Zwei Wochen vor der Hochzeit festgenommen: Fußballer soll Teamkollegen vergiftet haben

Eine Mannschaftsfahrt nach Dresden endete für einen Spieler des hessischen Amateurvereins TuS Rockenberg tödlich. Mehr als ein Jahr später sitzt ein 35-jähriger Teamkollege in Untersuchungshaft.

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Zunächst wirkte es wie eine plötzliche, unerklärliche Tragödie. Philipp L. kehrte krank von einer gemeinsamen Reise seines Fußballteams zurück und starb kurze Zeit später im Krankenhaus.

Inzwischen gehen die Ermittler von einem Giftmord aus. Als mögliches Motiv nennen sie persönliche Rache.

Zustand verschlechterte sich nach Mannschaftsfahrt

Philipp L. hatte im Juni 2025 an einer Mannschaftsfahrt des TuS Rockenberg nach Dresden teilgenommen. Nach seiner Rückkehr verschlechterte sich der Gesundheitszustand des 30-Jährigen schnell und massiv.

Seine Familie alarmierte den Rettungsdienst. Trotz Wiederbelebungsmaßnahmen starb der Fußballer am 16. Juni 2025 im Krankenhaus.

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Wie aus einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen hervorgeht, ergaben Obduktion und aufwendige toxikologische Untersuchungen, dass ein septisches Mehrorganversagen infolge einer Vergiftung zum Tod führte.

Die Behörden werfen einem heute 35 Jahre alten Teamkollegen vor, Philipp L. heimlich Gift verabreicht zu haben.

Ermittler vermuten persönliche Rache

Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei ermittelten mehrere Monate lang. Zahlreiche Zeugen wurden befragt, zudem rückte die Beziehung zwischen dem Opfer und dem später festgenommenen Verdächtigen in den Mittelpunkt.

Am 1. September 2026 erfolgte die Festnahme unter Beteiligung von Spezialkräften. Die Wohnung und der Arbeitsplatz des Mannes wurden durchsucht. Dabei stellten die Ermittler unter anderem Mobiltelefone, einen Computer und weitere Beweismittel sicher.

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Nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen soll ein persönliches Rachemotiv hinter der Tat gestanden haben. Welche Substanz verwendet und wie sie verabreicht wurde, geben die Behörden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht bekannt.

„Giftmorde sind sehr selten, deswegen handelt es sich hier um einen außergewöhnlichen Fall“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Hauburger der Hessenschau.

Gerüchte über Eifersucht nicht bestätigt

Der genaue Hintergrund der mutmaßlichen Tat ist weiter unklar. Nach Informationen der Hessenschau könnte Eifersucht eine Rolle gespielt haben. Digi24 berichtet zudem über lokale Gerüchte, wonach sich die beiden Männer wegen einer Frau gestritten haben sollen.

Von den Ermittlungsbehörden wurde das nicht bestätigt. Offiziell ist bislang lediglich von einem persönlichen Rachemotiv die Rede.

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Untersuchungshaft statt Hochzeitsfeier

Der Verdächtige wollte nach Informationen von RTL zwei Wochen nach seiner Festnahme seine Hochzeit groß feiern. Stattdessen wurde er einem Haftrichter vorgeführt und in Untersuchungshaft genommen.

Zu den Vorwürfen äußerte er sich nicht. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger und weitere Zeugenvernehmungen dauern an.

Sollte es zu einer Mordanklage und später zu einer Verurteilung kommen, droht dem 35-Jährigen nach Angaben des Oberstaatsanwalts eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bis zu einem rechtskräftigen Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Der TuS Rockenberg bezeichnete die Situation als emotional extrem belastend. Im Verein könne niemand den weiteren schweren Schlag begreifen. Zugleich setze man auf eine vollständige Aufklärung durch die Behörden.

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