Fußball

Sollten diese acht Länder ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft wegen des Streits mit Trump aussetzen?

Ein wachsender diplomatischer Streit mit den Vereinigten Staaten wirft zunehmend einen Schatten auf die Vorbereitungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 der Männer und wirft neue Fragen darüber auf, wie globale Politik das größte Turnier des Sports beeinflussen könnte.

Obwohl bislang weder Mannschaften noch Verbände formelle Schritte unternommen haben, diskutieren Kommentatoren und Politiker zunehmend darüber, ob die Teilnahme selbst zu einem politischen Druckmittel werden könnte angesichts steigender Spannungen zwischen Washington und mehreren Verbündeten.

Morgan schlägt symbolischen Boykott vor

Der britische Journalist Piers Morgan befeuerte die Debatte in dieser Woche, indem er vorschlug, dass sich mehrere europäische Schwergewichte vorübergehend vom Turnier zurückziehen sollten, solange die Verhandlungen mit den Vereinigten Staaten andauern.

Am 20. Januar schrieb Morgan in den sozialen Medien:

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„Vielleicht sollten England, Frankreich, Spanien, Deutschland, Portugal, die Niederlande, Norwegen und Italien ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft pausieren, solange die verschiedenen Zollverhandlungen mit Präsident Trump laufen? Der Rückzug von 8 der 10 Favoriten könnte den einen oder anderen zum Nachdenken bringen.“

Es gibt keine Hinweise darauf, dass eines der genannten Länder tatsächlich einen Rückzug erwägt, doch die Äußerungen spiegeln eine wachsende Unruhe über das politische Umfeld rund um das Turnier wider.

https://twitter.com/piersmorgan/status/2013577707108385262

Handelsdrohungen und diplomatische Spannungen

Die Kommentare folgen auf eine erneute Kontroverse um die Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump. Am 17. Januar warnte Trump europäische Verbündete, darunter Großbritannien, dass sie mit einem Zollsatz von 10 Prozent rechnen müssten, falls die Verhandlungen über Grönland scheitern.

Trump hat wiederholt erklärt, dass die Vereinigten Staaten „Grönland brauchen“, ein autonomes Gebiet des Königreichs Dänemark, und verwies dabei auf dessen strategische Bedeutung. Der britische Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Zolldrohung als „völlig falsch“.

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Kurz darauf unterstützten 23 Abgeordnete aus vier britischen Parteien Labour, die Liberal Democrats, die Green Party und Plaid Cymru einen Parlamentsantrag, in dem internationale Sportverbände aufgefordert wurden, zu prüfen, ob die USA weiterhin Austragungsort großer Wettbewerbe sein sollten.

Visapolitik sorgt für praktische Bedenken

Neben der diplomatischen Auseinandersetzung sorgt auch die US-Einwanderungspolitik für Verunsicherung. Laut einem Bericht des Mirror kündigte die Trump-Regierung im Juni 2025 vollständige und teilweise Reisebeschränkungen für Staatsangehörige aus 19 Ländern an unter Berufung auf nationale Sicherheitsbedenken. Inzwischen wurden weitere Länder hinzugefügt.

Für die WM qualifizierte Länder wie Haiti und Iran unterliegen vollständigen Einreiseverboten, während die Elfenbeinküste und Senegal von teilweisen Einschränkungen betroffen sind. Zudem haben die USA einen unbefristeten Visa-Stopp für Bürger aus 75 Ländern angekündigt, der am 21. Januar in Kraft treten soll. Mehrere dieser Länder darunter Brasilien, Kolumbien und Ägypten werden voraussichtlich an der WM 2026 teilnehmen.

Diese Maßnahmen haben bei Fans und kommerziellen Partnern Sorgen hinsichtlich des Zugangs zu Veranstaltungen wie der Weltmeisterschaft oder den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles ausgelöst.

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Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte gegenüber dem Mirror, dass „das Verbot ausschließlich die Vergabe von Einwanderungsvisa betrifft und nicht für Nicht-Einwanderungsvisa gilt etwa für Touristen, Athleten, deren Familien sowie Medienschaffende, die zur Weltmeisterschaft reisen wollen“.

Trotz dieser Zusicherungen warnen Branchenbeobachter, dass bereits die Unsicherheit allein logistische Herausforderungen für Sponsoren, Sender und Fans mit sich bringen könnte.

Sport zwischen Politik und Weltordnung

Kritiker der US-Regierung verweisen zudem auf weiterreichende außenpolitische Spannungen darunter mutmaßliche militärische Handlungen und Drohungen gegen mehrere Länder als Anzeichen dafür, dass internationale Politik zunehmend mit dem Sport kollidiert.

Die FIFA hat bisher keine Anzeichen erkennen lassen, dass sie die Rolle der Vereinigten Staaten als Co-Gastgeber der WM 2026 überdenkt. Derzeit existiert auch kein Mechanismus, der ein Gastgeberland allein aufgrund diplomatischer Konflikte sanktionieren würde.

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Dennoch unterstreichen Morgans Äußerungen ein größeres Anliegen: Mit zunehmendem geopolitischem Druck könnte die Weltmeisterschaft traditionell als politisch neutrales Event vermarktet immer stärker in globale Machtkämpfe hineingezogen werden.

Quellen: Mirror; Beiträge von Piers Morgan in den sozialen Medien

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Oliver Obel

Ich bin ein leidenschaftlicher Sport-Content-Creator mit klarem Fokus auf Fußball. Für LenteDesportiva verfasse ich hochwertige Inhalte, die informieren, unterhalten und eine starke Verbindung zu Fußballfans auf der ganzen Welt schaffen. Meine Arbeit dreht sich um Spieler-Rankings, Transferanalysen und tiefgehende Reportagen, die den modernen Fußball beleuchten. Ich verbinde ein ausgeprägtes redaktionelles Gespür mit einem tiefen Verständnis für die Entwicklung des Spiels – immer mit dem Anspruch, Inhalte zu liefern, die sowohl Einsicht als auch Emotion vermitteln.