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Ben Thatcher: „Ich wünschte, ich könnte diesen Moment aus meinem Leben löschen“

Ein Moment, der nie vergessen wurde

Laut Rob Swan von GiveMeSport wird der Vorfall zwischen Ben Thatcher und Pedro Mendes bis heute als eine der hässlichsten Szenen in der Geschichte der Premier League erinnert. Dass er den Fans so stark im Gedächtnis geblieben ist, liegt nicht nur an der Brutalität der Aktion, sondern auch an dem Eindruck, dass sie eigentlich sofort mit einer Roten Karte hätte geahndet werden müssen. Selbst heute wirken die Bilder noch schockierend, vor allem weil Schiedsrichter Dermot Gallagher Thatcher auf dem Platz ließ. In einer Zeit ohne VAR waren umstrittene Entscheidungen zwar häufiger, doch dieser Fall sticht bis heute wegen der Schwere der Folgen für Mendes besonders hervor.

Die Szene ging auch weit über eine normale Fußballkontroverse hinaus, weil sie Reaktionen außerhalb des Spielfelds auslöste. Beschwerden aus der Öffentlichkeit führten dazu, dass die Greater Manchester Police den Vorfall prüfte, was verdeutlichte, wie viele Menschen der Meinung waren, dass hier eine Grenze überschritten worden war. Statt im üblichen Kreislauf der Fußballdebatten zu verschwinden, blieb der Fall wegen seiner Härte, seiner starken Bilder und des Schadens für alle Beteiligten über Jahre hinweg präsent.

Der Zusammenstoß, der den englischen Fußball erschütterte

Laut GiveMeSport wollte Pedro Mendes den Ball klären, als Ben Thatcher an der Seitenlinie mit voller Wucht in ihn hineinging und den Portsmouth Mittelfeldspieler so heftig traf, dass er sofort medizinisch versorgt werden musste. Die Schwere des Vorfalls war auf der Stelle erkennbar, sowohl an Mendes’ Reaktion als auch an der Besorgnis der Menschen um ihn herum. Die Szene wurde weder als hartes, aber erlaubtes Einsteigen gesehen, noch als schlecht getimter Zweikampf in hohem Tempo. Stattdessen wurde sie schnell als unnötiger Akt der Aggression wahrgenommen, der auf einem Fußballplatz keinen Platz hatte.

Was die Aktion bis heute so berüchtigt macht, ist die Kombination der Umstände. Mendes wurde schwer getroffen, die Szene wirkte völlig vermeidbar, und der Schiedsrichter zeigte keine Rote Karte. Diese Mischung aus Gewalt und Fassungslosigkeit ist ein wesentlicher Grund dafür, dass der Vorfall bis heute in Diskussionen über die schlimmsten Fouls der Premier League auftaucht. Das Bild von Mendes, der neben der Seitenlinie zu Boden ging, ist bis heute zentral für die Erinnerung an diesen Moment.

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Empörung in Portsmouth und Reaktion bei Manchester City

Laut Manchester Evening News sagte Portsmouth Trainer Harry Redknapp nach dem Spiel: „Sobald ich ihn in Richtung Ecke laufen sah, wusste ich, was kommen würde. Ich hätte mein Leben darauf verwettet.“ Außerdem bezeichnete er die Aktion als „völlig unangebracht“ und bestätigte, dass Mendes ins Krankenhaus gebracht wurde und in dieser Nacht nicht mit der Mannschaft zurückreisen würde. Seine Worte machten deutlich, wie groß Wut und Sorge im Lager von Portsmouth waren, wo nach dem Schlusspfiff weniger über das Ergebnis als über den Zustand des Spielers gesprochen wurde.

Auch Manchester City reagierte entschlossen, als das Ausmaß des Vorfalls deutlich wurde. Laut GiveMeSport erklärte der Klub, dass die Angelegenheit intern von Stuart Pearce behandelt worden sei, während Thatcher sich entschuldigte und sagte, er habe Mendes geschrieben. Der Verein suspendierte ihn auf unbestimmte Zeit und belegte ihn mit einer Geldstrafe in Höhe von zwei Wochengehältern, was zeigte, dass niemand versuchte, das Geschehene herunterzuspielen. Später bezeichnete Pearce die Szene als nicht zu verteidigen und völlig inakzeptabel, Worte, die klar machten, wie ernst der Klub den Vorfall nach Sichtung der Bilder nahm.

Eine Narbe, die jahrelang blieb

Wie nachhaltig die Szene wirkte, zeigte sich in den Aussagen beider Beteiligten. Laut GiveMeSport sagte Mendes später: „Der Moment war schrecklich. Nach dem Vorfall erinnere ich mich an nichts mehr, bis ich im Krankenhaus war. Es ist das Schlimmste, was mir in meiner Karriere passiert ist.“ Diese Aussage machte deutlich, dass es sich nicht einfach um eine Fußballkontroverse handelte, sondern um eines der traumatischsten Erlebnisse seiner Laufbahn.

Thatcher wiederum gab Jahre später zu, dass ihn die Szene nie losgelassen habe. 2014 sagte er: „Das ist ein Moment in meinem Leben, den ich am liebsten auslöschen würde.“ Die Football Association belegte ihn schließlich mit einer Sperre von acht Spielen und einer Geldstrafe von 80.000 Pfund, von denen die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde. Hinzu kam nach einer unabhängigen Anhörung eine weitere Sperre von 15 Spielen, ebenfalls für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Mendes entschied sich dagegen, strafrechtlich gegen Thatcher vorzugehen, woraufhin die polizeilichen Ermittlungen eingestellt wurden, doch der Schaden für Thatchers Ruf war längst entstanden. Der Vorfall bleibt eines der deutlichsten Beispiele dafür, wie ein einziger Moment das öffentliche Bild eines Spielers dauerhaft prägen kann.

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Quellen: GiveMeSport, Manchester Evening News.

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