LeBron James

LeBrons angebliches 900-Millionen-Angebot fällt beim Faktencheck auseinander

In den sozialen Medien wurde behauptet, LeBron James habe ein vierjähriges Vertragsangebot über 900 Millionen Dollar aus Saudi-Arabien erhalten. Weder ein Verein noch sein Berater oder eine etablierte Nachrichtenquelle haben…

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Eine spektakuläre Behauptung über LeBron James und einen angeblichen Vertrag über 900 Millionen Dollar hat sich in den sozialen Medien verbreitet. Demnach soll eine nicht genannte saudische Basketballorganisation dem NBA-Star über vier Jahre hinweg 225 Millionen Dollar pro Saison angeboten haben. Mehrere Beiträge behaupteten zudem, die Information stamme von James’ Berater Rich Paul.

Es gibt jedoch keine überprüfbaren Beweise dafür, dass dieses Angebot tatsächlich existiert hat. Die Beiträge nennen weder den Verein noch enthalten sie eine Erklärung von Paul oder einen Link zu einem Interview, in dem er über das angebliche Geschäft spricht. Gerade bei einem Vertrag, der zu den größten der Sportgeschichte zählen würde, sind diese fehlenden Angaben entscheidend.

Die Behauptung entstand offenbar in den sozialen Medien

Laut dem Faktencheck von Sportskeeda wurde das Gerücht von Social-Media-Konten verbreitet, die den Betrag wiederholten, ohne eine ursprüngliche Meldung oder eine namentlich genannte Quelle vorzulegen. Ein häufig geteilter Beitrag behauptete, James habe ein vierjähriges Angebot über 900 Millionen Dollar von einem saudisch finanzierten Team erhalten. Der angeblich interessierte Klub wurde nicht genannt.

Auch der Instagram-Beitrag, auf dem die ursprüngliche Geschichte basiert, folgt diesem Muster. Rich Paul wird als Quelle genannt, doch es gibt weder ein Video noch eine Tonaufnahme, ein Interviewprotokoll oder einen Link zu seinen angeblichen Aussagen. Den Namen eines Beraters zu verwenden, ist nicht mit einer Bestätigung durch diesen Berater gleichzusetzen.

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Weder Klutch Sports noch die NBA, der saudische Basketballverband oder ein identifizierbarer Verein haben ein solches Angebot bestätigt. Auch die großen Medien, die James’ Zukunft ausführlich begleiteten, berichteten nicht über saudische Verhandlungen. Die Geschichte muss deshalb als unbestätigtes Gerücht und nicht als bestätigtes Vertragsangebot bezeichnet werden.

Was Rich Paul tatsächlich sagte

Rich Paul äußerte sich öffentlich über James’ Zukunft, doch seine dokumentierten Aussagen betrafen Vereine aus der NBA. Laut einem Bericht von ESPN über den Entscheidungsprozess konnten interessierte Mannschaften ihre Argumente über den Berater an James weitergeben. Paul erklärte außerdem, dass Geld für die Entscheidung nicht ausschlaggebend sein werde.

ESPN berichtete zudem über Philadelphia, Cleveland, Miami und Golden State als mögliche Ziele. Diese Informationen wurden Paul direkt zugeschrieben und enthielten konkrete Angaben zu den Prioritäten seines Klienten. Ein Angebot über 900 Millionen Dollar oder Gespräche mit einem saudischen Verein wurden nicht erwähnt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil die viralen Beiträge Pauls Namen nutzen, um einer unbelegten Zahl Glaubwürdigkeit zu verleihen. Solange keine Aufnahme, direkte Erklärung oder verlässliche Meldung vorgelegt wird, ist die Behauptung, Paul habe das Angebot bestätigt, sachlich nicht haltbar. Derzeit gibt es dafür keine öffentlichen Beweise.

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James hat seine Entscheidung bereits getroffen

Auch die Darstellung, James müsse noch über das angebliche Angebot entscheiden, ist überholt. Am 24. Juli gab er seinen Wechsel zu den Philadelphia 76ers bekannt, drei Tage später wurde die Verpflichtung offiziell bestätigt. Laut dem Bericht von NBA.com über den Wechsel unterschrieb er einen Zweijahresvertrag, der Berichten zufolge einen Gesamtwert von rund acht Millionen Dollar besitzt.

Von NBA.com wurde James mit den Worten zitiert: „Es geht mir nicht ums Geld. Es geht mir nicht um die Familie.“ Sein erklärtes Ziel ist der Kampf um eine weitere Meisterschaft bei der vermutlich letzten Vereinsentscheidung seiner Karriere.

Der Unterschied könnte kaum größer sein. Das Gerücht stellte James als Empfänger eines Angebots über 225 Millionen Dollar pro Saison dar, während er stattdessen einen vergleichsweise kleinen NBA-Vertrag annahm. Philadelphia bestätigte die Verpflichtung am 27. Juli offiziell.

Ein glaubwürdiger Rahmen ist noch kein Beweis

Das Gerücht wirkte möglicherweise glaubhaft, weil Saudi-Arabien in den vergangenen Jahren massiv in den internationalen Sport investiert hat. Zu den Schwerpunkten gehörten unter anderem Fußball, Golf, Boxen und Motorsport. Ein Vorstoß für einen der bekanntesten Basketballspieler der Welt wäre deshalb grundsätzlich nicht unmöglich.

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Eine theoretische Möglichkeit ersetzt jedoch keine Beweise. Ein echtes Angebot über 900 Millionen Dollar würde mit hoher Wahrscheinlichkeit von führenden amerikanischen Basketballjournalisten, Wirtschaftsmedien und saudischen Sportorganisationen aufgegriffen. Stattdessen beruht die Geschichte fast vollständig auf Social-Media-Seiten, die sich gegenseitig zitieren.

Der korrekte Stand lautet daher, dass ein saudisches Angebot für LeBron James nicht glaubwürdig bestätigt wurde. Ebenso gibt es keinen Nachweis dafür, dass Rich Paul die ihm zugeschriebene Zahl bestätigt hat. James’ dokumentierter neuer Verein sind die Philadelphia 76ers.

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