um Argentiniens Achtelfinalsieg über Marokko. Dieses Spiel, geleitet vom französischen Schiedsrichter Francois Letexier, sah ein marokkanisches Tor, das vom VAR wegen eines „harmlosen Fouls“ annulliert wurde. Umgekehrt blieb ein ähnliches Foul im Vorfeld von Enzo Fernandez‘ Siegtreffer für Argentinien ungeahndet, was marokkanische Spieler und Betreuer zu der Besorgnis veranlasste, dass Argentinien und Lionel Messi bevorzugt behandelt wurden.
Als Didier Deschamps vor Frankreichs Viertelfinale zu den argentinischen Offiziellen befragt wurde, gab er eine abgewogene, aber deutliche Antwort, wie von GiveMeSport berichtet.
„Wir müssen damit umgehen. Ich vertraue den Schiedsrichtern. Unser Gegner ist Marokko, nicht der Schiedsrichter. Hoffen wir, dass unsere so gut sind wie Monsieur Letexier es war“, erklärte Deschamps und spielte damit subtil auf die vorherige umstrittene Begegnung an.
Trotz der externen Erzählung scheint das französische Lager auf die anstehende Aufgabe konzentriert zu sein. Verteidiger Dayot Upamecano vertrat eine professionelle Haltung zu diesem Thema. „Ich werde mich nicht darauf konzentrieren, wer der Schiedsrichter sein wird. Das haben wir noch nie getan, wir werden uns auf Marokko konzentrieren“, bekräftigte er.
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Weg zu einer möglichen Final-Revanche
Frankreich geht als Favorit ins Viertelfinale gegen Marokko. Sollten sie weiterkommen, treffen sie im Halbfinale entweder auf Spanien oder Belgien. Argentinien, der amtierende Weltmeister, ist ebenfalls noch im Rennen. Wenn sie die Schweiz in ihrem Viertelfinale bezwingen und dann England oder Norwegen im Halbfinale besiegen, könnte eine mit Spannung erwartete Neuauflage des Finals von 2022 gegen Frankreich Realität werden.
Der Fokus Frankreichs liegt weiterhin fest darauf, Marokko zu besiegen, aber der Hintergrund eines rein argentinischen Schiedsrichtergespanns fügt eine unbestreitbare Spannungsebene hinzu zu einem ohnehin schon entscheidenden WM-Spiel.
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