Vier Grand-Tour-Fahrer, eine Pinzette und eine laufende Kamera sind nicht die Trainingslager-Szene, die die meisten WorldTour-Teams in der Öffentlichkeit sehen möchten.
Campenaerts, der belgische Zeitfahrspezialist und einer der meistgesehenen Vlogger im Radsport, filmte das Ganze vor der Vuelta im vergangenen August und stellte es online.
Die Überlegung beginnt mit einem Streifen Plastik. Campenaerts ist überzeugt, dass Nasenstrips in den letzten brutalen Minuten eines Anstiegs etwas Nützliches bewirken, und Nasenhaare sind seiner Logik nach dabei im Weg.
Er legte die Theorie in einem Interview mit der belgischen Tageszeitung Het Nieuwsblad dar, das auf Englisch von Domestique Cycling übernommen wurde.
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„Wenn man wirklich leidet, beginnt man normalerweise durch den Mund zu hyperventilieren, aber wenn man sich in diesen Momenten dazu zwingt, durch die Nase zu atmen, gibt man seinem Körper das Signal, sich zu entspannen.“
Er verkauft keinen Durchbruch.
„Von diesen Strips sollte man keine Wunder erwarten, aber sobald man die Anwendung ein wenig beherrscht, gewinnt man dennoch einen Bruchteil.“
Dieser Bruchteil ist nach seiner Rechnung einen Termin für eine professionelle Epilation wert.
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„Aus diesem Grund habe ich mir eigens für die Vuelta auch die Nasenhaare epilieren lassen.“
Vingegaard liefert die Pointe
Die Gewohnheit hat sich im gesamten Visma-Kader verbreitet. In demselben Het-Nieuwsblad-Interview, über das Cycling Up To Date berichtete, sagte Campenaerts, Jonas Vingegaard sei sehr deutlich gewesen, was seine Bedeutung für die Vuelta-Pläne des Teams angehe.
„Jonas hat mir gesagt, ich müsse zur Vuelta kommen, um jeden Tag Nasenstrips bereitzustellen.“
Campenaerts nahm das Kompliment als Scherz, aber er saß im Flugzeug, und die Pinzette war auch dabei. Kuss, Jorgenson, Tulett und Kelderman hielten alle für dieselbe Behandlung still.
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9,6 Kilometer durch Monaco am 22. August
Campenaerts ist als Fahrer Nummer 13 im Vuelta-Aufgebot 2026 von Visma Lease a Bike gemeldet. Das Rennen beginnt am 22. August mit einem 9,6 Kilometer langen Einzelzeitfahren durch Monaco, das am Place du Casino, der Fairmont-Haarnadelkurve und dem Port Hercule vorbeiführt und am 13. September in Granada endet, das erste Mal überhaupt, dass die Vuelta im Fürstentum startet.
Die Gewohnheit mit den Nasenstrips selbst zeigt keine Anzeichen eines Rückgangs: Branchenberichte aus der Rennsaison 2025 beschreiben die Strips inzwischen ohne viel Ironie als festen Bestandteil des Werkzeugkastens für jeden ernsthaften Marginal-Gains-Ansatz. Ob Campenaerts Folge zwei von der Startlinie in Monaco filmt, bleibt ihm überlassen; die Pinzette wird nach aktuellem Stand jedenfalls in der Materialtasche liegen.
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