Der Disziplinarausschuss des Königlich Spanischen Fußballverbandes (RFEF) hat ein außerordentliches Verfahren gegen den FC Barcelona wegen der Bemühungen des Vereins um den Stürmer Julián Álvarez von Atlético de Madrid eingeleitet. Die Entscheidung wurde beiden Vereinen am Donnerstag, den 30. Juli, mitgeteilt, und nicht wie zuvor berichtet am 28. Juli. Die Eröffnung des Verfahrens leitet eine formelle Untersuchung ein und stellt nicht fest, dass Barcelona gegen Regeln verstoßen hat.
Atlético-Beschwerde löst formelle Untersuchung aus
Atlético reichte seine Beschwerde am 30. Juni beim RFEF und der FIFA ein und warf Barcelona vor, „während der geschützten Periode mit einem Spieler unter gültigem Vertrag verhandelt zu haben“. Álvarez, 26, wechselte 2024 von Manchester City zu Atlético und steht bis 2030 beim Madrider Klub unter Vertrag. Er war 24 Jahre alt, als er unterschrieb, was bedeutet, dass die ersten Jahre seines Vertrags in die von der FIFA festgelegte geschützte Periode für Spieler im Alter zwischen 23 und 28 Jahren fallen.
Die geschützte Periode bedeutet nicht einfach ein pauschales Verbot für rivalisierende Vereine, Interesse an einem Spieler zu zeigen. Ihre Bedeutung liegt darin, dass die FIFA-Regularien strengere sportliche Sanktionen vorsehen, wenn festgestellt wird, dass ein Verein einen Spieler dazu verleitet hat, seinen Vertrag in dieser Zeit zu brechen. Atlético behauptet, dass Barcelonas angeblicher Kontakt zu Álvarez und seinen Vertretern die zulässige Grenze überschritten hat.
Laut Pablo Bini, Reporter von El País, hat der Disziplinarausschuss einen Untersuchungsrichter ernannt, der Dokumente und Kommunikationen prüfen sowie Beweise der beteiligten Parteien anhören kann. Atlético hat wiederholt darauf bestanden, dass Álvarez nicht zum Verkauf steht und verlässt sich weiterhin auf die beträchtliche Ausstiegsklausel in seinem Vertrag. Der Verein hat auch versucht, die Beziehung des Stürmers zu den Fans zu verbessern, nachdem dieser während der Weltmeisterschaft Kommentare über einen Wechselwunsch geäußert hatte.
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Barcelona bereitet seine Verteidigung vor
Barcelona hat bestätigt, die Mitteilung des Verbandes erhalten zu haben. Vereinskreise betrachten die Eröffnung des Verfahrens als Standardreaktion auf eine formelle Beschwerde und sind weiterhin zuversichtlich, dass ihr Rechtsteam beweisen kann, dass keine Vorschriften verletzt wurden. Der katalanische Klub bereitet nun seine Stellungnahme vor, während er auf die Frist zur Einreichung seiner Argumente wartet.
Die Untersuchung wird sich auf Art und Zeitpunkt jeglichen Kontakts zwischen Barcelona und dem Umfeld des Spielers konzentrieren. Sie muss auch feststellen, ob diese Gespräche verbotenen Verhandlungen oder einem Versuch gleichkamen, Álvarez zum Bruch seines Vertrages zu überreden. Bis dieser Prozess abgeschlossen ist, bleiben die Anschuldigungen von Atlético unbewiesen.
Schwere Sanktionen bleiben möglich
Weder gegen Barcelona noch gegen Álvarez wurde eine Strafe verhängt. Die Transferregeln der FIFA, wie von EFE beschrieben, erlauben es jedoch, einen Verein für zwei aufeinanderfolgende Transferperioden von der Registrierung von Spielern auszuschließen, wenn festgestellt wird, dass er einen Fußballer dazu verleitet hat, einen Vertrag während der geschützten Periode zu brechen. Eine etwaige Sanktion in diesem Fall würde von den Erkenntnissen des Untersuchungsrichters und den von Barcelona vorgelegten Argumenten abhängen.
Das Verfahren fügt somit einem ohnehin schon schwierigen Transfer ein erhebliches rechtliches Hindernis hinzu. Atlético ist weiterhin entschlossen, Álvarez zu halten, während Barcelona nun sein Verhalten verteidigen muss, bevor ein möglicher Wechsel rein sportlich und finanziell in Betracht gezogen werden kann.
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