Leonie Antonia Beck (GER)

Dreifache Weltmeisterin beendet mit nur 29 Jahren ihre Karriere

Leonie Beck kehrt nach fast zwei Jahren Pause nicht mehr in den Leistungssport zurück. Deutschlands erfolgreichste Freiwasserschwimmerin der vergangenen Jahre zieht damit einen endgültigen Schlussstrich.

·

Read in:

Aus der geplanten Auszeit wird das Karriereende. Beck verkündete ihre Entscheidung in der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“.

Die Würzburgerin gewann drei WM-Titel, drei EM-Titel und den Gesamtweltcup. Bei drei Olympischen Spielen blieb ihr jedoch eine Medaille verwehrt.

Das Leben ohne Wettkämpfe überzeugte sie

Bereits vor den Olympischen Spielen 2024 in Paris wusste Beck, dass sie anschließend Abstand vom professionellen Schwimmsport benötigte.

Sie wollte sich Zeit für ihre Zukunft nehmen und herausfinden, welche beruflichen Wege außerhalb des täglichen Hochleistungstrainings möglich sind. Ihr letztes offizielles Rennen bestritt sie im Oktober 2024.

Lesen Sie auch: Gianni Infantino unter Beschuss: FIFA-Rivalen könnten eine Abstimmung zum Ende seiner Präsidentschaft erzwingen

Inzwischen arbeitet Beck bei Veranstaltungen und in den Medien. Bei der Schwimm-WM 2025 war sie beispielsweise als Co-Kommentatorin für das ZDF im Einsatz.

Wie der Deutsche Schwimm-Verband berichtet, empfindet Beck ihre aktuelle Arbeit als so erfüllend, dass eine Rückkehr in den Leistungssport für sie nicht mehr infrage kommt.

Sie spricht außerdem offen über die Bedeutung einer dualen Karriere. Athletinnen und Athleten sollten sich ihrer Ansicht nach frühzeitig mit dem Leben nach dem Sport beschäftigen können.

Der Wechsel ins Freiwasser veränderte alles

Beck begann ihre Laufbahn im Becken. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio belegte sie über 800 Meter Freistil lediglich Platz 25.

Lesen Sie auch: Fans jagen sich mit Stühlen über den Rasen

Anschließend wechselte sie ins Freiwasser und stieg dort in die Weltspitze auf. 2019 gewann sie bei der WM in Gwangju Bronze über fünf Kilometer.

Drei Jahre später holte Beck in Budapest Gold mit der gemischten 4×1,5-Kilometer-Staffel. Im Einzelrennen über zehn Kilometer kam eine Silbermedaille hinzu.

Ihr sportlicher Höhepunkt folgte 2023 in Fukuoka. Beck wurde innerhalb weniger Tage Weltmeisterin über fünf und zehn Kilometer.

Die Medaillenübersicht von World Aquatics führt sie damit als dreifache Weltmeisterin mit insgesamt fünf WM-Medaillen.

Lesen Sie auch: Erling Haalands wahnsinnige Zahlen bei Man City nach 200 Spielen: die Rekorde, die noch in Reichweite sind

Auch auf europäischer Ebene dominierte sie. Nach dem EM-Titel über zehn Kilometer in Rom 2022 gewann sie 2024 in Belgrad sowohl über fünf als auch über zehn Kilometer.

Im Jahr 2023 sicherte sie sich zudem den Gesamtweltcup. Seit Ende 2021 hatte Beck in Italien mit einer internationalen Spitzengruppe trainiert.

Olympia blieb die offene Rechnung

Bei den Olympischen Spielen gelang ihr der große Medaillenerfolg nicht. Nach ihrem Beckenstart 2016 wurde sie 2021 in Tokio Fünfte im Zehn-Kilometer-Rennen.

In Paris ging Beck als amtierende Welt- und Europameisterin an den Start. In der Seine kam sie jedoch nicht über den neunten Platz hinaus.

Lesen Sie auch: Rahm vor LIVs Stunde der Wahrheit

Nach dem Rennen berichtete sie über heftige Magen-Darm-Beschwerden. Ein offizieller Nachweis, dass die Wasserqualität der Seine dafür verantwortlich war, wurde allerdings nicht erbracht.

Die fehlende Olympiamedaille ändert wenig an ihrer Stellung im deutschen Freiwasserschwimmen. Über mehrere Jahre gehörte sie zu den konstantesten Athletinnen der Welt.

Dem Schwimmsport bleibt sie erhalten

Beck will sich weiterhin für sauberes Wasser und eine bessere Schwimmausbildung von Kindern einsetzen. Auch ihre Arbeit im Medienbereich soll ausgebaut werden.

Im Juli ernannte World Aquatics sie zur Botschafterin des internationalen Discover-Water-Programms.

Lesen Sie auch: Nach dem TV-Chaos plant die Ligue 1 den nächsten Millionenpoker

Ihre Laufbahn im Leistungssport endet mit 29 Jahren. Aus dem Schwimmsport verschwindet Beck jedoch nicht, sie wechselt lediglich die Rolle.

Related Stories