Ligue 1, Canal+

Nach dem TV-Chaos plant die Ligue 1 den nächsten Millionenpoker

Frankreichs Profiliga erwägt bereits im Oktober eine neue Ausschreibung, obwohl die angebotenen Fernsehrechte erst ab der Saison 2029/30 gelten würden.

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Die Ligue de Football Professionnel will nicht bis zum Ende der Exklusivphase ihrer eigenen Plattform Ligue 1+ warten. Hinter den Kulissen wird deshalb schon jetzt nach möglichen Medienpartnern gesucht.

Ausgeschrieben werden könnten fünf Spielzeiten von 2029/30 bis 2033/34. Eine endgültige Entscheidung über den Start des Verfahrens ist allerdings noch nicht gefallen.

Gespräche mit Streaming-Giganten

Die LFP prüft zunächst, ob genügend ernsthafte Interessenten vorhanden sind. Ein frühes Verfahren würde der Liga deutlich mehr Verhandlungszeit geben als bei den vergangenen, teilweise chaotischen Rechtevergaben.

Nach Informationen von L’Équipe könnte die Ausschreibung bereits im Oktober beginnen.

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Olivier Bramly, Geschäftsführer der Vermarktungstochter LFP Media, soll Gespräche mit Apple, Netflix, Amazon und Paramount geführt haben. Auch der Kontakt zu Canal+ wurde wieder aufgenommen.

Der langjährige Ligue-1-Sender hatte sich nach mehreren Konflikten weitgehend vom französischen Ligafußball zurückgezogen. Eine Rückkehr von Canal+ oder beIN Sports könnte den Wettbewerb um die Rechte erheblich beleben.

Die LFP erwägt zudem, alle nationalen Spiele in einem einzigen Paket anzubieten. Ein solcher Gesamtvertrag wäre für Streamingdienste einfacher zu vermarkten als die frühere Aufteilung auf verschiedene Anbieter.

Die Liga überträgt selbst

Aktuell zeigt Ligue 1+ sämtliche neun Begegnungen eines Spieltags exklusiv. Die ligaeigene Plattform kann direkt oder über zahlreiche Netzbetreiber und Streamingdienste abonniert werden.

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Ein Jahresabonnement kostet monatlich 19,99 Euro, während das flexible Angebot ohne langfristige Bindung 24,99 Euro pro Monat kostet, wie die LFP erklärt.

Die Liga kontrolliert damit erstmals die gesamte Produktion und den Kontakt zu ihren Kunden. Dennoch fallen die Erlöse für die Vereine weiterhin deutlich geringer aus als unter den früheren TV-Verträgen.

In dieser Saison fehlen die jährlich 78,5 Millionen Euro, die beIN Sports zuvor für ein wöchentliches Spiel gezahlt hatte. Auch die einmalige DAZN-Entschädigung von 85 Millionen Euro steht nicht mehr zur Verfügung.

Großer Abstand zur Bundesliga

DAZN hatte ursprünglich rund 400 Millionen Euro pro Saison für den Großteil der Ligue-1-Spiele zugesagt. Nach enttäuschenden Abonnentenzahlen und einem Rechtsstreit wurde die Zusammenarbeit jedoch vorzeitig beendet.

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Schon 2020 war der Rekordvertrag mit Mediapro zusammengebrochen. Zwei gescheiterte Modelle innerhalb weniger Jahre haben das Vertrauen des Marktes beschädigt und die Planung der französischen Clubs erschwert.

Der Kontrast zur Bundesliga ist erheblich. Die 36 deutschen Erst- und Zweitligisten erhalten für den Rechtezeitraum 2025/26 bis 2028/29 zusammen 1,121 Milliarden Euro pro Saison, teilte die DFL mit.

Damit verfügen deutsche Clubs über garantierte Einnahmen und Planungssicherheit. Viele französische Vereine sind dagegen stärker auf Transfererlöse, Europapokalprämien und die finanzielle Unterstützung ihrer Eigentümer angewiesen.

Die nächste Entscheidung muss sitzen

Eine frühe Vergabe könnte der Ligue 1 schon Jahre vor dem Ende der Exklusivität von Ligue 1+ feste Einnahmen sichern. Gleichzeitig besteht die Gefahr, die Rechte in einer wirtschaftlich schwachen Position zu günstig zu verkaufen.

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Für die LFP geht es deshalb nicht allein um die höchste Summe. Nach Mediapro und DAZN muss der nächste Partner auch finanziell zuverlässig sein und den französischen Fußball dauerhaft sichtbar machen.

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