Nach dem Einbruch folgt ein perfekter Satz
Das Finale wechselte innerhalb von nur 88 Minuten mehrfach komplett die Richtung.
Fils kontrollierte den ersten Satz und gewann ihn mit 6:3. Danach dominierte Tiafoe plötzlich das Geschehen und holte den zweiten Durchgang mit 6:1. Im entscheidenden Satz reagierte der Franzose jedoch maximal deutlich. Laut dem offiziellen Bericht der Cincinnati Open gewann Fils sämtliche sechs Spiele und sicherte sich mit 6:3, 1:6, 6:0 seinen ersten Masters-1000-Titel.
Gleichzeitig war es das erste Masters-1000-Finale zwischen zwei schwarzen Spielern. Beide kämpften um ihren ersten Titel dieser Kategorie. Tiafoe hatte in Cincinnati bereits 2024 das Finale erreicht, damals jedoch gegen Jannik Sinner verloren.
Für den französischen Tennis ist der Sieg ebenfalls besonders. Fils ist der jüngste französische Masters-1000-Sieger seit Einführung der Serie und der erste Franzose mit einem Titel auf diesem Niveau seit Jo-Wilfried Tsonga 2014 in Toronto.
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Acht Monate ohne Tennis
Noch vor einem Jahr war eine solche Entwicklung kaum absehbar.
Fils erlitt bei den French Open 2025 einen Ermüdungsbruch im unteren Rücken und musste vor der dritten Runde zurückziehen. Wie der ATP später ausführlich über sein Comeback berichtete, versuchte er im August in Toronto zurückzukehren. Nach nur zwei Matches wurde jedoch deutlich, dass sein Rücken der Belastung noch nicht standhielt.
Erst im Februar 2026 kehrte er dauerhaft auf die Tour zurück.
„Es war ehrlich gesagt vor allem mental“, sagte Fils über die achtmonatige Pause. Zeitweise habe er sogar aufgehört, Tennis zu schauen, weil es zu schwierig gewesen sei, andere Spieler auf dem Platz zu sehen, während er selbst nicht antreten konnte.
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Sein Team entschied sich bewusst gegen ein schnelles Comeback. Zunächst standen Krafttraining, Beweglichkeit und Stabilität im Mittelpunkt, bevor die Belastung auf dem Platz langsam gesteigert wurde.
Ivanisevic wird Teil des neuen Teams
Nach seiner Rückkehr veränderte Fils auch sein Umfeld.
Im Februar begann er mit Goran Ivanisevic zusammenzuarbeiten. Der Wimbledon-Sieger von 2001 war zuvor unter anderem langjähriger Trainer von Novak Djokovic. Im Gespräch mit dem ATP über die neue Zusammenarbeit bezeichnete Fils den Kroaten als einen „unglaublichen Champion“ und hob dessen Erfahrung als Spieler und Trainer hervor.
Die Resultate folgten schnell. Fils erreichte das Finale in Doha, spielte starke Turniere in Indian Wells und Miami und holte im April den Titel in Barcelona.
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Dort besiegte er Andrey Rublev mit 6:2, 7:6(2). Der ATP-Bericht zum Barcelona-Finale erinnert daran, dass Fils bereits in der ersten Runde zwei Matchbälle abwehren musste, bevor er später seinen vierten ATP-Titel gewann.
Cincinnati hebt dieses Comeback nun auf eine neue Ebene. Ein ATP-500-Turnier zu gewinnen, war bereits ein starkes Signal. Sein erster Masters-Titel zeigt, dass Fils inzwischen auch bei den größten Turnieren außerhalb der Grand Slams durch eine komplette Woche kommen kann.
Neue Bestmarke direkt vor den US Open
Auch sein Weg ins Finale war anspruchsvoll.
Im Halbfinale schlug Fils Flavio Cobolli mit 6:3, 6:4. Nach einem frühen Break gegen sich übernahm er die Kontrolle und benötigte nur 67 Minuten für den Sieg gegen den Top-10-Spieler.
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Der Cincinnati-Titel bringt ihn nun auf Platz elf der Weltrangliste, die höchste Position seiner Karriere. Vor der Rückenverletzung hatte seine Bestmarke bei Rang 14 gelegen.
Die Verbesserung kommt unmittelbar vor dem letzten Grand Slam des Jahres. Laut dem offiziellen Zeitplan der US Open beginnt das Hauptfeld im Einzel am 30. August. Die Auslosung der Männer findet am 27. August statt.
Fils reist damit als Weltranglisten-Elfter und frisch gekrönter Cincinnati-Champion nach New York.
Vor wenigen Monaten ging es darum, seinen Körper wieder für Profisport fit zu bekommen. Jetzt gehört er bei den US Open zu den formstärksten Spielern im Feld.
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