Tadej Pogačar behielt auf der zweiten Etappe der Vuelta a España das Rote Trikot. Den Tag bestimmte dennoch Visma-Lease a Bike.
Das niederländische Team setzte im anspruchsvollen Finale zunächst auf Wout van Aert. Als dessen Angriff nicht zum Erfolg führte, übernahm Matthew Brennan und holte in Manosque seinen ersten Etappensieg bei einer Grand Tour.
„Alles wurde durch den Instinkt entschieden“, erklärte Pogačar nach der Etappe. Das Zitat und seine Reaktion auf Van Aerts Angriff wurden von L’Équipe in der taktischen Analyse des Finales beschrieben.
Van Aert lockte Pogačar aus der Reserve
Visma wollte Van Aert ursprünglich ins Rote Trikot bringen. Ethan Hayter erschwerte diesen Plan, indem er in die Ausreißergruppe ging und beim Zwischensprint sechs Bonussekunden holte.
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Trotzdem griff Van Aert zwei Kilometer vor dem Ziel an. Nur Pogačar konnte sofort folgen. Der Träger des Roten Trikots hatte nicht erwartet, dass das Finale derart schwer werden würde, erkannte aber, dass die Steigungen seinen Fähigkeiten entgegenkamen.
Das Duo konnte den Vorsprung nicht verteidigen. Als die Verfolger zurückkehrten, hatte Visma jedoch noch einen zweiten Fahrer in idealer Position.
Christophe Laporte führte Brennan durch das hektische Finale. Der 21-jährige Brite beschleunigte im richtigen Moment und gewann vor Pau Miquel und Pogačar.
Nach Angaben von IDL Pro Cycling war genau dieses Szenario vor der Etappe besprochen worden. Van Aert sollte angreifen, während Brennan im Hintergrund auf einen möglichen Sprint wartete.
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Brennan bestätigt seinen rasanten Aufstieg
Für Brennan war es der erste Sieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt. Gleichzeitig handelte es sich um seinen 20. Profierfolg und seinen sechsten Sieg auf WorldTour-Niveau.
Seine Entwicklung zählt zu den schnellsten im aktuellen Radsport. 2025 gewann er 14 Rennen und machte einen gewaltigen Sprung in der Weltrangliste. Inzwischen gehört er nicht mehr nur zu den interessantesten Nachwuchsfahrern, sondern zu den gefährlichsten Fahrern für anspruchsvolle Sprintankünfte.
Brennan besitzt genug Widerstandskraft, um kleinere Anstiege zu überstehen. Gleichzeitig kann er im Finale eine Beschleunigung produzieren, die klassischen Sprintern nach einem harten Renntag häufig fehlt.
Laut den von Bike World News veröffentlichten Resultaten gewann Brennan die Etappe in 4:47:47 Stunden. Van Aert liegt nun neun Sekunden hinter Pogačar, Brennan folgt mit zehn Sekunden Rückstand.
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Pogačar muss künftig zwei Entscheidungen treffen
Visma nahm Pogačar in Manosque weder das Rote Trikot ab noch fügte das Team ihm entscheidende Zeitverluste zu. Die taktische Bedeutung der Etappe liegt an einer anderen Stelle.
Pogačar kann einen einzelnen Angriff häufig selbst kontrollieren. Gegen zwei Fahrer mit unterschiedlichen Stärken wird die Entscheidung schwieriger. Reagiert er auf Van Aert, kann Brennan Kräfte sparen. Bleibt er im Feld, erhält Van Aert möglicherweise freie Fahrt.
Brennan selbst hofft, dass sein erster Grand-Tour-Sieg nicht der letzte bleibt. Nach nur zwei Etappen besitzt Visma bereits zwei Fahrer unter den ersten drei der Gesamtwertung und eine taktische Konstruktion, auf die selbst Pogačar nicht immer eine einfache Antwort haben wird.
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