Der Chef des Weltfussballverbandes, FIFA-Präsident Gianni Infantino, bezieht ein beträchtliches jährliches Vergütungspaket, wobei die Finanzberichte der Organisation ein Brutto-Grundgehalt von 2,6 Millionen CHF pro Jahr offenbaren. Diese Summe, umgerechnet etwa 2,4 Millionen Pfund oder 2,9 Millionen US-Dollar, bildet die Grundlage eines gesamten Brutto-Pakets, das jährlich 4 Millionen CHF übersteigen kann, was mehr als 3,7 Millionen Pfund oder 4,6 Millionen US-Dollar entspricht.
Infantinos Vergütung umfasst zudem einen jährlichen leistungsbezogenen Bonus von rund 1,6 Millionen CHF (1,5 Millionen Pfund / 1,85 Millionen US-Dollar) und eine pauschale Spesenvergütung von 24.000 CHF pro Jahr, gemäss den Büchern der FIFA. Diese Transparenz bei den Vergütungsdetails markiert eine bedeutende Veränderung für eine Organisation, die in der Vergangenheit wegen ihrer Finanzpraktiken intensiv unter die Lupe genommen wurde.
Aktuelle Vergütungsstruktur
Die aktuelle Struktur erstreckt sich auch auf andere hochrangige Funktionäre innerhalb der FIFA. Der Generalsekretär erhält beispielsweise ein Brutto-Grundgehalt von 1,3 Millionen CHF (rund 1,2 Millionen Pfund / 1,45 Millionen US-Dollar), ergänzt durch ein variables Bonuspaket von etwa 600.000 CHF und eine pauschale Spesenvergütung von 24.000 CHF. Mitglieder des FIFA-Rats erhalten ebenfalls beträchtliche jährliche Zahlungen:
- Erste Vizepräsidenten und Vizepräsidenten: 300.000 US-Dollar pro Jahr
- Andere Vizepräsidenten und ordentliche Ratsmitglieder: 250.000 US-Dollar jährlich
Ein Rückblick auf die Ära Blatter
Der aktuelle Vergütungsrahmen wurde als Reaktion auf weitreichende Kontroversen und eine Zeit finanzieller Turbulenzen für die FIFA eingeführt. Als Gianni Infantino 2016 sein Amt antrat, wurde sein anfängliches Grundgehalt auf 1,5 Millionen CHF festgelegt, eine Summe, die seither gestiegen ist. Dies steht in scharfem Kontrast zu den Vergütungspaketen seiner Vorgänger, die oft undurchsichtig waren und später intensiver Kritik ausgesetzt waren.
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Der ehemalige FIFA-Präsident Sepp Blatter erhielt beispielsweise 2015 insgesamt 3,7 Millionen US-Dollar, basierend auf einem Grundgehalt von rund 3 Millionen US-Dollar zuzüglich jährlicher Boni. Dieses Paket, wie von The Guardian berichtet, umfasste auch einen erheblichen Bonus, der an die Männer-Weltmeisterschaft gekoppelt war und Berichten zufolge rund 12 Millionen US-Dollar betrug. Der ehemalige FIFA-Generalsekretär Jérôme Valcke erhielt im selben Jahr ein Gehaltspaket von 1,45 Millionen Pfund.
Das Geschäftsjahr 2015 war für die FIFA besonders herausfordernd, da sie einen Verlust von 122 Millionen US-Dollar (84 Millionen Pfund) meldete. Dieser Verlust wurde grösstenteils auf einen Kostenanstieg von 240 Millionen US-Dollar seit 2011 zurückgeführt. Inmitten dessen behauptete eine interne FIFA-Untersuchung, wie von Reuters berichtet, dass hochrangige Funktionäre sich vor der Verschärfung der Finanzkontrollen durch Gehaltserhöhungen, Turnierboni und andere Anreize gemeinsam um mehr als 80 Millionen US-Dollar bereichert hatten.
Die Skandale führten zu schwerwiegenden Konsequenzen für Schlüsselfiguren. Sepp Blatter wurde wegen einer angeblichen „treulosen Zahlung“ von 1,35 Millionen Pfund an Michel Platini im Jahr 2011 für acht Jahre (später auf sechs reduziert) vom Fussball ausgeschlossen. Jérôme Valcke erhielt eine zwölfjährige Sperre wegen sieben Verstössen gegen den FIFA-Kodex, wobei im März 2016 von der Schweizer Bundesanwaltschaft ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet wurde. Rückblickend auf diese turbulente Zeit beschrieb Gianni Infantino das Jahr 2015 als „ein unglaublich schwieriges Jahr für die FIFA, und eines, von dem es einige Zeit und kollektive harte Arbeit brauchen wird, um sich vollständig zu erholen.“
Nach diesen Ereignissen wurde die Vergütungspolitik der FIFA für das Topmanagement überprüft, wobei 2014 eine unabhängige Executive-Benchmarking-Analyse zur Bewertung der Gehälter durchgeführt wurde. Die aktuelle Offenlegung der Gehälter hochrangiger Funktionäre, die in Schweizer Franken vom FIFA-Hauptsitz in Zürich aus gezahlt werden, ist ein direktes Ergebnis dieses Strebens nach grösserer finanzieller Transparenz im Zuge vergangener Kontroversen.
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